17. Mai 2020 / 18:41 Uhr

Bayern-Boss Rummenigge zerlegt DFB und Fritz Keller: "Besen kaufen, um vor eigener Tür zu kehren"

Bayern-Boss Rummenigge zerlegt DFB und Fritz Keller: "Besen kaufen, um vor eigener Tür zu kehren"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge (l.) knöpfte sich DFB und dessen Präsident Fritz Keller vor.
Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge (l.) knöpfte sich DFB und dessen Präsident Fritz Keller vor. © 2020 Getty Images
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Karl-Heinz Rummenigge mit heftiger Kritik am DFB und Verbands-Präsident Fritz Keller: Er sei "irritiert" über Äußerungen von Keller im Zusammenhang mit der Corona-Krise - und nimmt den DFB in die Pflicht. Außerdem äußerte er sich in dem "Sky"-Interview über die Gehaltsobergrenze.

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Knallharte Aussagen von Karl-Heinz Rummenigge in Richtung DFB und Präsident Fritz Keller! Der Vorstandsboss des FC Bayern München kritisierte den Verbands-Oberen nach dessen Aussagen über die Auswüchse des Profifußballs, die in Zeiten der Corona-Krise immer wieder diskutiert wurden. "Die Großkotzigkeit fällt uns allen vor die Füße", sagte Keller im Spiegel-Interview. In einem Gastbeitrag für den SPORTBUZZER meinte der 63-Jährige: "Wir müssen den Fußball wieder näher zu den Menschen bringen und verlorengegangenen Kredit zurückgewinnen."

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Rummenigge kritisierte Keller nun im Interview beim TV-Sender Sky heftig. "Ich bin etwas irritiert über die Meinungen und populistische Wortwahl. So kenne ich ihn nicht, weil er sonst sehr genau überlegt und die Dinge seriös bewertet", sagte der Bayern-Boss. Er legte sogar noch nach: "Wenn wir eine Krise im Fußball hatten, dann war sie beim DFB zu suchen. Vielleicht sollte man sich beim DFB mal einen Besen kaufen, um vor der eigenen Tür zu kehren. Ich würde mich freuen, wenn der DFB seine Hausaufgaben macht." Damit bezog sich Rummenigge darauf, dass für die unter dem Verbandsdach ausgetragenen Wettbewerbe, vor allem 3. Liga und Frauen-Bundesliga, bislang noch kein Restart-Termin gefunden wurde.

Der Bayern-Obere forderte vom Verband auch deshalb eine Fortsetzung des Spielbetriebs in den DFB-Wettbewerben, weil ein Teil der Solidaritäts-Zahlungen der vier Champions-League-Teilnehmer aus München, Dortmund, Leverkusen und Leipzig in Richtung 3. Liga und Frauen-Bundesliga umverteilt worden ist. "Und es war schon im Sinne dessen, dass die einfach auch ihren Spielbetrieb fortsetzen können", betonte er. "Das wäre etwas, dass nicht nur die Männer-Bundesliga jetzt spielt, sondern auch die 3. Liga. Das ist ein Anspruch, dem der DFB jetzt gerecht werden muss", sagte der 64-Jährige nach der Zahlung der DFL in Höhe von kumuliert 7,5 Millionen Euro.

Rummenigge über DFB: "Nicht nur an negativen Beispielen abarbeiten"

Auch die Tatsache, dass sich einige Profis durchaus gesellschaftlich in der Corona-Krise engagiert haben, kam Rummenigge in der Betrachtung von DFB-Präsident Keller zu kurz: "Unsere Spieler Leon Goretzka und Joshua Kimmich, die Wekickcorona gegründet haben, sind gute Beispiele. Einige Bundesliga-Spieler haben sich nicht vorbildlich verhalten, aber das waren aus meiner Sicht Ausnahmen. Es wäre schön, wenn der DFB sich nicht nur an den negativen Beispielen abarbeiten würden."

Das sind die Vorgänger von DFB-Präsident Fritz Keller

Fritz Keller (links) ist der designierte DFB-Präsident: Theo Zwanziger (zweiter von links), Wolfgang Niersbach
 (dritter von links) und Egidius Braun (rechts) gehören zu seinen Vorgängern. Zur Galerie
Fritz Keller (links) ist der designierte DFB-Präsident: Theo Zwanziger (zweiter von links), Wolfgang Niersbach (dritter von links) und Egidius Braun (rechts) gehören zu seinen Vorgängern. ©

Um die Folgen der Corona-Krise im Profifußball abzufedern, wird zudem immer wieder über eine Gehaltsobergrenze debattiert - selbst DFL-Chef Christian Seifert plädiert dafür, ebenso DFB-Boss Keller. Rummenigge dazu: "Die Gehaltsobergrenze ist eine interessante Diskussion. Ich war mit dem ehemaligen UEFA-Präsidenten Michel Platitni mehrfach in Brüssel. Er wollte die im europäischen Fußball nach Vorbild der USA einführen und hat sich dort immer eine blutige Nase geholt." Demnach sei die Umsetzung der sogenannten "Salary Cap" laut Rummenigge "nicht in Einklang zu bringen mit den Wettbewerbsrechten in Europa. Es ist aber nicht auszuschließen, dass man nun einen neuen Anlauf unter nimmt."