05. Oktober 2021 / 17:30 Uhr

FC Bayern wird Meister, SC Freiburg darf für Europa planen: Sieben Thesen nach sieben Bundesliga-Spielen

FC Bayern wird Meister, SC Freiburg darf für Europa planen: Sieben Thesen nach sieben Bundesliga-Spielen

Udo Muras
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der FC Bayern (l.) grüßt trotz der Pleite gegen Eintracht Frankfurt von der Spitze. Der SC Freiburg ist aktuell das Überraschungsteam der Liga.
Der FC Bayern (l.) grüßt trotz der Pleite gegen Eintracht Frankfurt von der Spitze. Der SC Freiburg ist aktuell das Überraschungsteam der Liga. © IMAGO/Eibner/camera4+ (Montage)
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Rund ein Fünftel der angebrochenen Bundesliga-Saison ist rum. Der FC Bayern befindet sich einmal mehr auf Meister-Kurs, der SC Freiburg überrascht bislang. Was der aktuelle Tabellenstand für den weiteren Verlauf bedeuten könnte, zeigen sieben Thesen zur Spielzeit der deutschen Eliteklasse.

Die 59. Bundesliga-Saison geht schon in ihre zweite Länderspielpause. Zeit, um innezuhalten. Erste Erkenntnis: Die Tabelle bietet nach einem runden Fünftel der Spieltage ein fast gewohntes Bild. Trotz der ersten Niederlage (1:2 gegen Frankfurt) bleibt Rekordmeister München vorne und die Aufsteiger stehen ganz unten. So manche Erwartung wird jedoch schon der Realität angepasst, bei Hertha BSC etwa spricht keiner mehr vom Big-City-Club, denn die Nummer eins in der Stadt ist Union. Bleibt das so? Was bringt die Zukunft? Sieben Thesen nach sieben Spieltagen, die so seriös sind, wie Statistiken eben sein können.

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1. Bayern wird (nicht locker) Meister

Der Tabellenführer des siebten Spieltags wurde nur in 27 Saisons Meister, das ergibt eine Wahrscheinlichkeit von 45 Prozent. Davon können die beiden Borussias aus Mönchengladbach und Dortmund ein Lied singen, die in drei der letzten fünf Jahren vorne waren. Jetzt kommt das Aber: Waren die Bayern nach sieben Spieltagen vorne (25-mal), wurden sie meistens (18-mal) Meister – macht 72 Prozent Wahrscheinlichkeit. Außerdem gehört eine 1:2-Heimpleite in der Vorrunde zu einer Meistersaison der Bayern wie die Maß zur Wiesn. Passierte schon Hansi Flick (2019), Jupp Heynckes (2012) und Udo Lattek (1984).

2. Freiburg darf mit Europa planen

Christian Streich wird die Wände hochgehen und weiterhin Platz 15 als Saisonziel ausgeben. Aber der vierte Platz von oben, den die Breisgauer gerade halten, ist wahrscheinlicher als der von unten. Seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995 erreichten 14 von 26 Viertplatzierten das internationale Geschäft. Einer wurde Meister (Dortmund 2002), sieben kamen in die Champions League. Nur einer stieg ab – Aachen 2006/2007.

3. Aufsteiger nicht gleich Absteiger

Der bequemste Expertentipp scheint sich diesmal zu bestätigen: Die Neuen müssen gleich wieder runter. Bochum und Fürth belegen die letzten Plätze. Dass sämtliche Aufsteiger wieder der Liga verwiesen wurden, kam in 59 Jahren jedoch erst dreimal vor – zuletzt 1993. Und obwohl Fürth die statistisch am zweitschlechtesten gestartete Mannschaft nach Eintracht Braunschweig (2013/2014) ist, haben selbst die Franken noch eine Rettungschance von 50 Prozent. Denn von zehn Teams, die nur einen Punkt in den ersten sieben Spielen einsammelten, retteten sich noch fünf. Zuletzt die Mainzer.

4. Mindestens sechs Trainer fliegen

Noch keine Trainerentlassung nach sieben Spieltagen, das ist in unseren aufgeregten Zeiten schier sensationell. Schließlich haben in der 2. Liga schon vier Klubs die Trainer gewechselt. Historisch betrachtet ist es aber fast schon normal, das gab es bereits 24-mal zuvor, wenngleich die meisten Jahre in die Antike der Bundesliga fallen. Jedenfalls gab es nie eine Saison ohne Entlassungen und auch der Mittelwert jener "zögerlichen" Jahre liegt bei 6,33.

5. Die Torrekorde sind sicher

192 Tore fielen bisher, der schwächste Wert seit vier Jahren. Hochgerechnet wird sich der Saisonwert bei etwa 930 einpendeln. Weit weg also von der Bestmarke aus 1983/1984 (1097) und elf weiteren Spielzeiten, als die Tausendermarke geknackt wurde. Auch der Torschützenkönig der letzten vier Jahre, Robert Lewandowski, steuert keinen Rekordkurs. Nach einer besorgniserregenden Ladehemmung über jetzt 211 Minuten liegt er schon vier Tore hinter seinen Werten der letzten beiden Jahre (je elf) zurück. Diesmal schafft er höchstens 35 Tore, einmal Gerd Müller übertreffen muss auch reichen.


6. Der Eigentorrekord kippt

Am siebten Spieltag gab es erstmals keine Eigentore. Das ändert nichts am Trend, den schon die EM gesetzt hatte: Eigentore sind "in". Bisher neun sind Rekord nach sieben Spieltagen, nach jeweils acht in den Jahren 1999 bis 2001. Hochgerechnet kämen wir bis Mai auf 44, die Saison 2001/2002 wäre ihren Makel los: Damals schlugen 32 Bälle im falschen Kasten ein.

7. Neuer wird vor Ostern Rekordsieger der Bundesliga

Mit 298 Siegen steht Manuel Neuer auf Platz zwei der Bundesliga-Geschichte. Erster ist – sein Chef. Bayern-Vorstand Oliver Kahn, auch ein Torhüter, sammelte 310. Schafft Neuer locker.

72

Prozent beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass der FC Bayern München mit dem aktuellen Tabellenstand auch am Ende der Saison ganz oben stehen wird und damit den nächsten Meistertitel einfährt.