19. Oktober 2019 / 19:49 Uhr

Krisen-Stimmung beim FC Bayern nach Augsburg-Remis - Manuel Neuer: "Ein Kopfproblem"   

Krisen-Stimmung beim FC Bayern nach Augsburg-Remis - Manuel Neuer: "Ein Kopfproblem"   

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hängende Köpfe beim FC Bayern: Mit dem 2:2 in Augsburg ist der schlechteste Saisonstart seit neun Jahren perfekt.
Hängende Köpfe beim FC Bayern: Mit dem 2:2 in Augsburg ist der schlechteste Saisonstart seit neun Jahren perfekt. © imago images/Nordphoto
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Sieg verspielt, Süle verletzt: Beim FC Bayern München ist die Stimmung nach dem 2:2 beim FC Augsburg im Keller. Während die Bosse nach dem Spiel schwiegen, sprach Nationaltorhüter Manuel Neuer Klartext.

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Das einzig Gute an der Rückreise der Bayern im Mannschaftsbus am Samstagabend von Augsburg nach München: die mit einer guten Stunde recht kurze Fahrtzeit. Denn selten war man beim FC Bayern München so gefrustet wie nach diesem 2:2 beim FC Augsburg - mit dem Ausgleich in der Nachspielzeit durch Alfred Finnbogason verspielte man zwei Punkte.

Damit steht fest: Das 1:2 vor zwei Wochen gegen die TSG Hoffenheim war also doch kein Ausrutscher. Nur ein Punkt aus zwei Partien gegen diese Gegner aus der unteren Tabellenhälfte sind viel zu wenig. Wie auch folgende Bilanzen: Von den ersten acht Bundesliga-Spielen hat Bayern nur vier gewonnen, damit ist der schlechteste Saisonstart seit neun Jahren perfekt. Damals stand man mit nur elf Punkten auf Rang zehn.

Komplett bedient verließen die Bosse die Augsburger WWK-Arena. Auf die Frage, ob er für die Journalisten kurz Zeit habe, antwortete Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge: „Ich habe Zeit, aber ich rede nicht.“ Und Präsident Uli Hoeneß meinte mit zusammengekniffenen Lippen: „Nein, leider nicht.“ Richtig schlecht drauf war auch Kapitän Manuel Neuer: „Das ist nicht unser Anspruch. Ich will nicht sagen, das war überheblich, aber das war zu lässig. Vielleicht sind wir zu selbstbewusst. Das ist schon ein Kopfproblem. Das ist nicht Bayern-like.“ Harte Worte vom Nationaltorhüter, dem Trainer Niko Kovac widersprach: „Das hat nichts mit Lässigkeit zu tun. Das hat was mit Konzentration zu tun. Dann muss man eben agieren. Wir haben schlecht agiert. Mich ärgert maßlos, dass wir in den entscheidenden Situationen nicht so verteidigen, wie ich mir das vorstelle.“

Der FC Bayern in Noten: Die Einzelkritik zum Unentschieden beim FC Augsburg

Der FC Bayern hat beim FC Augsburg den Sieg in letzter Minute vergeben und nur 2:2-Unentschieden gespielt. Für den <b>SPORT</b>BUZZER hat Patrick Strasser die Bayern-Stars in Noten bewertet - klickt euch durch! Zur Galerie
Der FC Bayern hat beim FC Augsburg den Sieg in letzter Minute vergeben und nur 2:2-Unentschieden gespielt. Für den SPORTBUZZER hat Patrick Strasser die Bayern-Stars in Noten bewertet - klickt euch durch! ©
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Nach dem frühen Rückstand durch Marco Richter nach nur 30 Sekunden (schnellstes Tor der aktuellen Bundesliga-Saison) drehte der Meister die Partie durch die Tore von Robert Lewandowski und Serge Gnabry. Doch dann kam der späte Ausgleich. Zuvor hatte Thomas Müller, zum sechsten Mal hintereinander beim Anpfiff nur auf der Ersatzbank und erst nach 80 Minuten für Philippe Coutinho eingewechselt, die große Chance auf das 3:1. Er verzog, wirkte verunsichert.

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Die Bayern hatten die Kontrolle über das Spiel, ließen zu viele Chancen liegen. Viele Beobachter irritierte, dass Kovac„ein gutes Spiel“ seiner Mannschaft sah, „positionstechnisch“ wie der 48-Jährige erklärte. Und weiter: „Ich finde, die Mannschaft, die heute auf dem Platz war, hat es außerordentlich gut gemacht.“ So rechtfertigte er den Verzicht auf Müller.

FCB-Trainer Kovac: "Augsburg hatte überhaupt keinen Ballbesitz"

Was Kovac auf die Palme brachte: „Augsburg hatte überhaupt keinen Ballbesitz. Sie sind eigentlich nur hinterhergelaufen. Wir haben die Chancen nicht gemacht und sie so am Leben gelassen“, erklärte der Kroate bei Sky, „dass wir dann den Ausgleich kriegen ist schlimm, aber noch schlimmer ist die Verletzung von Niklas Süle.“ Bei Bayern befürchtet man nach ersten Untersuchungen einen Kreuzbandriss im linken Knie. „Es sieht danach aus, dass er sich schwer verletzt hat, dass das Kreuzband beschädigt ist. Jetzt müssen wir schauen, in wie weit andere Bereiche im Knie in Mitleidenschaft gezogen sind. Das gibt dem Spiel noch eine besondere Note.“ Und macht die Niedergeschlagenheit der Bayern noch größer. Nach langer Behandlung musste Abwehrchef Süle, gestützt von Betreuern, in die Kabine. Später verließ der 24-Jährige auf Krücken die Arena. Eine lange Pause droht, womöglich sogar das Aus für die EM 2020.

FC Bayern gegen FC Augsburg in letzter Sekunde Remis

Der FC Bayern ist angekommen in seiner nächsten Herbst-Krise. Vor einem Jahr stand man noch schlechter da. Hat Trainer Kovac seine Lektion gelernt aus der Herbst-Krise 2018, die ihn Ende November nach einem 2:3 in Dortmund und dem hanebüchenen 3:3 gegen Aufsteiger Düsseldorf nach 3:1-Führung beinahe den Job gekostet hätte?

Am Montag reisen die Bayern nach Athen, dort geht es am Dienstag in der Champions League zu Olympiakos Piräus. Man wird nun noch genauer hinschauen, wie sich Kovacs Mannschaft in seinem zweiten Jahr spielerisch entwickelt. In Augsburg führten Einzelaktionen zu den Toren, die Gegentreffer resultierten aus mangelnder Konzentration und fehlender Gier. Keine gute Mischung.

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