08. Juni 2020 / 10:18 Uhr

Weltmeister Kohler sieht Sané nicht als "Königslösung" für den FC Bayern: "Muss den Nachweis erbringen"

Weltmeister Kohler sieht Sané nicht als "Königslösung" für den FC Bayern: "Muss den Nachweis erbringen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Den offenbar nahenden Transfer von Leroy Sané zum FC Bayern sieht Weltmeister Jürgen Kohler (r.) skeptisch.
Den offenbar nahenden Transfer von Leroy Sané zum FC Bayern sieht Weltmeister Jürgen Kohler (r.) skeptisch. © Getty
Anzeige

Der Transfer von Leroy Sané zum FC Bayern gilt inzwischen als wahrscheinlich. Weltmeister Jürgen Kohler zweifelt allerdings daran, dass der 24-Jährige beim Rekordmeister auf Anhieb eine Verstärkung sein kann. Der frühere Top-Verteidiger hat auch einen Transfer-Rat für Kai Havertz.

Anzeige
Anzeige

Er soll der Königstransfer des FC Bayern München werden und der neue offensive Fixpunkt werden: Dass Leroy Sané im Sommer zum deutschen Rekordmeister wechseln wird, gilt inzwischen als wahrscheinliches Szenario. Allein die Ablöse ist noch offen, während über zahlreiche Details Medienberichten zufolge bereits Übereinstimmung bestehen soll. Sané und der FC Bayern - das wird wohl am Ende passen.

Mehr vom SPORTBUZZER

Doch nicht jeder Beobachter ist begeistert, es gibt auch mahnende Stimmen, die den Wechsel weder für die Bayern noch für Sané als aktuell richtigen Schritt ansehen. Der frühere Bayern-Profi Willy Sagnol etwa hat den Münchnern kürzlich von einem Transfer des 24-Jährigen abgeraten. Und auch Weltmeister Jürgen Kohler, von 1989 bis 1991 ebenfalls für die Münchner aktiv, ist eher skeptisch - nicht zuletzt wegen des Kreuzbandrisses, der Sané seit August außer Gefecht setzt.

Kohler rät Havertz von Wechsel ab: "Braucht Spielzeit"

"Ob er für den FC Bayern die Königslösung ist, hatte ich aber schon vor seiner Verletzung mit einem Fragezeichen versehen", schrieb Kohler in einer Kolumne für den Kicker. Sané sei "schnell und talentiert, aber er muss noch den Nachweis erbringen, dass er auf absolutem Top-Niveau ein Leistungsträger ist". In den vergangenen vier Jahren hatte Sané für Manchester City in 134 Spielen 39 Tore geschossen und 45 weitere vorbereitet. Vor seiner Verletzung war er jedoch nicht immer gesetzt. Der Vertrag des Ex-Schalkers läuft 2021 aus.

Anders als Sagnol und Dietmar Hamann (einem weiteren früheren Bayern-Profi) spricht sich Kohler auch nicht für einen Wechsel von Leverkusen-Juwel Kai Havertz zu den Bayern aus. Es gilt als offenes Geheimnis, dass die Münchner auch an Havertz interessiert sind, allerdings hatte der frühere FCB-Präsident Uli Hoeneß ("Den würden wir sicherlich gerne haben") bereits eingeräumt, dass ein Ad-Hoc-Wechsel des 20-Jährigen schwer vorstellbar sei. Havertz wäre bei den Bayern wohl erst 2021 eine Option. Kohler sieht auch sportlich aktuell wenig Grund für einen entsprechenden Vorstoß. Der Ex-Profi würde Havertz raten "noch ein Jahr in Leverkusen zu bleiben. Der Schritt zu einem absoluten Top-Klub könnte für ihn zu früh kommen. Havertz, der am Donnerstag 21 wird, ist bei aller Klasse noch sehr jung und braucht vor allem Spielzeit."

Chance verpasst! Diese Spieler schafften den Durchbruch beim FC Bayern nicht

Für Lukas Podolski, Landon Donovan und Mitchell Weiser blieb der ganz große Durchbruch beim FC Bayern aus. Sie waren nicht die einzigen. Bei wem noch? Das erfahrt Ihr in der Bildergalerie. Zur Galerie
Für Lukas Podolski, Landon Donovan und Mitchell Weiser blieb der ganz große Durchbruch beim FC Bayern aus. Sie waren nicht die einzigen. Bei wem noch? Das erfahrt Ihr in der Bildergalerie. ©

Völler hat "eine kleine Hoffnung" auf Havertz-Verbleib

Die Zeichen beim Mittelfeldspieler stehen allerdings eher auf Trennung am Saisonende. "Ich hab' immer so eine kleine Hoffnung, dass wir ihn hier noch ein Jährchen behalten können und dürfen", sagte Bayer-Sportchef Rudi Völler in der vergangenen Woche bei Sky. Der von mehreren europäischen Topklubs wie dem FC Bayern München umworbene Havertz ist vertraglich bis 2022 an Leverkusen gebunden.

Havertz selbst hatte die Tür für einen Abschied aus Leverkusen nach der Corona-Zwangspause nicht wirklich geschlossen. Es sei klar, "dass im Moment viel spekuliert wird, ist ganz normal", sagte Havertz, der sich seit Wochen in Gala-Form befindet - aber nach eigenem Bekunden derzeit nur an die Werkself denkt. "Im Moment konzentriere ich mich voll auf Leverkusen. Die Spiele mit Bayer stehen im Vordergrund, für alles andere werden wir am Ende der Saison eine Lösung finden", erklärte er nach dem Sieg gegen Gladbach bei Sky.