20. Oktober 2021 / 22:54 Uhr

FC Bayern kann es auch ohne Nagelsmann: Sané und Lewandowski sorgen für Sieg bei Benfica

FC Bayern kann es auch ohne Nagelsmann: Sané und Lewandowski sorgen für Sieg bei Benfica

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Der überragende Leroy Sané erzielte in Abwesenheit von Trainer Julian Nagelsmann zwei Tore.
Der überragende Leroy Sané erzielte in Abwesenheit von Trainer Julian Nagelsmann zwei Tore. © IMAGO/HMB-Media/dpa/Montage
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Perfekter Hinrundenabschluss für den FC Bayern München in der Champions-League-Gruppenphase. Der deutsche Rekordmeister gewinnt auch bei Benfica Lissabon und führt die Gruppe E souverän an. Und das, obwohl Trainer Julian Nagelsmann gar nicht an der Seitenlinie stehen konnte.

Der FC Bayern München kann auch ohne Trainer Julian Nagelsmann Spiele gewinnen. Ohne den erkrankten Coach, der das Spiel vom Hotelzimmer aus verfolgte, sicherte sich der FCB gegen Benfica Lissabon den dritten Sieg im dritten Vorrundenspiel der Champions League. Dank der Treffer von Leroy Sané (70. Minute, 84.) und Robert Lewandowski (82.) sowie eines Eigentors von Everton (80.) feierte der deutsche Rekordmeister einen 4:0 (0:0)-Kantersieg und führt die Gruppe E nun mit neun Punkten vor Benfica (4) und dem FC Barcelona (3) souverän zum Ende der Hinrunde an.

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Bei der Rückkehr des FCB in das Estádio da Luz nach Lissabon 14 Monate nach dem Champions-League-Triumph stand der damalige Finaltorschütze Kingsley Coman in der Startformation. Außer dem Franzosen durften am Mittwoch gegen Benfica Lissabon auch dessen Landsmann Benjamin Pavard und der Österreicher Marcel Sabitzer von Beginn an ran. Für Neuzugang Sabitzer war es das Startelf-Debüt. Bei Benfica stand Ex-Nationalspieler Julian Weigl in der Startelf. Sabitzer und Pavard ersetzten den erkälteten Leon Goretzka und den angeschlagenen Alphonso Davies

Der wichtigste Mann beim FC Bayern fehlte jedoch: Die Bayern mussten auf ihren Trainer Nagelsmann verzichten. Er konnte nach Angaben des Vereins wegen eines grippalen Infekts nicht auf der Bank sitzen und blieb im Teamhotel. Vertreten wurde er von seinen Co-Trainern, allen voran Dino Toppmöller und Xaver Zembrod. "Natürlich ist man bisschen angespannt, bisschen nervös", sagte Toppmöller kurz vor dem Anpfiff bei DAZN. Aber es sei "alles besprochen, die Jungs sind gut vorbereitet", sagte der 40-Jährige.


Ob es am Fehlen Nagelsmanns lag, dass der FCB zunächst nicht traf? Die Bayern hatten in den ersten 45 Minuten, anders als noch in der Fabel-Halbzeit mit fünf Toren am Sonntag in der Bundesliga bei Bayer Leverkusen (5:1), Probleme beim Abschluss. Die starken Leistungen des ehemaligen deutschen U21-Nationaltorwarts Odisseas Vlachodimos (aktuell die griechische Nummer eins) sorgten ebenfalls dafür, dass es torlos in die Kabine ging. So war der Deutsch-Grieche bei einem scharfen Lewandowski-Kopfball (9.) sofort mit einer Hand zur stelle und lenkte den Ball ab. In der 29. Minute parierte der Schlussmann einen Coman-Schuss aus spitzem Winkel mustergültig.

Als Lewandowski den überragenden Vlachodimos dann doch bezwingen konnte (42.) zählte der Treffer nicht. Der Weltfußballer lenkte eine Coman-Vorlage mit dem linken Oberarm ins Tor. Der rumänische Schiedsrichter Ovidiu Hategan erkannte den Treffer nach Rücksprache mit dem Videoschiedsrichter schließlich ab. Kurz zuvor hatte auch Benfica eine Top-Chance vorzuweisen: Stürmer Darwin Nunez zwang Manuel Neuer per Drehschuss zu einer Glanzparade (33.)

Auch in Halbzeit zwei taten sich die Bayern ungewohnt schwer vor dem Tor. Ein Volleyschuss von Benjamin Pavard (47.) nach Vorlage von Coman an den zweiten Pfosten segelte ans Aluminium, auch weil Vlachodimos noch einen Fuß an den Ball bekam. Fünf Minuten später war der 27-Jährige dann erneut geschlagen - und wieder zählte das Tor der Bayern nicht. Einen Schuss von Sané kurz vor dem Tor konnte Vlachodimos noch abwehren, beim Nachschuss von Thomas Müller (52.) war der Torwart dann jedoch machtlos. Doch wieder jubelten die Bayern zu früh. In der Vorbereitung des Treffers stand der extrem agile Coman im Abseits. Benfica bemühte sich den Ärger auszunutzen und selbst in Führung zu gehen, ließ jedoch gleich zwei Chancen aus. Erst scheiterte Diogo Goncalves (55.) an Neuer, der sich beim Distanzschuss mächtig strecken musste. Dann verfehlte ein Kopfball von Lucas Veríssimo nach Goncalves-Flanke knapp das Tor (57.).

Der Tor-Bann sollte erst in der 70. Minute gebrochen werden. Ein traumhafter Freistoß von Sané aus gut 20 Metern aus halbrechter Position fand schließlich regulär den Weg vorbei an Vlachodimos. In Folge spielten nur noch die Bayern. Ein Eigentor von Everton (82.) per Kopf nach "Vorlage" des kurz zuvor eingewechselten Serge Gnabry brachte die Entscheidung. Lewandowski (82.) nach Vorlage von Sané) und wiederum Sané selbst (84.) machten den Kantersieg perfekt.