28. April 2021 / 10:11 Uhr

Nagelsmann kommt, Flick geht: Fakten zum Trainer-Wechsel beim FC Bayern

Nagelsmann kommt, Flick geht: Fakten zum Trainer-Wechsel beim FC Bayern

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Julian Nagelsmann (l.) folgt auf Hansi Flick als Trainer des FC Bayern.
Julian Nagelsmann (l.) folgt auf Hansi Flick als Trainer des FC Bayern. © IMAGO/Sven Simon (Montage)
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Der Trainer-Wechsel beim FC Bayern ist seit Dienstag fix: Julian Nagelsmann von RB Leipzig ersetzt im Sommer den möglichen kommenden Bundestrainer Hansi Flick. SPORTBUZZER-Reporter Patrick Strasser analysiert Fakten zum aktuellen und zum künftigen Bayern-Coach.

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Der Deal ist durch. Julian Nagelmann wird zur neuen Saison Coach des FC Bayern München. Er bekam die Freigabe von RB Leipzig dank der von Bayern zu zahlenden Trainerrekordablöse von bis zu 23 Millionen Euro. Möglich wurde der Wechsel samt Fünfjahresvertrag durch die Auflösung des ursprünglich noch zwei Jahre gültigen Arbeitspapiers von Hansi Flick zum 30. Juni. Flick ist Wunschnachfolger des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für den nach der EM scheidenden Bundestrainer Joachim Löw. Nun ist der Weg frei.

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In München ist man happy. "Die Gespräche mit Julian verliefen sehr partnerschaftlich, sehr konstruktiv. Wir werden viel Freude an ihm haben, davon bin ich überzeugt", sagte Sportvorstand Hasan Salihamidzic. "Allein schon Julians Vertragslaufzeit zeigt, wie sehr er sich mit dem FC Bayern identifiziert", meinte Vorstandsmitglied Oliver Kahn. Nagelsmann, der seinen Dienst am 1. Juli antritt, wird jedoch nicht der jüngste Bayern-Trainer der Bundesliga-Historie des Rekordmeisters sein. Denn: Am 23. Juli wird er 34. Als Sören Lerby, allerdings ohne jede Trainer-Erfahrung, im Oktober 1991 Jupp Heynckes ablöste, war der Däne 33 Jahre und acht Monate alt – das Experiment scheiterte krachend. Fünf weitere Fakten zum aktuellen wie zum künftigen Bayern-Trainer:

Erstmals direkt von Bayern zum DFB

Wenn es denn so kommt, wird Flick der erste Coach, der aus München kommend beim Verband anheuert. Den umgekehrten Weg nahm Udo Lattek, der 1970 als Trainer der DFB-Jugendnationalmannschaft an die Säbener Straße wechselte. Erst Nationaltrainer, dann Bayern: Jürgen Klinsmann und Franz Beckenbauer. Erst Bayern, dann DFB: Erich Ribbeck – jeweils mit zeitlichem Abstand.



Wer wie Flick "flüchtete"

Der einzige Trainer in der Vereinshistorie des FC Bayern, der trotz eines noch laufenden Vertrages um seinen Abschied bat, war Giovanni Trapattoni – und das bei seinem zweiten Engagement (zuvor 1994/1995). Nach seiner Rückkehr 1996 gewann der italienische "Maestro", ausgestattet mit einem Vierjahresvertrag, 1997 die Meisterschaft und 1998 den DFB-Pokal. Die Wutrede im März 1998 ("Flasche leer!") hatte ihn bei den Fans zum Helden gemacht. Im April wurde klar: Ottmar Hitzfeld, damals Sportdirektor beim BVB, kam als Nachfolger. "Trap" ging zur AC Florenz. Alle anderen Bayern-Trainer wurden entweder entlassen (zuletzt Niko Kovac) oder erfüllten ihren Vertrag bis zum vereinbarten Ende (zuletzt Heynckes).

Der dritte Bayer bei Bayern

Als Kind war Nagelsmann, geboren in Landsberg am Lech (Luftlinie 52 Kilometer von München entfernt), Bayern-Fan. Seit dem Bundesliga-Aufstieg der Bayern 1965 waren nur zwei Trainer mit bayerischen Wurzeln im Amt: Franz Beckenbauer kam im Münchner Stadtteil Giesing zur Welt. Und Felix Magath (2004 bis 2007) ist gebürtig in Aschaffenburg, der kreisfreien Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken, jedoch Teil der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main.

Vom Vize zu Champion Bayern

Nagelsmann, kurz davor, mit RB Leipzig Vizemeister zu werden, macht den Sprung zum Serienmeister. Als Otto Rehhagel 1995 Bremen nach 14 Jahren verließ, verlor er mit Werder am 34. Spieltag mit 1:3 bei Bayern, seinem neuen Arbeitgeber und damit auch die Meisterschaft, die sich Borussia Dortmund sicherte.

Upamecano "nimmt Nagelsmann mit"

Sonst meist umgekehrt, siehe Rehhagel und Spielmacher Andreas Herzog, der 1995 ebenfalls nach München ging. Diesmal erhält Leipzig neben der Ablöse für Nagelsmann auch 42,5 Millionen Euro für Innenverteidiger Dayot Upamecano.

Funfact zum Schluss

Gewinnt Nagelsmann mit RB den Pokal, verhilft er Leipzig erstmals zur Teilnahme am Supercup vor der kommenden Saison. Dann träfe RB auf Meister Bayern mit Nagelsmann. Es käme zu einem frühen Wiedersehen. Die Sachsen sollen an diesem Freitag (20.30 Uhr) ihr Halbfinale gegen Werder Bremen austragen.