06. Juni 2020 / 23:50 Uhr

FC-Bayern-Vorstand Oliver Kahn über die Auswirkungen der Corona-Krise und die Arbeit mit Hansi Flick

FC-Bayern-Vorstand Oliver Kahn über die Auswirkungen der Corona-Krise und die Arbeit mit Hansi Flick

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Oliver Kahn ist seit Januar 2020 Vorstandsmitglied des FC Bayern.
Oliver Kahn ist seit Januar 2020 Vorstandsmitglied des FC Bayern. © Getty
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Seit Januar ist Oliver Kahn im Vorstand des FC Bayern. Die vergangenen sechs Monate hätten turbulenter kaum sein können. Aus der Corona-Krise geht der Rekordmeister gestärkt hervor - auch dank zahlreicher Weichenstellungen, die Kahn mit vorangetrieben hat.

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Ein halbes Jahr ist sie alt, die Ära von Oliver Kahn als Macher beim FC Bayern München. Der 50-Jährige, der bereits von 1994 bis 2008 als Spieler beim Rekordmeister war, gehört seit Januar dem Vorstand an. Er hätte sich vermutlich einen weniger herausfordernden Einstieg gewünscht - die Coronavirus-Pandemie und zahlreiche offene Baustellen im Kader ließen den Profifußball kaum zur Ruhe kommen, obwohl der Spielbetrieb pausierte. "Meine ersten Monate standen stark unter dem Einfluss der Corona-Krise", sagte Kahn in einer Sonderbeilage der Sport Bild in der Bild am Sonntag. "Wir alle mussten sehr flexibel agieren, jeden Tag auf Basis neuer Entwicklungen und Erkenntnisse Entscheidungen treffen."

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Das gelang offensichtlich - denn die Münchner konnten auch dank Kahns Mithilfe einige zentrale Fragen lösen: die Spieler-Verträge mit Thomas Müller, Alphonso Davies und Kapitän Manuel Neuer wurden verlängert, Hansi Flick bleibt langfristig Cheftrainer des FCB. Beim 55-jährigen Nachfolger von Niko Kovac "haben wir intensiv analysiert, wie er die Mannschaft entwickelt, wie er einzelne Spieler weiterbringt und wie er das Mannschaftsgefüge des FC Bayern mit seinen vielen Top-Spielern moderiert", betonte Kahn. Der Erfolg gibt dem früheren Co-Trainer der Nationalmannschaft uneingeschränkt Recht. Von seinen ersten 26 Spielen als Chef konnte Flick mit den Bayern 23 gewinnen, ein weiteres endete remis. Die Meisterschaft ist den Bayern kaum noch zu nehmen.

An der Verlängerung mit Flick bis 2023 könne "man erkennen, wie unsere Analyse ausgefallen ist", sagte Kahn, der im sportlichen Bereich gemeinsam mit Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und dem designierten Sportvorstand Hasan Salihamidzic entscheidet, mit Blick auf den Trainer - der dieses Lob zurück gibt. Es sei "schön zu sehen", welche Vorstellungen Kahn habe, erklärte Flick, "und dass er manche Dinge im Klub aus einem anderen, neuen Blickwinkel wahrnimmt."

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Der SPORTBUZZER blickt auf die bewegte Karriere von Torwart-Legende Oliver Kahn zurück. ©

Oliver Kahn: "Ich habe mich immer als Teamplayer empfunden"

Manche Beobachter gehen sogar so weit, Kahn bei den Verhandlungen eine zentrale, eine besondere Rolle zuzusprechen. Das würde er selbst für sich allerdings nicht reklamieren. "Ich habe mich immer als Teamplayer empfunden", sagte der Ex-Nationaltorwart. "Auch wenn ich als aktiver Spieler nach außen auch mal einen anderen Eindruck vermittelt habe. Wenn ich in den Jahren nach meinem Karriereende nicht eine gewisse Wandlung durchlaufen hätte, wäre das kein positives Zeichen."

Kahn war Anfang Januar beim deutschen Rekordmeister eingestiegen, nach zwei Jahren soll er den Vorstandsvorsitz von Rummenigge übernehmen. Der ehemalige Bayern-Präsident Uli Hoeneß hatte Kahns Verpflichtung vorangetrieben. "Er hat alle meine Erwartungen zu 100 Prozent erfüllt. Und ich bin sehr optimistisch, dass es die total richtige Entscheidung war, Oliver da einzubauen. Das sieht man schon jetzt", lobte Hoeneß Anfang April im Kicker.