04. Januar 2020 / 09:01 Uhr

Am Tag der Bayern-Anreise: US-Nationalelf sagt Trainingslager in Katar wegen politischer Lage ab

Am Tag der Bayern-Anreise: US-Nationalelf sagt Trainingslager in Katar wegen politischer Lage ab

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Während der FC Bayern sich wie schon in den Vorjahren (r., ein Bild aus 2019) in Katar auf die Rückrunde der Bundesliga vorbereitet, sagte das US-Nationalteam um Weston McKennie seine Reise nach Doha ab.
Während der FC Bayern sich wie schon in den Vorjahren (r., ein Bild aus 2019) in Katar auf die Rückrunde der Bundesliga vorbereitet, sagte das US-Nationalteam um Weston McKennie seine Reise nach Doha ab. © imago images/Montage
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Der FC Bayern München reist zum mittlerweile zehnten Mal ins umstrittene Winter-Trainingslager nach Katar. Während die Münchner am Samstag in der Golf-Region eintreffen, hat der Fußball-Verband der USA die Konsequenzen aus der angespannten politischen Lage im Nahen Osten.

Am frühen Samstagmorgen brach der FC Bayern München wie schon in den vergangenen Jahren ins Trainingslager nach Katar auf. In Doha wird Trainer Hansi Flick seiner Mannschaft bis zum 10. Januar den Feinschliff vor Beginn der Rückrunde verpassen. Das Camp im politisch hochgradig umstrittenen Emirat hat dem FCB in den vergangenen zehn Jahren immer wieder heftige Kritik eingebracht - nicht zuletzt, weil Katar die Menschenrechte mit Füßen tritt.

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Aber auch aus einem anderen Grund ist die Lage im Emirat aktuell brisanter denn je: Wegen der geographischen Nähe zum weltpolitischen Krisenherd Iran. Rund 150 Kilometer trennen den Trainingskomplex des FCB in Doha von der iranischen Staatsgrenze, dazwischen liegt der Persische Golf. Deshalb hat nun ein anderer Fußball-Verband seine Konsequenzen gezogen: Die US-Nationalmannschaft sagte sein für den Januar geplantes Trainingslager in Doha kurzfristig ab. Das teilte der Verband in der Nacht auf Samstag mit.

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US-Absage an Katar "wegen der sich entwickelnden Situation"

"Wegen der sich entwickelnden Situation in der Region, hat U.S. Soccer sich dazu entschlossen, das im Januar geplante Trainingscamp der Nationalmannschaft zu verschieben", teilte der Verband auf Twitter mit: "In der Zwischenzeit arbeiten wir an alternativen Arrangements in der Vorbereitung auf unser Match gegen Costa Rica am 1. Februar im Dignity Health Sports Park in Carson". Drei Stunden später war eine Lösung gefunden: Statt in Doha wird sich das US-Nationalteam an der IMG Academy in Bradenton, Florida, auf die anstehenden Aufgaben vorbereiten.

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Die plötzliche Absage an den Verband von Katar, wo in zwei Jahren die WM über die Bühne gehen soll, sei allerdings nicht kategorischer Natur, teilte der US-Verband mit. "Wir arbeiten mit dem Fußballverband von Katar, um in der nahen Zukunft eine Möglichkeit zu finden, dass unser Team die Weltklasse-Einrichtungen und die Gastfreundlichkeit von Katar erleben kann."

Trainingslager in Katar: Immer wieder Kritik am FC Bayern

Diese hatte auch Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge in den vergangenen Jahren immer wieder als Grund für den Besuch des deutschen Rekordmeisters im Emirat angeführt. „Der FC Bayern ist eines von vielen deutschen Mittelstandsunternehmen, die mit einem Partner aus Doha kooperieren. Wie andere Fußballvereine und Sportfachverbände auch beteiligen wir uns dabei an einem Dialog in der Golf-Region“, sagte Rummenigge im vergangenen Jahr. "Die Menschenrechtsorganisation der UN, internationale Gewerkschaften und NGOs attestieren heute, dass Katar auf öffentliche Kritik reagiert und Änderungen realisiert hat. Dazu zählen die positive Entwicklung der Rechtslage für Wanderarbeiter und Verbesserungen der Arbeitsrechte in Katar", erklärte er in der tz und Abendzeitung.

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