18. April 2021 / 14:20 Uhr

Klub-Bosse kritisieren Flick-Aussagen: "FC Bayern missbilligt die einseitige Kommunikation"

Klub-Bosse kritisieren Flick-Aussagen: "FC Bayern missbilligt die einseitige Kommunikation"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Vorstand des FC Bayern um Karl-Heinz Rummenigge und Oliver Kahn hat das Verhalten von Hansi Flick missbilligt, der seinen Abschiedswunsch öffentlich gemacht hatte.
Der Vorstand des FC Bayern um Karl-Heinz Rummenigge und Oliver Kahn hat das Verhalten von Hansi Flick missbilligt, der seinen Abschiedswunsch öffentlich gemacht hatte. © IMAGO/Sven Simon
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Hansi Flick schafft Fakten. Er will die Bayern im Sommer vor seinem Vertragsende vorzeitig verlassen. Die Klub-Führung überrumpelt der Erfolgstrainer in Wolfsburg. Jetzt reagieren die Bayern-Bosse deutlich auf die Flick-Ankündigung.

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Säbelrasseln an der Säbener Straße: Bayern-Trainer Hansi Flick zog am Samstagabend in der Wolfsburger Arena forsch und überfallartig die Notbremse, nachdem er sein Abschiedsgeschenk an den FC Bayern - der neunte Meistertitel in Folge - mit einem 3:2-Sieg im Top-Spiel praktisch eingetütet hatte. Die Münchner Bosse wurden von ihrem Trainer kalt erwischt. Und reagieren einen Tag nach dieser Mitteilung mit deutlichen Worten.

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"Der FC Bayern missbilligt die nun erfolgte einseitige Kommunikation durch Hansi Flick und wird die Gespräche wie vereinbart nach dem Spiel in Mainz fortsetzen", heißt es in einer knappen und durchaus frostigen Klub-Mitteilung. Flick habe den Vorstand des deutschen Rekordmeisters "im Verlauf der vergangenen Woche" über seine Entscheidung unterrichtet. "Hansi Flick und der FC Bayern hatten daraufhin vereinbart, den Fokus auf die Spiele gegen den VfL Wolfsburg, Bayer 04 Leverkusen und den 1. FSV Mainz 05 zu legen, um die volle Konzentration des gesamten Vereins auf diese drei wichtigen Spiele nicht zu stören", teilt der Bayern-Vorstand mit.

Flick informiert Mannschaft in Wolfsburg

Der deutsche Rekordmeister steht plötzlich blank da, er braucht ganz schnell einen Nachfolger. Bis Sonntagmittag blieb die Bayern-Führung nach außen komplett sprachlos. Die Spieler trainierten, der Verein beriet lange Zeit intern. Eigentlich sollte erst nach der Englischen Woche kommuniziert werden, was Flick dem Verein nach dem Champions-League-Aus am Dienstag in Paris mitgeteilt hatte. Aber Flick wollte nun doch dem "Flurfunk" an der Säbener Straße zuvorkommen. "Es war wichtig, dass die Mannschaft das Ganze von mir erfährt, weil wir knapp eineinhalb Jahre sehr gut zusammengearbeitet haben", sagte Flick.

Den Schwarzen Peter halten nun die Münchner Bosse in Händen, allen voran Flicks Intimfeind Hasan Salihamidzic - aber auch Oliver Kahn. Die Vereinsführung hatte die Entfremdung des Trainers unterschätzt. Nur der am Jahresende scheidende Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge (65) kämpfte öffentlich um Flick. Differenzen in Kaderfragen, die Auswirkungen und Belastungen der Corona-Krise haben an Flick gezehrt. Und der unübersehbar eskalierte Konflikt Flicks mit Sportvorstand Salihamidzic wurde nicht ausgeräumt.