02. November 2019 / 19:45 Uhr

Kommentar zum FC Bayern: Niko Kovac ist das Opfer einer verfehlten Transferpolitik

Kommentar zum FC Bayern: Niko Kovac ist das Opfer einer verfehlten Transferpolitik

Tom Vaagt
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Für SPORTBUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt ist Bayern-Trainer Niko Kovac auch ein Opfer der Transferpolitik des FCB.
Für SPORTBUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt ist Bayern-Trainer Niko Kovac auch ein Opfer der Transferpolitik des FCB. © imago images / Kolbert Press / Sven Simon / Jan Huebner
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Auf Niko Kovac dürfte nach dem Debakel bei Eintracht Frankfurt mächtig Gegenwind warten. Doch der Trainer ist beim FC Bayern ein Opfer der Umstände. In der vergangenen Transferperiode versagte der Klub. Ein Kommentar von SPORTBUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt.

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1:5 bei Eintracht Frankfurt. Das klingt für jeden Fan des FC Bayern gruselig. Und das ist es auch. Selten hat sich eine Mannschaft des deutschen Rekordmeisters derart auseinanderpflücken lassen wie am Samstagnachmittag. Ungeachtet der frühen Roten Karte für Jerome Boateng darf so etwas den Münchnern nicht passieren. Den Verantwortlichen für diesen Tiefpunkt hat man vielerorts bereits ausgemacht: Niko Kovac. Doch den Trainer als Alleinschuldigen an der Misere auszumachen, ist zu kurz gedacht.

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Der Coach kann nur mit dem arbeiten, was ihm zur Verfügung steht. Und das ist schlichtweg zu wenig. Die Probleme des FC Bayern begannen nicht beim 1:2 gegen Hoffenheim oder dem 2:2 in Augsburg. Sie begannen im vergangenen Sommer. Sportdirektor Hasan Salihamidzic & Co. haben auf dem Transfermarkt versagt. Diese Suppe muss Kovac nun auslöffeln. Für rund 140 Millionen Euro kamen neue Spieler. Als sinnvolle Verstärkung entpuppte sich bisher keiner der Einkäufe.

Bayern-Trainer Niko Kovac zur Krise: "Müssen uns rausarbeiten"

Beispiel Lucas Hernandez. Der Franzose wurde für 80 Millionen Euro aus dem Krankenstand heraus verpflichtet. Körperlich stabil wirkte er in München bisher nicht. Derzeit ist er erneut verletzt und fällt bis zum Ende der Hinrunde aus. Beispiel Benjamin Pavard. Der Weltmeister-Kollege von Hernandez kam von Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart und ist in München das, was er auch in der französischen Nationalmannschaft ist: Ein Mitläufer. Beispiel Ivan Perisic. Der von Inter Mailand ausgeliehene Kroate wirkte schon bei seiner Verpflichtung wie ein Verlegenheits-Transfer. Das Gegenteil bewies er bisher nicht. Beispiel Michael Cuisance und Fiete Arp. Die beiden als Top-Talente gepriesenen Youngster spielen bislang keine Rolle.

Coutinho: Nur eine Transfer-Trophäe von Salihamidzic

Und dann ist da noch Philippe Coutinho. Der Brasilianer, bis Saisonende vom FC Barcelona ausgeliehen, wird von Salihamidzic seit Monaten wie eine Transfer-Trophäe durch die Lande geschleppt - also verbal. Großes zu Stande brachte der 27-Jährige seit seiner Verpflichtung aber nicht. Vornehmlich stand er im Fokus, als es darum ging, dass er Thomas Müller den Stammplatz streitig macht. Statt des benötigten Stars für den Flügel, wo Arjen Robben und Franck Ribery eine große Lücke hinterließen, holte man nach dem geplatzten Transfer von Leroy Sané mit Coutinho nämlich jemandem, der sich eigenen Angaben zufolge zentral am wohlsten fühlt.

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Einmal funktionierte dieses eher zusammengewürfelt erscheinende Ensemble in dieser Saison dann aber doch. Beim 7:2 in der Champions League bei Tottenham Hotspur. Trainer war auch da: Niko Kovac, der den Klub in der vergangenen Saison im Übrigen zum Double führte und auch dort schon mit der einen oder anderen hausgemachten Widrigkeit zu kämpfen hatte. Das Problem: Der Trainer ist das schwächste Glied der Kette. Das klingt abgegriffen. Und das ist es auch. Beim FC Bayern trifft es aber besonders zu.

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