31. Juli 2019 / 12:05 Uhr

Kommentar: Der Transferpoker um Leroy Sané wird beim FC Bayern zu einem Machtkampf

Kommentar: Der Transferpoker um Leroy Sané wird beim FC Bayern zu einem Machtkampf

Tom Vaagt
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Zwischen Karl-Heinz Rummenigge und Niko Kovac entwickelt sich rund um den Sané-Poker ein Machtkampf, meint SPORTBUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt. 
Zwischen Karl-Heinz Rummenigge und Niko Kovac entwickelt sich rund um den Sané-Poker ein Machtkampf, meint SPORTBUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt.  © Getty Images
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Beim Transfergezerre um Leroy Sané geht es für den FC Bayern längst nicht mehr allein um sportliche Aspekte. Die Personalie lastet auf dem Klub und offenbart Gräben zwischen Trainer Niko Kovac und Boss Karl-Heinz Rummenigge. Ein Kommentar von SPORTBUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt.

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Der Boss des FC Bayern sitzt in Manchester. So scheint es dieser Tage zumindest. Seit Wochen bestimmt kein Protagonist das Geschehen beim deutschen Rekordmeister so sehr wie Leroy Sané. Er kommt, er kommt nicht, vielleicht kommt er wirklich, er wird ganz sicher nicht kommen - fast im Stundentakt überschlagen sich vermeintlich neue Sachlagen. Das ist in Zeiten eines komplett überhitzten Spielermarktes nichts Besonderes. Was die Situation außergewöhnlich macht: Die Bayern-Bosse nehmen aktiv an diesem Hickhack teil, befeuern Gerüchte - und sind sich zu allem Überfluss selbst nicht einig, wie man mit all dem Wirbel umgehen soll. Was als Transferpoker begann, hat sich auch zu einem Machtkampf entwickelt.

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Die Hauptdarsteller dieser Posse: Bayern-Trainer Niko Kovac auf der einen Seite, Klubchef Karl-Heinz Rummenigge und Sportdirektor Hasan Salihamidzic auf der anderen. Der Coach hatte bereits vor rund fünf Wochen vier neue Profis gefordert, Sané danach noch einmal deutlich zu seinem Wunschspieler erklärt und zuletzt öffentlich betont, dass er zuversichtlich sei, den ManCity-Stürmer "bekommen zu können". Rummenigge "gefiel das gar nicht", wie er am Dienstagabend mitteilte. Klar: Die Aussagen der Trainers erhöhen den Druck auf die Vereinsführung, endlich Stars und möglichst Sané zu liefern.

Kovac untergräbt Rummenigges Autorität

Kommt der Nationalspieler nicht, würde sich der Eindruck erhärten, die Bayern hätten sich in dieser Personalie verrannt. Kovac könnte bei etwaigen Misserfolgen auf mangelnde Qualität im Kader verweisen. Aktuell aber noch viel schlimmer für Rummenigge: Kovac widersetzte sich seiner klaren Ansage, zu potenziellen neuen Spielern zu schweigen. Ein Autoritätsverlust, ausgelöst von jenem Mann, von dessen Befähigung als Bayern-Trainer der Vorstandschef schon in der Vergangenheit nicht überzeugt war.

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Benjamin Pavard und Lucas Hernández (v. l.) schließen sich zur neuen Saison dem FC Bayern München an. Mats Hummels wiederum wird den Rekordmeister verlassen.  ©
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"Es gibt bei Bayern München keine Jobgarantie – für niemanden. Jeder, der bei Bayern München angestellt ist, muss liefern. Wer mit diesem Druck nicht umgehen kann, ist falsch", hatte Rummenigge bereits im vergangenen April in Richtung von Kovac gesagt. Den Münchnern war am Vortag ein 5:0 gegen Borussia Dortmund gelungen. Rummenigge ließ es sich dennoch nicht nehmen, falsche Methoden des Trainers in der Hinrunde zu erwähnen und zu verdeutlichen, dass die Mannschaft erst durch das Eingreifen der Klubführung wieder auf Kurs gekommen sei.

Bayern-Fassade beginnt zu bröckeln

Knapp vier Monate später schiebt Kovac den "Schwarzen Peter" mit seinem Aussagen nun in Richtung der für die Transfers Verantwortlichen zurück. Botschaft: Auch Rummenigge und Salihamidzic müssen liefern. Für die Lösung des Konflikts kann eigentlich nur einer sorgen. Sané mit seiner Unterschrift in München. Doch der "Boss" der Bayern schweigt im fernen Manchester und kann mitansehen, wie man sich in München an seiner Personalie aufreibt. Die Fassade des deutschen Rekordmeisters beginnt schon rund zwei Wochen vor Bundesliga-Start zu bröckeln.

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