22. August 2022 / 21:48 Uhr

"Wir setzen uns kein Limit": Wie der FC Bayern der Konkurrenz mit dem Rekord-Start davonzieht

"Wir setzen uns kein Limit": Wie der FC Bayern der Konkurrenz mit dem Rekord-Start davonzieht

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der FC Bayern München startete furios in die neue Saison.
Der FC Bayern München startete furios in die neue Saison. © IMAGO/Jan Huebner (Montage)
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Nach dem dominanten Saisonstart des FC Bayern München und den Patzern der nominellen Titelkonkurrenten scheint das Meisterrennen in der Bundesliga erneut früh gelaufen. "Wir setzen uns kein Limit", betonte Trainer Julian Nagelsmann, der mit seinem Ensemble einen Rekord-Start hinlegte.

Es war keinesfalls als Provokation gedacht, sondern reine Routine. Nach dem glanzvollen Auftritt des FC Bayern München in der Bundesliga beim VfL Bochum ging nach Abpfiff des 7:0-Kantersieges schlicht die Arbeit weiter. Acht Feldspieler mussten auf dem Platz bleiben: die fünf Einwechselspieler und drei von der Bank, die nicht zum Einsatz gekommen waren. Unter den strengen Blicken von Fitnesstrainer Holger ­Broich sprinteten sie in ihren blendend weißen Trikots von Strafraum zu Strafraum. Belastungssteuerung, um die wenig Beanspruchten ordentlich auf Trab zu halten. Einige Heimfans im Bochumer Vonovia-Ruhrstadion pfiffen ob der Einheit, den meisten aber war aufgrund der Show zuvor die Spucke weggeblieben.

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Aber auch die Startelf der Bayern hätte nach dem 7:0 im Grunde noch eine verschärfte Trainingseinheit vertragen können. Das Team war nur einen Treffer von seinem Vereinsrekord (8:1 beim FC St. Pauli im Mai 2011) entfernt. Dennoch hagelte es Bestmarken: Elf Tore in der ersten Halbzeit an den ersten drei Spieltagen hatte es noch nie gegeben. 13 Tore in den ersten beiden Auswärtsspielen sind ebenfalls neuer Bundesliga-Rekord. Und da aller guten Dinge drei sind: Die neun Punkte samt Torbilanz von plus 14 bedeuten den besten Start aller Zeiten in der Ligahistorie.

Gerade einmal knapp 9 Prozent der Saison sind absolviert – und die Bayern laufen wieder mal allen Konkurrenten davon. "Wir setzen uns kein Limit", betonte Trainer Julian Nagelsmann im Jahr eins nach dem Abgang von Rekordtorjäger Robert Lewandowski zum FC Barcelona.

So öffnete einem das Sprinttraining nach Abpfiff die Augen für ein der Leichtathletik entlehntes Sinnbild: Das Wettrennen um den Meistertitel ist kein wirkliches. Während die Bayern auf ihrer Stadionrunde bereits in Kurve eins mächtig beschleunigen, sucht die Konkurrenz ratlos, wo eigentlich die Startblöcke sind. Als "sehr souverän und sehr spektakulär" empfand Bayerns Mittelfeldchef Joshua Kimmich das 7:0. "Wir haben es souverän runtergespielt, bis zum Ende konzentriert und zu null. Es macht sehr viel Spaß momentan, weil echt eine gute Energie in der Truppe ist."

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FC Bayern zieht einsame Kreise

Einst hatte der frühere Bayern-Präsident Uli Hoeneß gefordert: "Wir müssen dafür sorgen, dass nächstes Jahr wieder das Wehklagen einsetzt, wenn uns die anderen in der Tabelle mit dem Fernglas anschauen." Dieser Zustand ist inzwischen zementiert. Bayern ist konkurrenzlos stark, der nationalen Konkurrenz total entrückt.

Das weiße Ballett kann entspannt zuschauen, wie die Konkurrenten bereits die weiße Fahne hissen. Drei der vier weiteren Champions-League-Teilnehmer verloren am dritten Spieltag. Während Bayer Leverkusen mit null Punkten auf Platz 17 ganz dick in der Krise steckt, hat Pokalsieger RB Leipzig noch kein Ligaspiel gewonnen. Vizemeister Borussia Dortmund ist durch das wundersame 2:3 nach 2:0-Führung gegen Aufsteiger Werder Bremen wieder ins alte Phlegma verfallen, gegen Underdogs unerwartet Punkte zu lassen. "Es liegt nur an uns", meinte Kimmich auf die Patzer der Verfolgerchen angesprochen und sagte lässig: "Ich glaube nicht, dass wir so sehr auf die anderen gucken müssen."

Nagelsmann hat seiner Elf in der letzten nicht englischen Woche bis zum Beginn der Abstellungspflicht (14. November) für die Winter-WM in Katar zwei Tage freigegeben. Erst am Mittwoch beginnt die Vorbereitung auf das Heimspiel am Samstag (18.30 Uhr, Sky) gegen Borussia Mönchengladbach. Die Fohlen sind immerhin seit drei Pflichtspielen gegen Bayern ungeschlagen und kegelten den Branchenprimus im Oktober 2021 sogar mit 5:0 aus dem DFB-Pokal. Sorgt also ein Angstgegner beim Duell des Gewohnheitsersten gegen den Überraschungszweiten für einen Hauch von Spannung in der Liga? Ein klitzekleines bisschen Hoffnung besteht zumindest.

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