27. Oktober 2021 / 21:36 Uhr

"Kirche im Dorf lassen": Bayern-Boss Kahn über Impf-Debatte um Kimmich und Bewährungs-Strafe für Hernandez

"Kirche im Dorf lassen": Bayern-Boss Kahn über Impf-Debatte um Kimmich und Bewährungs-Strafe für Hernandez

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Oliver Kahn hat über die jüngsten Schlagzeilen von Joshua Kimmich und Lucas Hernandez gesprochen.
Oliver Kahn hat über die jüngsten Schlagzeilen von Joshua Kimmich und Lucas Hernandez gesprochen. © IMAGO/RHR-Foto/Sammy Minkoff (Montage)
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Oliver Kahn hat sich zu den zwei brisantesten Themen beim FC Bayern geäußert. Der Vorstandschef bezog sowohl Stellung zur Bewährungsstrafe für Lucas Hernandez als auch zur Diskussion um Joshua Kimmich, der nicht gegen das Corona-Virus geimpft ist. 

Seit Mittwochvormittag hat Lucas Hernandez Gewissheit: Der Verteidiger des FC Bayern muss doch nicht ins Gefängnis. Die spanische Justiz hat einer Berufungsklage der Anwälte des 25 Jahre alten Franzosen stattgegeben. Die Haftstrafe wurde stattdessen für vier Jahre auf Bewährung ausgesetzt. Heißt auch, der Rekordmeister kann weiter mit dem Verteidiger planen.

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"Wir waren permanent in Kontakt, mit dem Spieler und auch mit seinen Anwälten. Wir sind davon ausgegangen, dass genau dieses Ergebnis zustande kommt", sagte Bayerns Vorstandsvorsitzender Oliver Kahn am ARD-Mikro im Vorfeld des Pokalspiels der Münchener gegen Borussia Mönchengladbach. "Wir haben das begleitet und sind jetzt alle froh, dass es so ausgegangen ist, wie es ausgegangen ist", so der Ex-Torhüter erleichtert. Hernandez stand in der Zweitrundenpartie am Mittwochabend in der Startelf des FC Bayern.

Kahn äußerte sich auch zu anhaltenden Debatte um Joshua Kimmich, der öffentlich bestätigt hatte, nicht gegen das Coronavirus geimpft zu sein. Der Klub stehe im ständigen Kontakt mit den Spielern, "auch mit Joshua. Und Joshua kennt die Haltung des FC Bayern. Das heißt, wir können unseren Spielern nur empfehlen sich impfen zu lassen. Und wir haben das ja auch durch viele Aktionen beim FC Bayern München unterstrichen. Wir haben beispielsweise vor jedem Heimspiel die Möglichkeit für unsere Fans, dass sie sich impfen lassen können."


Der 52-Jährige betonte, der Klub sei "der absoluten Überzeugung, dass unsere Spieler geimpft sein müssen. Trotzdem gibt es eine Art von Respekt, den man einfach haben muss. Auch wenn wir das Thema anders sehen, so muss man doch Respekt vor Joshua haben, dass er eine andere Meinung hat."

"Es gibt nun mal keine Impf-Pflicht"

Ob bei Kimmich nach der öffentlichen Diskussion ein Umdenken stattgefunden habe, wisse er nicht. "Es obliegt ja jedem Spieler selbst, eine Entscheidung darüber zu treffen, wie er mit dem Thema umgehen möchte. Man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen. Das ist ja auch ein Gesundheitsthema und das berührt jeden Spieler irgendwo auch in seiner Privatsphäre. Da muss man schon verstehen, dass man als Spieler nicht jedem Auskunft gibt über seinen Gesundheitszustand oder seinen Impfstatus. Da kann mich in die Spieler auf eine gewisse Art reinversetzen", so Kahn.

Kimmich ist nicht der einzige ungeimpfte Profi im Kader des Bundesliga-Spitzenreiters. "Ich denke schon, dass sich die Spieler jetzt sehr viele Gedanken machen, denn die Konsequenzen sind ja nicht unerheblich. Einmal die Konsequenzen für den Spieler selbst, der nicht geimpft ist, wenn er sich infiziert. Aber auch die Konsequenzen, die der Verein unter Umständen dann tragen muss" mahnte der Klub-Boss, der jedoch auch darauf hinwies: "Wir können nicht mehr tun, als ständig zu kommunizieren und zu reden und zu versuchen, die Spieler davon zu überzeugen, dass sie sich impfen lassen. Aber, das ist nicht Neues und wissen wir alle, es gibt nun mal keine Impf-Pflicht in Deutschland."