23. Mai 2020 / 09:35 Uhr

Bayern-Boss Rummenigge schlägt "Neuausrichtung des Financial Fairplay" statt Gehaltsobergrenze vor

Bayern-Boss Rummenigge schlägt "Neuausrichtung des Financial Fairplay" statt Gehaltsobergrenze vor

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, steht einer Gehaltsobergrenze für Profis skeptisch gegenüber. Stattdessen favorisiert er eine Neuausrichtung des Financial Fairplay.
Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, steht einer Gehaltsobergrenze für Profis skeptisch gegenüber. Stattdessen favorisiert er eine Neuausrichtung des Financial Fairplay. © imago images/foto2press
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Karl-Heinz Rummenigge hat in einem Interview des "Spiegel" anstatt einer möglichen Gehaltsobergrenze für Profis eine Neuausrichtung des Financial Fairplay ins Spiel gebracht. Auch zur Zukunft von Leihgabe Philippe Coutinho äußerte sich der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern.

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Kommt die Gehaltsobergrenze im Profifußball? Karl-Heinz Rummenigge sieht dieses Instrument skeptisch und hat im Interview mit dem Spiegel stattdessen eine Neuausrichtung des von der UEFA eingeführten Financial Fairplay ins Spiel gebracht. Dies müsse "seriös und stringent" umgesetzt werden, betonte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München: "Auch mit einem Strafenkatalog versehen, bei dem alle wissen, was sie erwartet, wenn sie dagegen verstoßen." Rummenigge verwies auf die harte Strafe gegen Manchester City, das wegen Verstößen gegen das Financial Fairplay für zwei Jahre von der Champions League ausgeschlossen wurde. Eine Entscheidung über den Einspruch des englischen Klubs gegen dieses Urteil steht noch aus. Das Financial Fairplay soll die Ausgaben von Klubs begrenzen und damit indirekt auch Einfluss nehmen auf die Höhe von Gehältern und Ablösesummen.

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Für die anstehende Transferperiode in diesem Sommer rechnet Rummenigge wegen der Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie jedoch ohnehin mit fallenden Preisen. "Ich höre, dass viele Klubs bereit sind, Spieler abzugeben, um von ihren hohen Personalkosten herunterzukommen. Deshalb erwarte ich, dass in diesem Sommer mehr Angebote als Nachfrage herrschen. Normalerweise führt das zu einer Marktregulierung, zu geringeren Ablösesummen und zu geringeren Gehältern", sagte der FCB-Boss. Er ergänzte, die Verein müssten "aus der Krise lernen und versuchen, wieder mehr Nachhaltigkeit in den Fußball hineinzubekommen." Bislang hätten alle Spitzenklubs in Europa, einschließlich des FC Bayern, "jeden Sommer versucht, die schönsten Rosinen aus dem Kuchen zu picken, um noch attraktiver zu werden, noch wettbewerbsfähiger zu sein und um damit unsere Umsätze zu steigern."

Zukunft von Philippe Coutinho beim FC Bayern unklar

Auf die Frage nach einer möglichen Abschaffung der 50+1-Regelung in Deutschland, die den Einfluss von Investoren in Vereinen begrenzen soll, entgegnete Rummenigge: "Ehrlich gesagt: Mir ist die 50+1-Regel mittlerweile ziemlich egal. Wir beim FC Bayern haben in der Satzung sogar ein 70+1 verankert." Der Vorstandschef schlug dagegen vor, das Financial Fairplay auch ins Lizensierungsverfahren der Deutschen Fußball Liga (DFL) aufzunehmen. Denn dann "würde die Abschaffung von 50+1 ohnehin kaum noch eine Rolle spielen, weil die Kapitalzufuhr von Investoren limitiert ist und somit keinen nachhaltigen Effekt mehr hat".

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Derweil ist die Zukunft von Philippe Coutinho, der vom FC Barcelona bis Saisonende nach München ausgeliehen ist, weiter offen. Die Kaufoption in Höhe von 120 Millionen Euro, die bis Mai hätte gezogen werden müssen, haben die Bayern verstreichen lassen, wie Rummenigge im Spiegel unterstrich. "Jetzt müssen wir erst einmal intern die Kaderplanung abschließen und sehen, ob er weiter eine Rolle bei uns spielen soll oder nicht", sagte Rummenigge. Coutinho, der bis Januar 2018 beim FC Liverpool unter Vertrag gestanden hatte und in Barcelona den Durchbruch noch nicht geschafft hat, wird immer wieder mit einer möglichen Rückkehr nach England in Verbindung gebracht.