23. August 2020 / 22:53 Uhr

FC Bayern im Triple-Taumel! Kingsley Coman macht Champions-League-Sieg perfekt

FC Bayern im Triple-Taumel! Kingsley Coman macht Champions-League-Sieg perfekt

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hat den FC Bayern zum Triple geköpft: Der Franzose Kingsley Coman.
Hat den FC Bayern zum Triple geköpft: Der Franzose Kingsley Coman. © 2020 Getty Images/Pool
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Der FC Bayern hat zum zweiten Mal nach 2013 das Triple gewonnen. Die Münchner machten das Titel-Trio am Sonntagabend durch einen Sieg im Champions-League-Finale gegen Paris St. Germain perfekt.

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Das Triple ist perfekt! Nach den Titeln in der Bundesliga und im DFB-Pokal hat sich der FC Bayern auch den Triumph in der Champions League gesichert. Die Münchener kamen im Königsklassen-Finale gegen das Starensemble von Paris St. Germain zu einem umkämpften 1:0 (0:0) und gewannen als erste Mannschaft all ihre Partien des Wettbewerbs - oder kurz: Elf Spiele, elf Siege, ein Stück Geschichte. Held der Begegnung war ausgerechnet der gebürtige Pariser Kingsley Coman, der in der 59. Minute das entscheidende Tor erzielte. Für PSG und Trainer Thomas Tuchel war es hingegen ein bitterer Abend. Obwohl die Eigentümer aus Katar seit Übernahme des Klubs 2011 insgesamt rund 1,2 Milliarden Euro in investierten, blieb der Champions-League-Traum bis heute unerfüllt.

Der FC Bayern in der Einzelkritik: Die Noten gegen Paris St. Germain

Der FC Bayern hat das Champions-League-Finale gegen Paris St. Germain gewonnen. Die Spieler hier in der Einzelkritik. Zur Galerie
Der FC Bayern hat das Champions-League-Finale gegen Paris St. Germain gewonnen. Die Spieler hier in der Einzelkritik. ©

Im Vorfeld der Partie war darüber spekuliert worden, ob Bayern-Trainer Hansi Flick gerade mit Blick auf die Defensive Veränderungen vornehmen wird. Benjamin Pavard galt als Start-Kandidat für die Rechtsverteidiger-Position, ein im Vergleich zu den vorherigen Spielen des Finalturniers weniger hohes Anlaufen des Gegners als taktisches Stilmittel. Der FCB-Coach verzichtete auf beide Maßnahmen. Joshua Kimmich verteidigte erneut außen, das Spiel wurde gewohnt druckvoll aufgezogen. Flick wollte sich vom Tempo der beiden PSG-Superstars Neymar und Kylian Mbappé also nicht zu Umstellungen zwingen lassen. Seine einzige Änderung in der Anfangsformation hatte Folgen: Für Ivan Perisic begann Coman.

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Von Beginn an entwickelte sich im Estadio da Luz eine intensive Partie, in der sich beide Mannschaften nichts schenkten. Bei allem Drang nach vorn behielten die Teams aber auch stets ihr Abwehrverhalten im Blick, so dass ein Spektakel wie bei Bayerns 8:2 im Viertelfinale gegen den FC Barcelona schnell ausgeschlossen schien. Die erste hochkarätige Möglichkeit hatten die Franzosen. Sie resultierte wie selbstverständlich aus einer Co-Produktion der beiden Ausnahmekönner: Mbappé setzte Neymar in Szene und der Brasilianer zwang Manuel Neuer im Bayern-Tor zu einer bärenstarken Parade (18.).

Lewandowski trifft Pfosten des PSG-Tores

Kurz darauf waren die Münchner dem Führungstreffer noch ein Stückchen näher. Nach einer Hereingabe von Alphonso Davies kam Robert Lewandowski, der die laufende Königsklassen-Saison mit 15 Treffern abschloss und sich damit die Krone als bester CL-Torjäger aufsetzte, in zentraler Position an den Ball. Er drehte sich in bester Gerd-Müller-Manier um die eigene Achse und bugsierte die Kugel in Richtung des PSG-Tores, wo sie an den linken Pfosten klatschte (22.). Es blieb temporeich: Auf der anderen Seite jagte Angel Di Maria den Ball aus guter Position über das Bayern-Tor (23.).

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Eine Auswahl der Titelträger in der Champions League: Stefan Effenberg mit dem FC Bayern im Jahr 2001 (l.), Ronaldinho mit dem FC Barcelona im Jahr 2006 und Mohamed Salah mit dem FC Liverpool im Jahr 2019.  Zur Galerie
Eine Auswahl der Titelträger in der Champions League: Stefan Effenberg mit dem FC Bayern im Jahr 2001 (l.), Ronaldinho mit dem FC Barcelona im Jahr 2006 und Mohamed Salah mit dem FC Liverpool im Jahr 2019.  ©

Weit mehr als dieser Fehlversuch des Argentiniers dürfte die Bayern dann allerdings die Verletzung Jerome Boatengs getroffen haben. Der Innenverteidiger, der schon im Halbfinale gegen Olympique Lyon (3:0) mit muskulären Problemen ausgewechselt worden war, humpelte nach einem Zweikampf mit Mbappé über das Feld und konnte schließlich nicht weiterspielen. Für ihn kam Niklas Süle in die Partie (25.). Wirkliche Unordnung herrschte in der Hintermannschaft der Münchner danach aber nicht. So hatten die Bayern sogar den nächsten gefährlichen Abschluss. Mit einer akrobatischen Kopfball-Aktion prüfte Lewandowski PSG-Keeper Keylor Navas, der erst im Nachfasen sicher war (31.).

Bayern vs. PSG: Keine Tore vor der Pause

Unmittelbar vor der Pause wurde die Partie dann noch einmal turbulent. Zunächst vergab Mbappé nach einem katastrophalen Fehlpass von David Alaba aus glänzender Position (45.). Im Gegenzug forderten die Bayern nach einem Zweikampf zwischen dem deutschen Nationalspieler Thilo Kehrer und Coman vehement Elfmeter - doch Schiedsrichter Daniele Orsato (Italien) schüttelte mit dem Kopf. So ging es ohne Tore in die Kabine.

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Nach dem Seitenwechsel kamen die Münchner mit etwas mehr Schwung aus der Kabine. Zunächst reichte es aber nur zu einem erfolglosen Fernschuss von Leon Goretzka und dem einen oder anderen doch recht harten Einsteigen gegen die Franzosen. Nach knapp einer Stunde folgte dann Comans ganz großer Moment. Kimmich flankte butterweich in die Mitte, Kehrer leistete sich einen üblen Stellungsfehler und der 24-Jährige versenkte den Ball im PSG-Tor. Das Triple rückte näher - und die Bayern blieben dran. Drei Minuten nach dem 1:0, das das 500. Tor der Münchner Champions-League-Geschichte war, kam Coman erneut aus aussichtsreicher Position zum Zuge, sein Versuch verpuffte jedoch irgendwo zwischen Schuss und Pass - Thiago Silva konnte klären (62.).

Flick brachte zwei neue Flügelstürmer: Coman ersetzte Perisic, Philippe Coutinho ersetzte Serge Gnabry (68.). Der wichtigste Bayern-Profi der nächsten nennenswerten Szene war aber in einem ganz anderen Mannschaftsteil zu finden. Neuer rettete erneut in höchster Not, als er einen Versuch von Marquinhos aus kurzer Distanz abwehrte (70.). In der Folgezeit versuchte PSG alles, um sich in die Verlängerung zu kämpfen - doch die Bayern brachten das Ergebnis über die Zeit.