09. Dezember 2019 / 21:07 Uhr

Lothar Matthäus rechnet mit dem FC Bayern ab: Deshalb steckt der Meister in der Krise

Lothar Matthäus rechnet mit dem FC Bayern ab: Deshalb steckt der Meister in der Krise

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Lothar Matthäus ist nach der jüngsten Krise mit dem FC Bayern ins Gericht gegangen.
Lothar Matthäus ist nach der jüngsten Krise mit dem FC Bayern ins Gericht gegangen. © imago images/Montage
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Nach den Niederlagen gegen Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach und dem Absturz auf Platz 7 geht Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hart mit dem FC Bayern ins Gericht. Dem Meister fehle es in der Offensive wie der Defensive an Qualität und vor allem an entscheidenden Feinheiten.

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Nach der zweiten Niederlage in Folge und dem Absturz auf Platz 7 in der Bundesliga-Tabelle hat Rekordnationalspieler Lothar Matthäus dem FC Bayern München ein ernüchterndes Zwischen-Zeugnis ausgestellt - und regelrecht mit dem Abo-Meister abgerechnet, der auch unter Interimstrainer Hansi Flick in die Krise zu stürzen scheint. Dass man nach 14 Spieltagen bereits deutlichen Rückstand auf Tabellenführer Borussia Mönchengladbach und dessen Verfolger hat, bezeichnete Matthäus in seiner Sky-Kolumne als "sehr große Überraschung".

Dabei sei der FCB sportlich gar nicht so schlecht, wies es die Tabellensituation besagt. "Ausgerechnet gegen die beiden Mannschaften, die jetzt ganz oben in der Tabelle stehen - nämlich Gladbach und Leipzig - hat Bayern jeweils eine Weltklasse-Halbzeit gezeigt", erklärte Matthäus. "Das waren sowohl im Borussia-Park als auch in Leipzig 45 Minuten, die eigentlich reichen müssen, um diese Spiele zu gewinnen. Genauso wie letzte Woche daheim gegen Leverkusen." Dennoch konnte man keines der besagten Spiele gewinnen.

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Lothar Matthäus sieht Chancenverwertung als Problem des FC Bayern

Dennoch fehle dem Rekordmeister etwas, "sonst wären sie jedes Mal als Gewinner vom Platz gegangen", urteilte der 58-Jährige, der von 1984 bis 1988 und nochmals von 1992 bis 2000 für den Rekordmeister spielte und 1990 mit der deutschen Mannschaft Weltmeister wurde. Der Kardinalfehler sei sowohl unter Ex-Trainer Niko Kovac als auch dessen Nachfolger Hansi Flick die mangelhafte Chancenverwertung.

"Sie sind weder effektiv noch kaltschnäuzig", kritisierte Matthäus. Dabei seien genau diese Fähigkeiten "typische Bayern-Merkmale". Mit Ausnahme von Robert Lewandowski, der allein 16 der 35 Bayern-Treffer erzielte, bleiben die meisten Offensivspieler hinter den Erwartungen zurück. Serge Gnabry hat mit vier Toren noch die beste Ausbeute, die insgesamt enttäuschenden Neuzugänge Philippe Coutinho und Ivan Perisic folgen mit drei Toren. Viel zu wenig kommt etwa von Kingsley Coman, der erst an drei Toren direkt beteiligt war.

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Doch nicht nur im Sturm sieht Matthäus den FC Bayern schwach aufgestellt. In der Defensive, so das Urteil des Sky-Experten, fehle es aufgrund der schweren Verletzungen von Niklas Süle und Lucas Hernandez an Tempo, weshalb es immer wieder Probleme gibt. Matthäus: "Geschwindigkeit ist das A und O im modernen Fußball. Aktuell müssen immer wieder Martinez oder Boateng in der Viererkette aushelfen. Ihnen fehlt der Speed, der gegen schnelle, junge Spieler nötig ist, wenn es hinten gefährlich wird."

Matthäus-Lösung: Tiefer stehen, "eventuell wäre das cleverer"

Der Rekordnationalspieler hat für die Probleme, mit denen Hansi Flick sich konfrontiert sieht, Lösungsansätze parat. Der FCB müsse tiefer stehen, um die Tempodefizite von Martinez und Boateng zu kompensieren. Auch wenn man damit seine offensive Gefährlichkeit einschränkt. Allerdings könne man unter diesen Umständen "immer noch dominant auftreten, ohne ständig ins offene Messer zu laufen. Eventuell wäre das cleverer."

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