19. Mai 2020 / 07:30 Uhr

Vertragspoker mit dem FC Bayern: Deshalb konterte Manuel Neuer die Rummenigge-Aussagen

Vertragspoker mit dem FC Bayern: Deshalb konterte Manuel Neuer die Rummenigge-Aussagen

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Das offensive Vorgehen von Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge (links) bei den Vertragsverhandlungen stören Bayern-Keeper Manuel Neuer.
Das offensive Vorgehen von Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge (links) bei den Vertragsverhandlungen stören Bayern-Keeper Manuel Neuer. © imago images/Sven Simon/Getty Images (Montage)
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Manuel Neuer und der FC Bayern - noch ist kein Ende des Vertragspokers in Sicht. Die offensiven Aussagen von Klub-Boss Karl-Heinz Rummenigge bezüglich einer angeblich bald anstehenden Einigung lassen den Kapitän kalt. Das steckt hinter der Strategie von Neuer.

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Im schwarzen Muskel-Shirt stand Manuel Neuer nach getaner Arbeit Rede und Antwort. Die Temperaturen an der „Alten Försterei“ in Berlin gaben das sportlich-legere Outfit fürs TV-Interview her – und so hitzig war das Geisterspiel des FC Bayern München bei Union Berlin auch nicht gewesen. Schon gar nicht für den Nationaltorhüter, eher eine Trainingseinheit unter leichtem Wettkampfstress. 2:0 gewonnen, drei Punkte eingesackt. Und die Serie eisern fortgeführt. Fünf Mal hintereinander hat Neuer nun kein Gegentor gefangen, hielt sich in acht von 12 Pflichtspielen der Rückrunde schadlos. Form und Zahlen stimmen beim 34-Jährigen.

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Das Interview nach Abpfiff war Neuers schwerste Prüfung des Tages. Weil er auf einen (Schnell-)Schuss reagieren musste, der zwar schon rund zwei Stunden zurücklag, den er nicht kommen sah und von dem er auch noch nichts gehört hatte – trotz der Stille im Stadion. Absender: Der ehemalige Angreifer Karl-Heinz Rummenigge. Man sei „in guten Gesprächen“ verkündete Bayerns Vorstandsboss in Sachen Vertragsgesprächen und ergänzte frohen Mutes: „Ich bin vorsichtig optimistisch, dass Manuel zeitnah das Angebot des FC Bayern annimmt.“ So, so. Neuers Chef setzte noch einen drauf: „Wir sind beide zufrieden. Manuel Neuer weiß, was er am FC Bayern hat, und der FC Bayern weiß, was er an Manuel Neuer hat.“ Es hatte etwas von einer Vorabankündigung. „Deshalb ist es eine Ehe, die auch in der Zukunft Bestand haben wird.“ Also über das aktuelle Vertragsende 2021 hinaus.

Neuer reagierte irritiert auf Rummenigge

Neuer, die weiße Weste in Person mit dem schwarzen Muskel-Shirt, reagierte irritiert auf Rummenigges Aussagen, äußerte sich eher defensiv. „Ich denke, dass Karl-Heinz Rummenigge im Bilde ist. Im Moment gibt es nichts zu verkünden und dabei bleibe ich auch. Es gibt da kein Ultimatum.“ Womit Neuer zwischen den Zeilen ausdrückte: Den Zeitpunkt, wann er sich entscheidet und wann es etwas zu verkünden gäbe, den wolle er bitteschön selbst bestimmen. Außerdem habe „der FC Bayern jetzt sowieso schon viel gemacht“. Will sagen: Die Verträge mit Trainer Hansi Flick, Thomas Müller und Alphonso Davies verlängert. „Ich denke, dass es jetzt nicht von Nöten ist, dass man so eine Entscheidung treffen muss.“ Bitte kein Vorpreschen mehr von der Gegenseite – Abstand halten ist das Gebot.

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Fehlte nur noch, dass Rummenigge seinem Torhüter beim Aufwärmen symbolisch einen kostbaren Kugelschreiber überreicht hätte – bei Flick ging das ja auf. Der Trainer unterschrieb, nachdem er tatsächlich Ende Februar einen wertvollen Stift zum Geburtstag erhalten hatte, im April bis 2023. Der große Unterschied zu Neuers Vertragspoker: Mit Flick waren die Gespräche schon auf der Zielgeraden, mit dem Kapitän und seinem Berater Thomas Kroth sind sie das noch nicht. Nach SPORTBUZZER-Informationen liegen die Verhandlungen weiter auf Eis. Status: Alles offen. So einfach und fix wie sich das bei Rummenigge anhörte, wird es nicht über die Bühne gehen. Zu weit liegen die Parteien noch auseinander in Sachen Gehalt und Laufzeit des neuen Arbeitspapiers. Zu sehr und zu nachhaltig haben die vielen Interna, die im Frühling aus den heiligen Hallen an der Säbener Straße nach außen drangen, Neuer verärgert. Was er auch öffentlich kundtat – zum Ärger der anderen Seite wiederum.

Neuer sieht sich in guter Verhandlungsposition

Neuer zockt, wähnt sich in einer guten Verhandlungsposition. Sein vermeintlicher Kronprinz, das zum 1. Juli verpflichtete Talent Alexander Nübel, ist beim FC Schalke aktuell die Nummer zwei. Und musste mit ansehen, wie sich Markus Schubert in Dortmund vier Dinger fing.