03. Januar 2021 / 19:50 Uhr

Mainz 05 singt und lacht nur eine Halbzeit: FC Bayern nach starker Aufholjagd wieder Tabellenführer

Mainz 05 singt und lacht nur eine Halbzeit: FC Bayern nach starker Aufholjagd wieder Tabellenführer

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Im zweiten Durchgang holte der FC Bayern auf überragende Weise auch dank Leroy Sané einen 0:2-Rückstand gegen Mainz auf.
Im zweiten Durchgang holte der FC Bayern auf überragende Weise auch dank Leroy Sané einen 0:2-Rückstand gegen Mainz auf. © Pressefoto Ulmer/Pool
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45 Minuten sah es so aus, als könnte der Mainz 05 seine Krise ausgerechnet beim FC Bayern beenden. Dann drehten die Münchner auf und verwandelten einen 0:2-Pausenrückstand noch in einen klaren Sieg. Der Lohn: Die Rückkehr an die Tabellenspitze.

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Die Sensation lag in der Luft, am Ende blieb eine Überraschung aber aus: Der FC Bayern München ist mit einem 5:2 (0:2)-Heimsieg gegen Abstiegskandidat 1. FSV Mainz 05 ins neue Jahr gestartet – musste gegen die Rheinhessen allerdings bis an die Schmerzgrenze gehen. Im ersten (und wohl auch einzigen Spiel) unter Interimstrainer Jan Siewert hatte der Tabellenvorletzte in der Allianz Arena zur Pause nach Toren von Jonathan Burkardt (32.) und Robin Hack (44.) durchaus verdient geführt, nach Wiederanpfiff sicherten Joshua Kimmich (50.), Leroy Sané (56.), Niklas Süle (70.) und Robert Lewandowski (76., Foulelfmeter und 83.) den nach Wiederbeginn drückend überlegenen Münchnern dennoch den Heimsieg und die Rückkehr an die Tabellenspitze.

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Die im Vergleich zur Pokal-Niederlage gegen Bochum auf vier Positionen veränderten Mainzer (unter anderem kam Torhüter Finn Dahmen als Vertreter des verletzten Robin Zentner zu seinem Bundesliga-Debüt) hatten sich im ersten Durchgang noch überraschend stark präsentiert. Die Aufbruchstimmung, die von den neuen Bossen um Sportvorstand Christian Heidel und Sportdirektor Martin Schmidt in den vergangenen Tagen vorgelebt worden war, wurde auf dem Platz greifbar. Die Rheinhessen hatten die erste dicke Chance, nach einem Konter setzte sich Burkardt gegen Jerome Boateng durch, scheiterte aber am überragend reagierenden Manuel Neuer (5.).

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Auf der Gegenseite kamen die Bayern, bei denen Sané den angeschlagenen Kingsley Coman ersetzte, zu ersten Abschlüssen. Dahmen war gleich doppelt gefordert, er löste es routiniert gegen Lewandowski (6.) und sehr aufmerksam, nachdem Jeremiah St. Juste einen Schuss von Sané gefährlich abgefälscht hatte. Der 22 Jahre alte Keeper packte vor der Torlinie zu (8.). Corentin Tolisso, der den Vorzug vor Leon Goretzka erhalten hatte, schoss aus guter Position allerdings links vorbei (16.). Der Meister blieb auch in der Folge dominant, allerdings setzte auch Mainz immer wieder Akzente.



Eine dieser Situationen führte zum 1:0: Nach einem langen Ball von Danny Latza behauptete sich der quirlige Burkardt gegen Boateng und schoss an Neuer vorbei ins Tor (32.). Die Münchner reklamierten wütend auf ein Foulspiel des Mainzer Angreifers, Schiedsrichter Markus Schmidt gab den Treffer jedoch auch nach einer Überprüfung durch den Videobeweis. Wenig später stand wieder Dahmen im Fokus, der allerdings überragend gegen Lewandowski parierte (36.). Das Privatduell zwischen Burkardt und Boateng indes war noch nicht beendet, ein Foul des Weltmeisters am Mainzer Stürmer resultierte in einem Freistoß. Diesen lupfte Daniel Brosinski auf den Kopf von Robin Hack, der wuchtig das 2:0 markierte (44.). Die deutliche Mainzer Pausenführung gegen die Bayern, die schon zum achten Mal in Folge in Rückstand geraten waren, daraus aber noch starke 18 Punkte holten.

FC Bayern dominiert die zweite Halbzeit nach Belieben

Damit schien das Glück der Gäste jedoch aufgebraucht. Latza schoss den Ball an den Münchner Pfosten (48.), nur zwei Minuten später klingelte es auf der Gegenseite. Der wieder genesene Kimmich leitete den Treffer erst ein und schloss ihn nach einer Flanke von Lewandowski selbst ab – der Anschluss (50.). Flick hatte zuvor reagiert, Süle und Goretzka für den schwachen Boateng und Pavard gebracht und Kimmich auf die rechte Seite gestellt – ein Glücksgriff, denn die Offensivpower des Nationalspielers brachte nicht nur das 1:2, sondern auch den Ausgleich.

Nachdem eine Flanke Kimmichs von Sané zunächst nicht verwertet werden konnte (54.), lief die Kombination zwei Minuten später besser. Kimmich bediente den zuletzt viel kritisierten Sané, der in bester Arjen-Robben-Manier nach innen zog und mit einem starken Linksschuss Dahmen überwand (56.). Die Mainzer Führung hatte die Halbzeit nur elf Minuten lang überdauert. Mainz ließ die Gelegenheit einer sofortigen Antwort ungenutzt verstreichen, Quaison traf per Distanzschuss nur die Latte (59.).

Die Partie blieb rastlos, Bayern jubelte über das 3:2, dem Eigentor von Leandro Barreiro (65.) wurde jedoch nach einem weiteren VAR-Einsatz die Anerkennung verweigert. So mussten die Bayern weiter anrennen. Süle sorgte nach einem Standard für das 3:2, Fernandes hatte noch entscheidend abgefälscht (70.). Am Ende wurde es deutlicher, als es der Spielverlauf hergab: Lewandowski verwandelte einen Foulelfmeter (76.) und legte per Rechtsschuss noch das fünfte FCB-Tor nach (83.).