30. Juli 2019 / 12:59 Uhr

FC Bayern: Louis van Gaal greift Franck Ribéry an - Ego-Vorwurf an FCB-Legende

FC Bayern: Louis van Gaal greift Franck Ribéry an - Ego-Vorwurf an FCB-Legende

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Egoismus-Vorwürfe: Ex-Bayern-Trainer Louis van Gaal sieht Franck Ribery nicht als Star an.
Egoismus-Vorwürfe: Ex-Bayern-Trainer Louis van Gaal sieht Franck Ribery nicht als "Star" an. © imago images / Fishing 4
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Er gilt als einer der besten Bayern-Spieler der Neuzeit: Franck Ribéry setzte beim FC Bayern München über Jahre Maßstäbe. Doch sein Ex-Trainer Louis van Gaal geht mit der FCB-Legende nun hart ins Gericht. Ribéry sei kein Star, habe immer nur an sich gedacht. Auch ManCity-Trainer Pep Guardiola wird von van Gaal hart kritisiert.

425 Pflichtspiele, 124 Tore und 182 Torvorlagen von 2007 bis 2019: Franck Ribéry ist eine echte Legende des FC Bayern München. Mit ihm gewann der FCB unter anderem 2013 die Champions League sowie neunmal die Deutsche Meisterschaft. Doch ist Ribéry auch ein Star? Ausgerechnet sein Ex-Trainer Louis van Gaal (2009 bis 2011 bei den Bayern) stellt dies in einem Interview mit France Football nun ungewöhnlich deutlich in Frage.

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Van Gaal mit Ego-Vorwurf an FC-Bayern-Legende: "Für mich war Figo ein Star. Ribéry nicht"

Der Holländer, der bei seiner letzten Trainer-Station Manchester United gescheitert war, spricht Ribéry vor allem die Mannschaftsdienlichkeit ab - im Gegensatz zu seinen Ex-Spielern Frank Rijkaard (Ajax Amsterdam) und Luis Figo (FC Barcelona): "Solche Spieler sind viel besser als andere, die die Öffentlichkeit als Star bezeichnet. Für mich war Figo ein Star. Ribéry nicht. Er dachte immer mehr an sich als an die Mannschaft", so van Gaal kritisch. "Ich habe Figo und Rijkaard trainiert, als sie in den Dreißigern waren. Mit 34 war Rijkaard offen für meine Ideen. Er nutzte seinen Status nicht für sich selbst, sondern für die Mannschaft."

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Eine heftige Schelte für den derzeit vereinslosen Ribéry, der nach seinem tränenreichen Bayern-Abschied auf der Suche nach einem neuen Verein ist. Egoistischen Spielern wie den skandalbehafteten Ribéry könne er nichts abgewinnen: "Ich glaube an das Team, nicht an den Einzelnen", macht van Gaal klar. "Wenn man große individuelle Talente in seinem Team hat, muss man sich leider immer an das Talent anpassen. Es wird dann schwieriger, ein richtiges Team aufzubauen."

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Van Gaal kritisiert neben Ribéry auch Guardiola: "Zieht lieber sein eigenes Ding durch"

Doch Ribéry ist nicht das einzige "Opfer" der neuen Van-Gaal-Kritik: Auch Pep Guardiola, seinen indirekten Nachfolger beim FC Bayern (nur getrennt durch die Amtszeiten von Andries Jonker und Jupp Heynckes), bekommt eine Breitseite des Holländers ab. Dabei gewann der Katalane mit Manchester City gerade zum zweiten Mal in Folge die Premier League und feierte Erfolge im FA-Cup und Ligapokal. "Guardiola gewann in dieser Saison alles, was es in England zu gewinnen gibt. Aber das höchste Niveau ist nun einmal in der Champions League. Und er hat sie weder mit City noch mit den Bayern gewonnen", kritisiert der Ex-Coach.

Van Gaal macht Guardiola vor allem einen Vorwurf: Dass er zuletzt keine großen internationalen Titel gewinnen konnte "liegt daran, dass er zu sehr mit seiner eigenen Mannschaft beschäftigt ist und dem Gegner nicht ausreichend Beachtung schenkt. Da muss es nämlich ein Gleichgewicht geben", weiß der "Tulpen-General". Während er selbst zu seiner aktiven Zeit darauf geachtet habe "den Gegner zu respektieren" achte Guardiola viel zu sehr auf sich selbst. "Er zieht halt einfach lieber sein eigenes Ding durch."

Die Bayern-Trainer seit Giovanni Trapattoni

<b>Giovanni Trapattoni</b> (1996-1998): In seinen zwei Jahren bei den Bayern schrieb der Italiener mit den legendären Sätzen Was erlauben Strunz? und Ich habe fertig im März 1998 Geschichte. In seiner ersten Saison konnte Bayern die deutsche Meisterschaft für sich entscheiden, kurz vor Ende von Trapattonis Amtszeit beim FCB gewannen sie auch den DFB-Pokal. Ab Sommer 1998 trainierte er dann den AC Florenz, wurde später unter anderem noch italienischer Nationaltrainer. Zur Galerie
Giovanni Trapattoni (1996-1998): In seinen zwei Jahren bei den Bayern schrieb der Italiener mit den legendären Sätzen "Was erlauben Strunz?" und "Ich habe fertig" im März 1998 Geschichte. In seiner ersten Saison konnte Bayern die deutsche Meisterschaft für sich entscheiden, kurz vor Ende von Trapattonis Amtszeit beim FCB gewannen sie auch den DFB-Pokal. Ab Sommer 1998 trainierte er dann den AC Florenz, wurde später unter anderem noch italienischer Nationaltrainer. ©

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