14. Januar 2021 / 16:41 Uhr

Nagelsmann, Zorc & Co: So reagiert die Bundesliga-Konkurrenz auf den schwächelnden FC Bayern

Nagelsmann, Zorc & Co: So reagiert die Bundesliga-Konkurrenz auf den schwächelnden FC Bayern

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Julian Nagelsmann und Michael Zorc gehörten zu den Bundesliga-Verantwortlichen, die sich nach dem Pokal-Aus des FC Bayern über den Triple-Sieger äußerten.
Julian Nagelsmann und Michael Zorc gehörten zu den Bundesliga-Verantwortlichen, die sich nach dem Pokal-Aus des FC Bayern über den Triple-Sieger äußerten. © imago images/Claus Bergmann
Anzeige

Drei Spiele, zwei Niederlagen - und schon sieben Gegentore: Der Start ins Jahr 2021 verlief für den erfolgsverwöhnten FC Bayern keineswegs nach Maß. Leckt die Konkurrenz nun Blut? Vor dem anstehenden Bundesliga-Spieltag äußerten sich die Verantwortlichen aus Leipzig, Leverkusen, Gladbach und Dortmund.

Anzeige

Es menschelt beim FC Bayern München! Der Triple-Sieger muss sich nach dem Aus im DFB-Pokal gegen Holstein Kiel die erhoffte Verteidigung seiner drei großen Titel "abschminken". So drückte sich Hansi Flick unmittelbar nach Abpfiff der Partie im Kieler Schneetreiben aus. Der Trainer der Münchner macht die schwierigste Phase seiner bis dato so erfolgreichen Ära als Chefcoach des Dauer-Champions durch, vergab zum ersten Mal überhaupt die Chance auf einen Titel, seit er den erfolgsverwöhnten Klub im November 2019 übernahm.

Anzeige

Längst wird darüber gerätselt, ob die teils eklatanten Abwehrprobleme der Bayern und die zwei Niederlagen zum Jahresauftakt gegen Borussia Mönchengladbach (2:3) und nun Kiel (5:6 im Elfmeterschießen nach 2:2) nur ein vorübergehendes Phänomen sind oder tiefergehende Probleme offenbaren. Vor dem anstehenden Bundesliga-Spieltag (München bekommt es am Sonntag mit dem formstarken SC Freiburg zu tun) äußerten sich auch die Trainer der Bayern-Verfolger RB Leipzig, Bayer 04 Leverkusen und Borussia Dortmund über die Mini-Ergebniskrise, die den Rekordmeister zum Start ins Jahr ereilt hat.

Mehr vom SPORTBUZZER

Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann, der es mit RB durch die 1-3-Niederlage gegen den BVB zuletzt verpasste, in der Bundesliga-Tabelle an den Bayern vorbei auf Platz 1 zu ziehen, sieht die engagierte und keinesfalls ängstliche Leistung der Kieler als beispielhaft für Spiele gegen den FCB. "Kiel (...) hat natürlich die deutlich schlechtere Mannschaft und die deutlich schlechteren Spieler. Aber sie waren unglaublich mutig, unglaublich ballsicher, sie haben sich das zugetraut", sagte der 33-Jährige. "Man kann sich ein Beispiel an Kiel nehmen. Ich fand das gut. Ich schaue mir das Spiel auch noch einmal an. Da kann man immer mal was rausziehen."

Bayer-Trainer Bosz: FC Bayern "nicht mehr dieselbe Mannschaft wie im Vorjahr"

Auch Peter Bosz begeisterte der Stil von Holstein. "Kiel hat das super gemacht. Sie waren aggressiv, haben gekämpft und ein gutes Spiel gemacht", sagte der Coach von Leverkusen, der mit seiner Mannschaft kurz vor Weihnachten die Tabellenführung durch ein 1:2 gegen Bayern verlor. Bosz glaubt zwar, dass der Meister schnell wieder zurück zu alter Stärke findet ("Bayern bleibt Bayern"), sieht die Mannschaft von Hansi Flick allerdings nicht mehr so stark wie im vergangenen Jahr, als die Süddeutschen mit dominantem Fußball jeden verfügbaren Titel holten und im gesamten Kalenderjahr nur ein Spiel verloren. Bosz: "Sie haben gegen Gladbach verloren und jetzt im Pokal in Kiel. Es ist nicht mehr dieselbe Mannschaft wie im Vorjahr. Aber sie sind weiterhin die Bayern, auch wenn sie mehr Gegentore bekommen."

Allein drei der bisher 24 Tore, die Manuel Neuer in der Bundesliga kassierte, gehen bisher auf das Konto von Borussia Mönchengladbach, das am Wochenende mit 3:2 gewonnen hatte und die Verwundbarkeit der Bayern erneut klar aufzeigte. Borussia-Trainer Marco Rose will die Münchner allerdings keinesfalls abschreiben. "Bei allem was diskutiert wird, derzeit fehlt den Bayern auch ein bisschen das Spielglück", sagte Rose. Er sieht darin aber keinen Trend für die weitere Saison. "Es wird der Tag kommen, an dem die Bayern wieder bayern-like auftreten. Darauf kann sich jeder verlassen, dass die Jungs wieder zurückkommen". Derzeit liegt der FCB zwei Punkte vor RB, vier vor Leverkusen und neun vor den Gladbachern.

Einen, den die temporäre Bayern-Schwäche kaum interessiert, ist BVB-Trainer Edin Terzic, der mit seiner Mannschaft in der Tabelle Vierter ist und fünf Zähler Rückstand auf das Flick-Team hat. "Über die Bayern sprechen wir, bevor wir gegen sie spielen", sagte der Interimscoach der Borussia entschieden. Angesprochen auf die Aussage eines Reporters, man müsse als BVB da sein, wenn die Bayern patzen, erklärte er: "Wir müssen da sein, das stimmt. Aber das ist unabhängig von dem, was bei den Bayern passiert. Wir müssen in jedem Spiel da sein, egal, was woanders passiert." Auch Sportdirektor Michael Zorc hielt sich mit Kampfansagen zurück: "Wenn ich auf die Tabelle schaue, ist Bayern Erster und wir einige Punkte dahinter. Darum ist das Klagen auf ganz hohem Niveau." Zum Klassiker zwischen Bayern und dem BVB kommt es in der Bundesliga am 6. März.