21. August 2020 / 12:56 Uhr

Von Hoeneß vs. Bernat bis Neymar vs. Neuer: Vier Hingucker beim CL-Finale zwischen Bayern und PSG

Von Hoeneß vs. Bernat bis Neymar vs. Neuer: Vier Hingucker beim CL-Finale zwischen Bayern und PSG

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Das Champions-League-Finale bietet einige besondere Anekdoten – auch über Uli Hoeneß und Juan Bernat sowie Neymar und Manuel Neuer. 
Das Champions-League-Finale bietet einige besondere Anekdoten – auch über Uli Hoeneß und Juan Bernat sowie Neymar und Manuel Neuer.  © Getty Images/imago images/Sven Simon/Poolfoto (Montage)
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Die Brennpunkte vor dem Champions-League-Finale: Paris-Trainer Thomas Tuchel stand kurz vor einem Wechsel zu Bayern, Hoeneß jagte PSG-Profi Bernat vom Hof – und Neymar sinnt auf Rache.

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Der Tag danach. Alles grau in grau, regnerisch. Zum ersten Mal seit der Ankunft des FC Bayern am Donnerstag vor einer Woche präsentierte sich Lissabon beziehungsweise der Vorort Sintra, wo der Münchner Tross in der Hotelanlage Hotel Penha Longa residiert, als ungemütliches Ambiente. Was dem Champions-League-Finalisten herzlich egal ist. Es geht darum, dass die Zimmer um weitere vier Nächte bis zum Checkout am Montag gebucht werden konnten. Um dann beim Rückflug den Henkelpott im Handgepäck zu haben?

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Regeneration war angesagt, für Körper und Geist der Spieler nach dem 3:0 im Halbfinale gegen Olympique Lyon. K. o. waren sie, aber glücklich. Das elfte Finale der Bayern (fünf gewonnen, fünf verloren) um Europas größte Krone steigt am Sonntag (21 Uhr, ZDF, Sky und DAZN) gegen Paris St. Germain – ebenfalls in Lissabon, diesmal im Estádio da Luz, dem Ort von Bayerns jetzt schon legendärem 8:2 gegen den FC Barcelona im Viertelfinale. Ein Endspiel als größtes Spiel in einem Jahr, in dem durch Corona die EM ausfiel und auf 2021 verschoben wurde. Ein Endspiel mit einer Menge Zündstoff. Bei vier Hinguckern geht es am Sonntag um Begegnungen mit der Vergangenheit, offene Rechnungen und einer großen Jagd nach Rekorden.

Internationale Pressestimmen zum Finaleinzug des FC Bayern

Der FC Bayern München steht nach dem 3:0-Sieg gegen Olympique Lyon im Finale der Champions League. Die Pressestimmen im Überblick. Zur Galerie
Der FC Bayern München steht nach dem 3:0-Sieg gegen Olympique Lyon im Finale der Champions League. Die Pressestimmen im Überblick. ©

Das Werben der Bayern um Tuchel: Bayern gegen PSG, das ist nicht nur Trainerglücksgriff Hansi Flick ge­gen Thomas Tuchel, sondern auch eine Begegnung mit der Vergangenheit, dem Auslöser eines Trainerdominos. Im September 2017 setzte es für Bayern in der Gruppenphase eine schmerzvolle 0:3-Pleite bei PSG. Trainer Carlo Ancelotti hatte völlig überraschend wie ob­skur Mats Hummels, Arjen Robben und Franck Ribéry zunächst auf der Bank gelassen, danach meuterten einige Führungsspieler. Am Tag darauf wurde der italienische Coach entlassen, Uli Hoeneß überredete Jupp Heynckes zu einem erneuten Comeback.

Weil der aber nur für acht Monate zur Verfügung stand, baggerte man parallel an Tuchel, der nach zwei aufreibenden und ermüdenden Jahren beim BVB ein Sabbatjahr einlegte. Vor allem Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge legte sich für Tuchel, Jünger von Pep Guar­dio­las Lehre, ins Zeug, während Hoeneß Kumpel Heynckes vom Schritt in die endgültige Rente abhalten wollte. Das Taktieren und Hinhalten gefiel der Tuchel-Seite nicht, der Coach unterschrieb in Paris und entschied sich für das Abenteuer PSG. Bayern holte 1B-Lösung Niko Kovac. Hätte sich Rum­me­nig­ge durchgesetzt – wer weiß?

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Das Wiedersehen zwischen Hoeneß und Bernat: Auf der legendären Presse(beschimpfungs-)konferenz im Herbst 2018 polterte Uli Hoeneß, Juan Bernat habe "einen Scheißdreck" gespielt im Frühjahr zuvor in Sevilla (2:1 im Viertelfinale). Der damalige Bayern-Linksverteidiger sei "allein dafür verantwortlich, dass wir fast ausgeschieden wären", so Hoeneß. Im Sommer 2018 wurde Bernat für lediglich 5 Millionen Euro Ablöse nach Paris transferiert – auch, "weil er uns fast die ganze Champions League gekostet hätte" (Hoeneß). Heute ist der 27-jährige Spanier ein torgefährlicher Fixpunkt in Tuchels Elf.

Neymars Chance auf Revanche an Neuer und Co: Bei der WM 2014 in seinem Heimatland erlitt der Superstar der Seleção im Viertelfinale gegen Kolumbien (2:1) einen Bruch des dritten Lendenwirbels und fiel für das Halbfinale gegen Deutschland aus. Ohne Neymar gingen die Brasilianer mit 1:7 unter. Am Sonntag kann der 222-Millionen-Euro-Mann seine wahre Klasse zeigen und Revanche an den Weltmeistern Manuel Neuer, Thomas Müller und Jérôme Boateng nehmen.

Alle Sieger der Champions League

Eine Auswahl der Titelträger in der Champions League: Stefan Effenberg mit dem FC Bayern im Jahr 2001 (l.), Ronaldinho mit dem FC Barcelona im Jahr 2006 und Mohamed Salah mit dem FC Liverpool im Jahr 2019.  Zur Galerie
Eine Auswahl der Titelträger in der Champions League: Stefan Effenberg mit dem FC Bayern im Jahr 2001 (l.), Ronaldinho mit dem FC Barcelona im Jahr 2006 und Mohamed Salah mit dem FC Liverpool im Jahr 2019.  ©

Lewandowski und die Titelsammlung: Gegen Lyon zunächst vom Pech verfolgt, mit einigen unglücklichen Aktionen. Seine Qualität: Schließlich trifft er doch. Der Mittelstürmer bricht aktuell alle Rekorde, er ist bereits Bundesliga-und DFB-Pokal-Torschützenkönig und mit nun 15 Treffern bester Scorer dieser Champions-League-Saison und erzielte wettbewerbsübergreifend sagenhafte 55 Saisontore (in 46 Partien). Neben dem Triple könnte der Pole noch Europas Fußballer des Jahres und Weltfußballer werden, außerdem den deutschen und den europäischen Supercup gewinnen. Plus die Klub-WM. Macht im Idealfall schlappe elf Trophäen.