01. August 2019 / 14:35 Uhr

Darum will der FC Bayern Leon Bailey nicht - und sechs weitere Fakten vor dem Supercup gegen den BVB

Darum will der FC Bayern Leon Bailey nicht - und sechs weitere Fakten vor dem Supercup gegen den BVB

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Personalien Leon Bailey, Kingsley Coman, Leroy Sané und Jerome Boateng halten den FC Bayern auf Trab
Die Personalien Leon Bailey, Kingsley Coman, Leroy Sané und Jerome Boateng halten den FC Bayern auf Trab © imago images / eu-images
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Der Wirbel um Leon Bailey, die Transferposse um Leroy Sanè, die Verletzung von Kingsley Coman und das überraschende Comeback von Jerome Boateng - der SPORTBUZZER beleuchtet vor dem Supercup gegen den BVB die wichtigsten Personalien beim FC Bayern.

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Im Netz frohlockten zahlreiche Anhänger des FC Bayern nach dem 7:8 ihrer Mannschaft gegen Tottenham Hotspur im Vorbereitungsturnier Audi Cup: Eine Niederlage in der heimischen Allianz Arena im Elfmeterschießen gegen einen Premier-League-Klub. Ein gutes Omen! Denn dann gewinnt Bayern in der darauffolgenden Saison die Champions League. Wie 2013 nach dem „Finale dahoam“ ein Jahr zuvor, das man an Ort und Stelle gegen den FC Chelsea ebenfalls erst im Elfmeterschießen verloren hatte. Ein bisschen Spaß muss sein.

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Am Samstag wird es ernst. Bei Vizemeister Borussia Dortmund geht es um das erste Titelchen der Saison, den Supercup (20.30 Uhr, ZDF und DAZN live). Eine erste Standortbestimmung und „immer ein Härtetest“, wie Manuel Neuer sagte. Nach fünf Testspielen in der Vorbereitung gegen internationale Gegner (drei Siege, eine Niederlage und ein Unentschieden) freue man sich auf das Spiel, so der Bayern-Kapitän, denn der BVB habe „aufgerüstet und eine starke Mannschaft“.

Der SPORTBUZZER beantwortet zum Abschluss der Bayern-Vorbereitung die wichtigsten Fragen rund um den deutschen Rekordmeister.

Warum will man Leon Bailey trotz Personal-Engpass nicht?

Rasch dementierten die Bayern nach dem Testspiel das Gerücht, man sei sich mit dem Leverkusener Flügelspieler über einen Transfer im Sommer einig, das hatte transfermarkt.de berichtet. Doch Trainer Niko Kovac sagte: „Eigentlich bin ich für Transfers nicht zuständig, aber das ist nicht wahr.“ Eine Ente. Denn die Bayern wollen den Kader erst mit Hochkarätern wie Leroy Sané verstärken und erst wenn die Top-Transfers scheitern, den Kader mit 1B- oder 1C-Lösungen auffüllen.

Die Zu- und Abgänge des FC Bayern im Sommer 2019

Benjamin Pavard und Lucas Hernández (v. l.) schließen sich zur neuen Saison dem FC Bayern München an. Mats Hummels wiederum wird den Rekordmeister verlassen.  Zur Galerie
Benjamin Pavard und Lucas Hernández (v. l.) schließen sich zur neuen Saison dem FC Bayern München an. Mats Hummels wiederum wird den Rekordmeister verlassen.  ©

Wie wichtig ist den Bayern die Titelverteidigung im Supercup?

Kovac erklärte, man werde das Spiel in Dortmund „sehr ernst nehmen – wie letztes Jahr in Frankfurt.“ Vor einem Jahr siegte Bayern beim Pokalsieger Eintracht mit 5:0. Laut Thomas Müller ist der Supercup „sehr wichtig, auch für den ganzen Verein.“ Denn: „In Dortmund zu spielen hat immer eine gewisse Brisanz. Wir werden alles reinlegen am Samstag.“

Wie fit sind die Bayern schon?

