13. März 2019 / 13:48 Uhr

FC Bayern vs. Liverpool: Niko Kovac und Jürgen Klopp im Check - welcher Trainer hat mehr zu verlieren? 

FC Bayern vs. Liverpool: Niko Kovac und Jürgen Klopp im Check - welcher Trainer hat mehr zu verlieren? 

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bayerns Niko Kovac (l) und Liverpool-Coach Jürgen Klopp (r) kämpfen am Mittwoch um den Viertelfinaleinzug. 
Bayerns Niko Kovac (l) und Liverpool-Coach Jürgen Klopp (r) kämpfen am Mittwoch um den Viertelfinaleinzug.  © imago images / Sven Simon
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Das Rückspiel im Champions-League-Achtelfinale zwischen dem FC Bayern und Liverpool ist auch der Zweikampf der beiden Trainer Niko Kovac und Jürgen Klopp. Wer hat mehr zu verlieren? Auf welchem Coach lastet der größere Druck? Der SPORTBUZZER macht vorab den Check. 

Es wird Tore geben diesmal, wenn Bayern und Liverpool erneut aufeinandertreffen - so viel ist sicher. Spätestens in einem möglichen Elfmeterschießen. Niko Kovac prophezeite am Montagnachmittag: „Ein 0:0 wird es nicht.“ Hatte der Bayern-Trainer allerdings auch vor dem Achtelfinal-Hinspiel gesagt. Die Fans erwartet wohl die zweite Ausgabe der Operation Rasenschach.

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Wie beim torschussarmen 0:0 an der Anfield Road dürfte die Risikobereitschaft auch beim Rückspiel auf beiden Seiten minimal sein, mutiger Angriffsfußball klein geschrieben werden. Umschaltsituationen, in denen beide Teams ihre Schnelligkeit ausspielen können, will man tunlichst verhindern. Ein Abtasten. Wie bei einem Fechtkampf. Ein Schritt vor, zwei zurück. Die Deckung zählt. Wer blitzartig vorprescht und den einen entscheidenden Treffer landet, gewinnt. Fertig zum Gefecht des Jahres? „En garde!“, also: Bereit zum Kampf!

Niko Kovac: Bilder seiner Karriere

Niko Kovac war von Juli 2018 bis November 2020 Trainer des FC Bayern München. Der <b>SPORT</b>BUZZER wirft einen Blick zurück auf die Karriere des Kroaten, der in Berlin geboren wurde und in seiner aktiven Laufbahn schon für die Münchner spielte. Zur Galerie
Niko Kovac war von Juli 2018 bis November 2020 Trainer des FC Bayern München. Der SPORTBUZZER wirft einen Blick zurück auf die Karriere des Kroaten, der in Berlin geboren wurde und in seiner aktiven Laufbahn schon für die Münchner spielte. ©

Wer hat mehr zu verlieren - Kovac oder Klopp?

Die Frage lautet: Wer hat mehr zu verlieren? Der FC Liverpool als Finalteilnehmer 2018 oder der FC Bayern, der seit der Saison 2011/12 immer mindestens das Viertelfinale erreichte, seit dem Triumph 2013 aber trotz vier Halbfinal-Teilnahmen stets das Endspiel verpasste? Die Antwort: Beide. Ein Achtelfinal-Aus ist im Selbstverständnis der Klubs nicht vorgesehen. Und die Trainer? Kovac hat etwas zu gewinnen, im eigenen Hause wie international: Respekt und Anerkennung – plus einen ruhigen Start in sein zweites Vertragsjahr, der angekündigten Umbruch-Saison.

Da könnte jeder noch so international renommierte und anerkannte Trainer auf dem Markt frei werden. Das zigfache Schulterklopfen nach einem Weiterkommen gegen Liverpool würde den nur 1,76m-großen Kovac wachsen lassen, der hoch aufgeschossene Klopp (1,91m) hingegen würde durch die unzähligen Trostklapser wieder auf Nicht-Messias-Maß schrumpfen.

Jürgen Klopp: Seine Karriere in Bildern

Als Spieler schon bei Mainz 05: Jürgen Klopp (rechts) bestritt 325 Zweitligapartien. Zur Galerie
Als Spieler schon bei Mainz 05: Jürgen Klopp (rechts) bestritt 325 Zweitligapartien. ©

Der 51-Jährige muss liefern, frische Silberware in den Vitrinenschrank des FC Liverpool bringen. Auch am Ende seiner vierten Saison könnte er ohne Titel dastehen. Als Klopp im Oktober 2015 vorgestellt wurde, versprach er kühn: „Wenn ich hier in vier Jahren sitze, dann, so denke ich, haben wir einen Titel gewonnen. Da bin ich mir ziemlich sicher.“ Das hört der Fan gerne, erinnert sich jedoch daran, wenn nichts draus wird. Die Stimmung könne sich „schnell drehen“, sagt TV-Experte Didi Hamann, einst bei beiden Vereinen aktiv, „das Ding steht auf der Kippe.“

An der Säbener Straße hat der immer sachliche und ruhige Kovac in seinem ersten, turbulenten Jahr aus der zweifach aufflammenden Herbst-Krise gelernt. Weniger Rotation, mehr Klarheit im Kader durch eine straffere Hierarchie. Der Leistungsgedanke wurde in den Vordergrund gerückt, nicht der Anspruch, Stars zu schonen oder zu besänftigen. Weniger Kumpeltyp, mehr Fußballlehrer. Weniger Diplomatie, mehr Pragmatismus – konsequent, aber eben auch lern- und anpassungsfähig. „Ich wüsste keinen Trainer der Welt, der das in dieser Situation bis heute hätte besser machen können als Niko Kovac“, sagte Hamann der SZ, „die Bayern müssen froh sein, dass sie Kovac haben.“


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Ich verspüre keinen Druck. Angst und Druck kenne ich nicht. Anspannung ist immer da, das gehört zum Fußball dazu“, betont Kovac mit ruhiger Stimme. Klopp, der aus seiner Emotionalität Kraft zieht und sie laut und gestenreich an seine Mannschaften vermittelt, sagte einst dem Spiegel: „Ich spüre nur den Druck, den man sich eben macht, wenn man ein Fußballspiel gewinnen will. Seit meinem fünften Lebensjahr ist das so. Wenn ich mit dem Fahrrad zum Spiel gefahren bin, wollte ich unbedingt gewinnen.“

Er spüre stattdessen stets „die Chance“. So auch jetzt. Man brauche am Mittwoch „eine außergewöhnliche Leistung“, so Klopp. Die Bayern seien „offenkundig in einer anderen Phase als vor dem Hinspiel, es ist ein deutlich besserer Zeitpunkt für sie“, sagte Klopp. Aber: „Wir sind stark genug, ihnen einen guten Kampf zu liefern. Na dann: „Allez!“ - Los!

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