09. Mai 2021 / 10:23 Uhr

Kommentar zur Meisterserie: Der FC Bayern kann auch den zehnten Titel schon einplanen

Kommentar zur Meisterserie: Der FC Bayern kann auch den zehnten Titel schon einplanen

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Das Meister-Abo des FC Bayern wird auch in der kommenden Saison nicht reißen, meint <b>SPORT</b>BUZZER-Reporter Patrick Strasser.
Das Meister-Abo des FC Bayern wird auch in der kommenden Saison nicht reißen, meint SPORTBUZZER-Reporter Patrick Strasser. © Getty (Montage)
Anzeige

Seit Samstag steht fest: Der FC Bayern ist zum neunten Mal in Serie deutscher Meister. Über den Trainerstab bis hin zum Spielerkader folgen bei den Münchenern zur kommenden Saison einige personelle Veränderungen. Dennoch wird auch der zehnte Titel dem FCB kaum zu nehmen sein, meint SPORTBUZZER-Reporter Patrick Strasser.

Anzeige

Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge kam zu Chefcoach Hansi Flick ins Trainerbüro, um mit Champagner auf dessen zweiten Meistertitel anzustoßen. Die Bayern-Spieler tanzten nach der 6:0-Machtdemonstration gegen Borussia Mönchengladbach rund um den Mittelkreis Arm in Arm, Schulter an Schulter und brüllten „Campeones! Campeones!“. Doch ohne Fans in der Allianz Arena und – noch – ohne Schale war’s nicht mal die halbe Meisterstimmung. Beim neunten Titel hintereinander mischten sich Freude und Routine.

Anzeige

Zumal die Bayern Titel Nummer zehn im Grunde schon einplanen können. Denn selbst in einer Spielzeit, in der sich die Münchner keineswegs krisenfest zeigten und der Machtkampf um Kompetenzen zwischen Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidzic den Verein erschütterte, war die Konkurrenz chancenlos. Dabei wirkte auch die Mannschaft nicht mehr so dominant und unschlagbar wie in der Triple-Saison. 40 Gegentreffer zeugen von Instabilität und fehlender Balance in einem Team, das keine qualitative Kadertiefe auf höchstem Niveau hat. Das viel zu frühe Pokal-Aus in Runde zwei bei Zweitligist Holstein Kiel und der unglückliche K.o. im Champions-League-Viertelfinale bei Paris St.Germain waren die Folgen und trüben das Gesamtbild.

Bayern greift mit neuem Personal nach der nächsten Meisterschaft

Erfolgstrainer Flick bat um vorzeitige Vertragsauflösung – natürlich auch, weil ihm der Bundestrainer-Job winkt. Reißt nun das bayerische Meister-Abo? Tritt Julian Nagelsmann ein zu schweres Erbe an? Keineswegs! Denn mit Nagelsmann kommt der hoffnungsvollste und talentierteste Trainer der Szene zum Branchenprimus. Er bringt den Schalensammlern von der Säbener einen neuen Impuls, Top-Innenverteidiger Dayot Upamecano hatte man bereits zuvor verpflichtet. Damit ist RB Leipzig, zuletzt aussichtsreichster Verfolger der Bayern, geschwächt, steht vor einem Neuanfang. Und die Wundertüte BVB sortiert sich mit Trainer Marco Rose neu, kann mit dem Verbleib des begehrten Torjäger Erling Haaland nicht sicher rechnen.

Die Bayern verlieren mit den Abgängen von David Alaba (freiwillig zu Real Madrid) und Jérôme Boateng (unfreiwillig) zwei Säulen der Meisterelf - und weil auch Javi Martínez gehen muss, drei Autoritäten in der Kabine. Doch hinter den Oldies Manuel Neuer, Thomas Müller und Robert Lewandowski wächst längst die nächste Führungsspieler-Generation um Joshua Kimmich, Leon Goretzka, Kingsley Coman, Serge Gnabry und Leroy Sané heran. Deren Verträge (mit Ausnahme des erst letzten Sommer verpflichteten Sané) in der nächsten Saison zu verlängern, wird schwieriger, als 2022 den nächsten Meistertanz aufführen zu können. Schade um die Spannung.