Gegen Tottenham standen mit Neuer, Abwehrchef Niklas Süle, Neuzugang Benjamin Pavard und dem zuvor Langzeitverletzten Corentin Tolisso lediglich vier gestandene Profis in der Startelf. Weil zahlreiche Stammkräfte geschont wurden (Joshua Kimmich, Leon Goretzka sowie die leicht angeschlagenen Serge Gnabry und Javi Martínez), mussten Drittligaspieler aus der zweiten Mannschaft und A-Jugendliche die entstandenen Lücken füllen. Die Rasselbande machte es ordentlich, aber erst als nach der Pause und dem 0:2-Rückstand mehr Profis eingewechselt wurden, konnte Bayern durch Fiete Arp und Alphonso Davies ausgleichen. „Der aktuelle Stand der Mannschaft ist sehr gut“, meinte Kovac. Bis zum Bundesliga-Start am 16. August gegen Hertha BSC habe man noch Zeit für den „Feinschliff“.

Wer hat sich schon Stammplätze gesichert?

Vor Torhüter Neuer steht die Viererkette mit Rechtsverteidiger Kimmich und Linksverteidiger David Alaba. Im Abwehrzentrum eine Überraschung: Neben Süle wird in Dortmund nicht Neuzugang Pavard (braucht mehr Eingewöhnungszeit, wirkte noch nicht stabil), sondern Jérôme Boateng verteidigen. Er ist fit und in erstaunlicher Form – obwohl sein Abgang bereits beschlossene Sache schien. „Ich denke, dieser Jérôme Boateng, der so Fußball spielt, der tut uns gut“, lobte Müller. Vor der Abwehr ist Thiago als Sechser eine Bank, neben ihm Leon Goretzka und Renato Sanches, einer der Gewinner der Vorbereitung. Mittelstürmer und Toptorjäger Robert Lewandowski ist gesetzt. Lediglich die Außen sind offen – siehe nächste Frage.

Diese Spieler waren seit 1980 für den FC Bayern und den BVB aktiv

Robert Lewandowski und Mario Götze: Zwei Profis, die in ihrer Karriere schon für den BVB und den FC Bayern aktiv waren. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt, welche anderen Stars schon als Doppelagenten fungierten. Zur Galerie
Robert Lewandowski und Mario Götze: Zwei Profis, die in ihrer Karriere schon für den BVB und den FC Bayern aktiv waren. Der SPORTBUZZER zeigt, welche anderen Stars schon als "Doppelagenten" fungierten. ©

Wie schwer ist die Verletzung von Kingsley Coman?

Der 23-jährige Linksaußen musste am Mittwoch nach nur fünf Minuten Spielzeit sofort wieder ausgewechselt werden, sein schmerzverzerrtes Gesicht schockte die Bayern. Doch der Franzose, der sich 2018 zweimal das Syndesmoseband im Knöchel gerissen hatte, hat nicht allzu viel abbekommen. Der Klub vermeldete am Donnerstag eine lediglich eine Knieprellung und kündigte an, dass Coman wohl schon am Freitag ins Training zurückkehren könne. Damit kann der Flügelspieler eventuell schon beim Supercup wieder auflaufen. Da Gnabry (muskuläre Probleme) für die Partie fraglich ist, dürfte Müller auf Rechtsaußen rücken und – für den Fall der Fälle – das starke Talent Davies bereitstehen.

Wie geht es in der Posse um Sané weiter?

Laut Bild haben die Bayern Manchester City nun ein offizielles Angebot vorgelegt, am Spieler selbst baggert man ja bereits seit dem Frühjahr. Wie das Fachmagazin Kicker und die Bild am frühen Donnerstagabend vermeldete, habe sich der Nationalspieler von Manchester City für einen Wechsel zum FC Bayern entschieden. Demnach solle der Flügelstürmer bei den Münchnern einen Vier-oder Fünfjahresvertrag erhalten. Als Ablöse werde eine Summe jenseits der 100-Millionen-Euro-Marke fällig. Damit wäre Sané, der zudem ein üppiges Gehalt beziehen dürfte, der teuerste Spieler der Bundesliga-Geschichte. Die Bayern haben die Medienberichte wenige Stunden via Twitter dementiert.

Welches Standing hat Kovac nun?

Mit der öffentlichen Zurechtweisung von Kovac führte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge („Mir hat die Aussage nicht gefallen. Da mache ich keinen Hehl draus“) seinen Trainer wieder einmal vor. Der musste sich für sein offensives Vorpreschen im Zuge des geplanten Sané-Transfers via TV entschuldigen, um die verärgerten Chefs von Manchester City wieder zu besänftigen. Obwohl die Mannschaft eine gute Vorbereitung spielt und taktische Fortschritte zu erkennen sind, wurde damit die Position Kovacs zu Beginn seines zweiten Amtsjahres wieder geschwächt.

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