02. November 2018 / 18:40 Uhr

Laut "Spiegel": FC Bayern München prüfte Bundesliga-Ausstieg

Laut "Spiegel": FC Bayern München prüfte Bundesliga-Ausstieg

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Bayern-Bosse Karl-Heinz Rummenigge (l) und Uli Hoeneß (r) sollen einen Bundesliga-Ausstieg gepüft haben.
Die Bayern-Bosse Karl-Heinz Rummenigge (l) und Uli Hoeneß (r) sollen einen Bundesliga-Ausstieg gepüft haben. © imago/Christian Schroedter
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Nach einem Bericht des "Spiegels" soll Rekordmeister Bayern München einen Bundesliga-Ausstieg geprüft haben. Zahlreiche andere Top-Klubs, darunter auch der BVB, sollen an den Plänen für das Großprojekt Super League beteiligt sein. 

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Die Einführung einer Superliga als Konkurrenz zur Champions League im europäischen Vereinsfußball wird laut einem Bericht des Spiegel wieder konkreter. Eine Beraterfirma soll Real Madrid im Oktober entsprechende Pläne vorgelegt haben, berichtete Der Spiegel am Freitag. Demnach sei vorgesehen, dass 16 Topklubs, darunter die Bundesligisten FC Bayern München und Borussia Dortmund, eine Absichtserklärung im Laufe dieses Monats unterzeichnen. Der Chefjustiziar des FC Bayern soll laut dem Bericht vor drei Jahren sogar geprüft haben, ob die Münchner nicht nur aus den europäischen Wettbewerben, sondern auch aus der Bundesliga aussteigen könnten.

Rummenigge dementiert "Spiegel"-Bericht

Der FC Bayern hat sich inzwischen zu dem Bericht geäußert und eine möglichen Ausstieg aus der Bundesliga in aller Deutlichkeit dementiert. "Der FC Bayern München steht zu seiner Mitgliedschaft in der Fußball-Bundesliga, und solange ich Vorstandsvorsitzender des FC Bayern bin, auch zu den von UEFA und ECA gemeinsam organisierten Club-Wettbewerben", wird Bayern-Boss Karlz-Henz Rummenigge in einer Presseerklärung des FCB zitiert.

Champions League vor dem Aus?

Sollten die Pläne umgesetzt werden, wäre das 2021 das Aus für die von der UEFA getragene Champions League in ihrer jetzigen Form. Die Super League würde nach diesen Vorstellungen privatwirtschaftlich und damit außerhalb der bestehenden Verbände organisiert werden.

Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke kommentierte die Pläne dem Magazin gegenüber nicht direkt. Dass es aber aktuelle Gespräche über die Super League gebe, „das ist klar, und ich glaube auch, dass ein paar der großen Clubs Europas da deutlich dran stricken“. Allerdings seien diese Pläne wohl „noch nicht sehr konkret“.

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FC Bayern äußert sich zu den Berichten

Der FC Bayern teilte dem Spiegel mit, „weder die Existenz noch der Inhalt“ des Entwurfes der Absichtserklärung seien dem Club bekannt. Der Münchner Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte zuletzt im Interview des Magazins 11 Freunde (November-Ausgabe) gesagt, dass er in ferner Zukunft mit der Einführung einer europäischen Superliga rechne. Er übte jedoch auch Kritik mit Blick auf die Einführung einer Super League: "Viele Vereine verfolgen zu sehr ihre wirtschaftlichen Eigeninteressen", kritisierte der Bayern-Boss.

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Super League nur mit europäischen Topklubs

Zu den 16 Clubs, die laut Spiegel von 2021 an in einer Superliga spielen könnten, gehören neben dem FC Bayern auch Real Madrid, der FC Barcelona, Manchester United, FC Chelsea, FC Arsenal, Manchester City, FC Liverpool, Paris Saint-Germain, Juventus Turin und AC Mailand als Gründer, die nicht absteigen können. Dazu kämen zunächst Atlético Madrid, Borussia Dortmund, Olympique Marseille, Inter Mailand und AS Rom als „anfängliche Gäste“. Im Gespräch ist auch eine zweite Liga, in die nur diese Gäste absteigen könnten.

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Super Leaugue soll Klubs mehr Geld einbringen

Hintergrund der Planspiele sind die im kommenden Jahr anstehenden Verhandlungen über Verteilung der Gelder aus der Champions League von 2021 an. Derzeit schüttet die UEFA jährlich Prämien von 2,04 Milliarden an die Clubs der Champions League aus, die erfolgreichsten Vereine bekommen bis zu 100 Millionen Euro. Die Idee, dass sich die Topclubs in einer eigenen Liga organisieren, um deutlich höhere Einnahmen zu erzielen, gibt es bereits seit einigen Jahrzehnten.

Bayern vor Bundesliga-Ausstieg?

Vor knapp drei Jahren gab es dem Bericht zufolge noch weitergehende Pläne zur Herauslösung der Topvereine aus den bestehenden Ligen-Strukturen. Auch damals standen Verhandlungen über die Ausschüttungen der Champions League an. Der FC Bayern in Person seines Chefjustiziars Michael Gerlinger hatte demnach von einer Anwaltskanzlei prüfen lassen, ob die Münchner nicht nur aus den europäischen Wettbewerben, sondern auch aus der Bundesliga aussteigen könnten. Durch die folgende Reform der Champions League, die den vier stärksten Ligen jeweils vier Startplätze für die Gruppenphase sichert, war eine Superliga zum damaligen Zeitpunkt kein Thema mehr.

BVB-Boss Watzke: "Solange ich Verantwortung trage, wird der BVB die Liga nicht verlassen"

Gerlinger sagte dem Spiegel, dass Gedankenspiele zum Ausstieg aus der Bundesliga schnell „völlig vom Tisch“ gewesen seien. BVB-Chef Watzke versprach: „So lange ich hier die Verantwortung trage, wird der BVB die Bundesliga nicht verlassen.“ 2016 war auch der FC Schalke 04 als möglicher Teilnehmer an der Superliga genannt worden. Die damals diskutierte Liga sollte mit Spielen dienstags, mittwochs und samstags über 34 Wochen laufen.

Die Berichterstattung des Spiegel ist das Ergebnis von Recherchen der Enthüllungsplattform Football Leaks, die dem Magazin und seinen Partnern des Recherchenetzwerks European Investigative Collaborations (EIC) vorliegen.

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