22. Oktober 2018 / 11:04 Uhr

FC Bayern: Scharfe Kritik am Umgang mit Salihamidzic - Hamann: "Super-GAU"

FC Bayern: Scharfe Kritik am Umgang mit Salihamidzic - Hamann: "Super-GAU"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic steht bisher klar im Schatten der mächtigen Bosse Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß.
Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic steht bisher klar im Schatten der mächtigen Bosse Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß. © Getty
Anzeige

In der TV-Sendung "Sky90" haben die Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann und Thomas Berthold mehr Vertrauen der Bayern-Bosse Rummenigge und Hoeneß in Sportdirektor Hasan Salihamidzic gefordert. Die Debatte ist nicht neu, nimmt aber wieder an Fahrt auf.

Mit ihrer Schelte gegen die Medien und Ex-Spieler Juan Bernat beherrschten die Bayern-Bosse Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß am Wochenende die Schlagzeilen. Dabei saßen auf dem Podium in der Allianz Arena drei Personen - aber dass Hasan Salihamidzic überhaupt dabei war, gerät angesichts der Dominanz der Platzhirsche Rummenigge und Hoeneß fast schon in Vergessenheit.

Anzeige
Mehr zur Bayern-PK

Ganz besonders, weil "Brazzo" von Rummenigge abgekanzelt wurde, als der Sportdirektor auf Jadon Sancho angesprochen wurde. Die Bayern hatten das BVB-Juwel Medienberichten zufolge beobachtet, dann aber abgelehnt. Rummenigge fiel prompt ins Wort, verwies auf rechtliche Schritte. Salihamidzic, seit etwa einem Jahr Sportdirektor der Bayern, hatte keine Chance, selbst zu antworten. Der Sportchef steht seit Beginn seiner Amtszeit klar im Schatten von Präsident Hoeneß und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge - ein Umstand, der Philipp Lahm dazu verleitete, den Job dankend abzulehnen und an dem TV-Experte Dietmar Hamann in der Sendung Sky90 scharfe Kritik übte.

Berthold: "Salihamidzic ist doch kein Schuljunge"

"Man hat Salihamidzic eingesetzt, den man jetzt stark machen muss", sagte der ehemalige Bayern-Profi, der von 1993 bis 1998 bei den FCB-Profis spielte und dann nach England wechselte. "Intern hört man, dass er unheimlich fleißig ist und versucht, viel zu verändern." Deshalb müsse man ihn unbedingt "auch in der Öffentlichkeit stärken", so Hamann. Der 45-Jährige deutlich: "Was da am Freitag passiert ist, war für einen Sportdirektor der Super-GAU." Weltmeister Thomas Berthold, ebenfalls Gast der Sky-Runde, pflichtete ihm bei: "Er ist doch kein Schuljunge!"

"Arroganz und Dünnhäutigkeit": Pressestimmen zur Medienschelte des FC Bayern München

Arroganz und Dünnhäutigkeit: Der <b>SPORT</b>BUZZER hat die Pressestimmen zur Medienschelte des FC Bayern München gesammelt. Zur Galerie
"Arroganz und Dünnhäutigkeit": Der SPORTBUZZER hat die Pressestimmen zur Medienschelte des FC Bayern München gesammelt. ©

Die Kritik, dass Salihamidzic im Schatten der Bayern-Bosse zu blass scheint, ist nicht neu. ZDF-Moderator Jochen Breyer stieß mit seiner SPORTBUZZER-Kolumne im September 2017 eine Debatte an, die bundesweit Wellen schlug. "Es entsteht mehr und mehr der Eindruck, dass er sich schlicht nicht traut, Stellung zu beziehen und sich deshalb in Allgemeinplätze flüchtet", schrieb Breyer. Ehemalige Mitspieler des Bosniers pflichteten Breyer bei, nahmen "Brazzo" aber auch in Schutz. "Derzeit will er als Puffer zwischen Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß niemandem wehtun, da gebe ich Jochen Breyer völlig Recht. Das muss er lernen, aber ich weiß nicht, ob er das will und kann", sagte Sport1-Moderator und Ex-Nationalspieler Thomas Helmer. Dieses Spannungsverhältnis scheint Salihamidzic noch immer nicht überwunden zu haben.

Anzeige

Hier abstimmen: Haben die Bayern-Bosse mit ihrer Medienschelte recht?

[Anzeige] Alle Spiele der Fußball WM live und exklusiv bei MagentaTV. Mit dem Tarif MagentaTV Flex für nur 10€ pro Monat, monatlich kündbar.