21. April 2020 / 11:33 Uhr

FC Bayern: Maier, Kahn, Neuer und Co. - das sind die fünf einflussreichsten Torhüter der Klub-Geschichte

FC Bayern: Maier, Kahn, Neuer und Co. - das sind die fünf einflussreichsten Torhüter der Klub-Geschichte

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Sepp Maier, Oliver Kahn, Manuel Neuer und Co. - der <b>SPORTBUZZER</b> stellt ein Top-5-Ranking der einflussreichsten Torhüter der Bayern-Geschichte auf.
Sepp Maier, Oliver Kahn, Manuel Neuer und Co. - der SPORTBUZZER stellt ein Top-5-Ranking der einflussreichsten Torhüter der Bayern-Geschichte auf. © imago images/Sammy Minkoff/Getty Images (Montage)
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Die Torhüter des FC Bayern stehen seit jeher im Fokus - und hatten entsprechend viel Einfluss, innerhalb des Teams und im Klub. Von Sepp Maier über Oliver Kahn bis Manuel Neuer: Der SPORTBUZZER liefert ein Top-5-Ranking der einflussreichsten Keeper der Bayern-Historie.

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Die Nummer eins beim FC Bayern war in der Vereinsgeschichte auch meist die Nummer eins der gesamten Mannschaft. Die Formel lautete oft: Der Torwart ist auch der Kapitän. Was natürlich damit zu tun hat, dass Torhüter ohnehin spezielle Charaktere sind (andere Formulierung für: positiv verrückt) und als Einzelkämpfer in einer Teamsportart ihre eigenen Wege gehen. Denn: Es kann immer nur einen geben – die Nummer zwei sitzt auf der Bank, bekommt den unschönen Status Ersatztorwart, darf fleißig trainieren und soll am besten nicht aufmucken.

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Siehe die bemitleidenswerten Stellvertreter von Bayerns Torwart-Legende Sepp Maier, die seit dem Bundesliga-Aufstieg des FC Bayern im Jahr 1965 bis zu dessen vorzeitigem Karriereende durch den folgenschweren Autounfall 1979 Dauer-Zuschauer waren. Deshalb sind die Torhüter Fritz Kosar (Maiers Vorgänger kam auf drei 90-minütige Bundesliga-Einsätze) und Manfred Seifert (wurde vier Mal eingewechselt) die einzigen, die Maier bei Unpässlichkeit vertreten durften - in 14 Spielzeiten. Maier war die unangefochtene Nummer eins, absolvierte 442 Bundesligaspiele in Serie - bis heute Rekord. Doch nicht nur seine Konstanz und Klasse sowie sein Charme und Witz als „Karl Valentin des Fußballs“ machte „den Sepp“ landesweit zur Ikone. Ein Gaudibursch, der intern knallhart sein konnte und daher beim folgenden Ranking der einflussreichsten Bayern-Torhüter aller Zeiten (unabhängig von ihren Titeln) auf Rang eins landet.

50 ehemalige Bayern-Spieler und was aus ihnen wurde

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1. Sepp Maier (1965-1979): Die „Katze von Anzing“ konnte ziemlich fauchen. Im März 1979 war es Maier, nach Franz Beckenbauer und Gerd Müller lediglich für vier Monate im Amt des Mannschaftskapitäns, für eine Revolution an der Säbener Straße sorgte. Mit Komplize Paul Breitner verhinderte Maier das Engagement des für sein knallhartes und erbarmungsloses Training bekannten Max Merkel, in den Sechzigern Meister mit 1860 München und dem 1.FC Nürnberg. Präsident Wilhelm Neudecker wollte den bei der Mannschaft beliebten, weil umgänglichen Pal Csernai durch Merkel ersetzen. Maier rief bei Neudecker an und stellte ihm ein Ultimatum: „Der Mannschaftsrat und ich als Kapitän möchten Ihnen übermitteln: Wenn am Montagmorgen ein neuer Trainer da ist, dann kommen wir nicht ins Training, dann streiken wir.“ Neudecker schäumte: „Sie reden ja wie ein Gewerkschaftsboss!“ Das Ende vom Lied: Merkel kam nicht, Neudecker trat wütend zurück. Maier hatte gewonnen. Ein einmaliger Vorgang.

Kahn kam als "Rohdiamant" - und ging als "Titan"

2. Oliver Kahn (1994-2008): Als „Rohdiamant“, so Manager Uli Hoeneß, kam Oliver Kahn 1994 vom Karlsruher SC nach München. Er sollte zum „Titan“ reifen und eine Ära prägen. 14 Spielzeiten, 429 Bundesliga-Partien für Bayern. Sein unstillbarer Siegeshunger und nie erlöschender Ehrgeiz riss seine Mitspieler mit, die Gegner fürchteten sich vor seiner Aura. „Wo ich bin, da spiele ich, fertig. Wenn nicht, gibt es Zoff, Ärger, Power und Kampf ohne Ende“, sagte er einmal. Bei Bayern Kapitän im Jahr 1998/89 als Vertreter von Thomas Helmer und ab 2002 nach der Ära Stefan Effenberg. Heute ist Kahn (50) Bayern-Vorstand, ab 1. Januar 2022 löst er Karl-Heinz Rummenigge als Vorstandsboss ab.

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3. Manuel Neuer (2011 bis heute): Als Schalke-Torhüter und vorheriges Mitglied der königsblauen Fanszene zunächst in München unerwünscht. Mit "Koan Neuer“-Plakaten protestierte die Südkurve. Setzte sich jedoch sportlich durch, erfand mit seinen Ausflügen als verkappter Libero das Torwartspiel neu. Löste 2017 nach dessen Rücktritt Philipp Lahm als Bayern-Kapitän ab. Kämpft aktuell um eine Vertragsverlängerung über 2021 hinaus und damit um Status sowie Macht als Nummer eins. „Vor allem möchte ich Vertrauen spüren, das ist mir das Wichtigste“, sagte Neuer am Sonntag im Poker, der zur öffentlichen Schlammschlacht werden könnte.

Manuel Neuer: Die Bilder seiner Karriere

Manuel Neuer hat als Spieler bereits unzählige Titel gewonnen - das ist die Karriere des Weltmeisters in Bildern! Zur Galerie
Manuel Neuer hat als Spieler bereits unzählige Titel gewonnen - das ist die Karriere des Weltmeisters in Bildern! ©

4. Jean-Marie Pfaff (1982-1988): Der Belgier glänzte bei der WM 1982 und kam danach als Weltstar nach München. Pfaff hatte Witz und Flair, sollte ein würdiger Nachfolger von Maier werden, was dem unglücklichen Walter Junghans nicht gelungen war. Pfaff galt ebenso als Spaßvogel wie als herausragender Keeper, der sich über Jahre ein erbittertes Duell mit Raimond Aumann (samt Ohrfeige von Pfaff im Training) lieferte. Kapitän war Pfaff jedoch nie.

Pfaff war ein Weltstar mit Witz und Flair

5. Raimond Aumann (1984-1994): Kam als A-Jugendlicher 1980 vom FC Augsburg, verdrängte 1984 Pfaff, als der sich verletzte. Doch nachdem Aumann im März 1986 einen Kreuzbandriss erlitt, war der Belgier wieder die Nummer eins. 1988 jedoch verließ Pfaff den Verein, Aumann war zurück und musste seinen Platz im Tor erst 1994 räumen. Ab 1991/92 Kapitän, legte das Amt jedoch nach Differenzen mit Trainer Erich Ribbeck im Januar 1994 nieder. Sportlich immer wieder umstritten, heute Fanbeauftragter des Vereins.