27. Oktober 2020 / 20:49 Uhr

Kimmich-Dropkick rettet FC Bayern: Titelverteidiger feiert mühevollen Sieg bei Lok Moskau

Kimmich-Dropkick rettet FC Bayern: Titelverteidiger feiert mühevollen Sieg bei Lok Moskau

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Joshua Kimmich hat den FC Bayern gegen Lok Moskau zum Sieg geschossen.
Joshua Kimmich hat den FC Bayern gegen Lok Moskau zum Sieg geschossen. © Getty Images
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Der FC Bayern München hat in der Champions League den zweiten Sieg im zweiten Spiel eingefahren. Dank eines späten Treffers von Joshua Kimmich gewann der Titelverteidiger in einem über weite Strecken ausgeglichenen Spiel mit Mühe bei Lokomotive Moskau.

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Dank eines sehenswerten Treffers von Joshua Kimmich hat der FC Bayern München auch das zweite Spiel der Champions-League-Gruppenphase gewonnen. Der Titelverteidiger setzte sich in einem über weite Strecken ausgeglichenen und abwechslungsreichen Spiel mit 2:1 (1:0) bei Lokomotive Moskau durch und bleibt Tabellenführer der Gruppe A. Leon Goretzka (14.) hatte den deutschen Meister früh in Führung geköpft, Anton Miranchuk (70.) glich für die nach Wiederanpfiff verbesserten Russen aus. Ein Dropkick von Kimmich (79.) von außerhalb des Strafraums sorgte letztlich für den Arbeitssieg des FCB.

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Bayern-Trainer Hansi Flick vertraute der gleichen Mannschaft, die in der Vorwoche zum Auftakt der Königsklasse Atlético Madrid mit 4:0 abgeschossen hatte. Das bedeutete auch, dass der am Sonntag aus seiner Corona-Quarantäne zurückgekehrte Serge Gnabry ebenso wie Leroy Sané, der nach seiner Knieverletzung noch nicht wieder bei 100 Prozent ist, zunächst auf der Bank saß. Flick kündigte an, dass Weltmeister Thomas Müller stattdessen auf der rechten Außenbahn spielen werde, allerdings "mehr in der Halbspur, wo er seine Stärken hat". Im Vergleich zum 5:0 gegen Eintracht Frankfurt wechselte Flick viermal: Neben Corentin Tolisso kehrten Benjamin Pavard, Niklas Süle und Lucas Hernandez zurück in die Abwehrreihe.

FC Bayern in Noten gegen Lokomotive Moskau: Die Einzelkritik

 Der FC Bayern gegen Lokomotive Moskau in der Einzelkritik. Zur Galerie
Der FC Bayern gegen Lokomotive Moskau in der Einzelkritik. ©

Die Bayern hatten zunächst mehr vom Spiel, Lok Moskau zog sich zurück - hatte allerdings früh eine Riesen-Chance. Bei einer Flanke von der rechten Seite stand plötzlich Fedor Smolov komplett frei vor Manuel Neuer, köpfte den Ball aber genau auf den Weltmeister (4.). Die FCB-Abwehr hatte vergeblich auf Abseits gespielt. Auf der Gegenseite kamen die Münchner Angreifer dann auch auf Touren: Lewandowski wurde nach einer Ecke am Körper getroffen, der Ball trudelte aber knapp vorbei (8.). Das 1:0 kurze Zeit später resultierte aus einer traumhaften One-Touch-Kombination über Tolisso und Pavard, die Goretzka am kurzen Eck mit einem Kopfball zur Führung verwertete (14.). Nach einer ähnlichen Kombination über den Nationalspieler und Pavard scheiterte Coman am linken Pfosten (25.) - es hätte bereits die Vorentscheidung sein können.

VAR nimmt Elfmeter-Pfiff für Lewandowski zurück

Bayern müsse vor der neuformierten Lok-Offensive "keine Angst haben", hatte der Ex-Moskauer Benedikt Höwedes dem SPORTBUZZER vor dem Spiel gesagt. Damit hatte er durchaus recht, auch in der zweiten Hälfte blieben die Münchner grundsätzlich dem 2:0 näher als die Russen dem 1:1. Beide Mannschaften stellten zur Pause um, bei den Bayern kamen Javi Martinez und Serge Gnabry für Leon Goretzka und Thomas Müller in die Partie, bei Lok der Ex-HSV-Profi Slobodan Rajkovic für Vedran Corluka. Die Münchner hatten auch im zweiten Durchgang große Möglichkeiten: Rajkovic musste gegen Joshua Kimmich in höchster Not klären (57.). Wenige Minuten später gab es sogar Elfmeter, nachdem Lewandowski gelegt wurde; der Videoschiedsrichter meldete sich jedoch zu Wort, im Vorfeld des Fouls hatte es eine Münchner Abseitsposition gegeben.

Zunehmend wurde die Partie ausgeglichener. Vladislav Ignatiev schoss eine Direktabnahme genau auf Neuer (68.), auf der Gegenseite ging ein Versuch von Coman eine Minute später knapp vorbei. Dass der FCB seine Chancen nicht nutzte, rächte sich. Zé Luis setzte sich auf Bayerns linker Abwehrseite stark durch und flankte passgenau auf Anton Miranchuk, der aus kurzer Distanz Neuer keine Abwehrmöglichkeit ließ - 1:1 (70.). Zé Luis hätte Lok sogar in Führung schießen können, anstatt auf den mitgelaufenen Zhemaletdinov zu legen (77.). Der Treffer fiel in einem sehr temporeichen Spiel dann auf der Gegenseite - ein Geniestreich von Kimmich, der einen Dropkick sehenswert ins Tor der Gastgeber ballerte, brachte das Münchner 2:1 (79.), das letztlich zum zweiten Champions-League-Sieg des FCB reichte. Grzegorz Krychowiak (90.+4) vergab aus Lok-Sicht die letzte Chance, sein Schuss ging nur Zentimeter am Tor vorbei.