19. Juni 2022 / 21:11 Uhr

Theater um Bayern-Star Lewandowski: Auch bei van der Vaart, Dembélé & Co. gab es Wechsel-Zoff

Theater um Bayern-Star Lewandowski: Auch bei van der Vaart, Dembélé & Co. gab es Wechsel-Zoff

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Robert Lewandowski (links) möchte den FC Bayern München verlassen.
Robert Lewandowski (links) möchte den FC Bayern München verlassen. © IMAGO/Action Pictures/Thorge Huter/Sven Simon (Montage)
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Stürmer Robert Lewandowski würde den FC Bayern München möglichst sofort verlassen. Medial gab es schon eine Schlammschlacht mit dem Klub, die sich zuletzt wieder etwas beruhigte. Der Torjäger ist bei weitem nicht der einzige Profi, um dessen Zukunft es Theater gab. Der SPORTBUZZER blickt zurück.

Geht Robert Lewandowski oder bleibt der Stürmer des FC Bayern München beim Rekordmeister? Schon seit Wochen zieht sich das Theater um den Torjäger, der unbedingt weg will. Zuletzt hatten sich die Wogen nach heftigen Aussagen (Lewandowski: "Was in den letzten Monaten geschehen ist, kann ich mir eine weitere Zusammenarbeit nicht vorstellen. Ein Wechsel ist die beste Lösung für beide Seiten“) wieder etwas geglättet. "Ich respektiere den FC Bayern und seine Regeln. Aber Veränderungen, gerade nach so einer Zeit, gehören zum Leben des Vereins und des Spielers" sagte Stürmer zuletzt gegenüber der Bild. "Ich habe einen Vertrag, aber ich habe auch versucht dem Verein klarzumachen, wie ich fühle."

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Heißester Kandidat für einen Lewandowski-Transfer ist der FC Barcelona, der durch weitere Einnahmequellen neues Geld zur Verfügung hat. Die Bayern denken nach wie vor aber nicht daran, ihren Torjäger, der noch ein Jahr Vertrag besitzt, in diesem Sommer abzugeben. Bleibt es in der Causa Lewandowski weiter ruhig oder droht bald der nächste Zoff um den Wechsel? Es wäre nicht der erste Fall von Transfer-Theater in der Bundesliga. Lewandowski war schon mal beteiligt. Der SPORTBUZZER, das Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), blickt zurück.

Robert Lewandowski: Damals noch bei Borussia Dortmund aktiv wollte er 2013 ein Jahr vor Ablauf seines Vertrages zum FC Bayern München. Lewandowski pochte auf ein Versprechen, dass die BVB-Bosse ihm gegeben haben sollen, dass er bei einem entsprechenden Angebot gehen dürfe. Dann legten Hans-Joachim Watzke und der damalige Manager Michael Zorc aber ihr Wechsel-Veto ein. Es folgte eine Schlammschlacht zwischen Lewandowski und BVB-Seite, an deren Ende der Pole zu verbesserten Bezügen sein letztes Vertragsjahr in Dortmund erfüllte und dann zum Rekordmeister wechselte.

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Heiko Herrlich: Der ehemalige Nationalspieler löste 1995 ein Sommertheater und eine Moraldebatte aus. Gladbachs damaliger Manager Rolf Rüssmann hatte dem Angreifer angeblich einen Wechsel versprochen, wenn die Ablöse stimme. Die von Meister Dortmund reichte wohl nicht. Herrlich drohte: "Nie wieder spiele ich für Gladbach, eher höre ich mit Fußball auf." Zum ersten Gladbacher Training erschien er nicht. Nach sieben Kaugummi-Wochen wurde endlich der Wechsel zum BVB für 10,7 Millionen DM bekannt gegeben.

Ousmane Dembélé: 2017 wollte der französische Flügelflitzer Borussia Dortmund nach einem Jahr wieder verlassen. Der FC Barcelona hatte Interesse an Dembélé und dieser wollte nach Spanien wechseln. Der Franzose trat beim BVB in den Streik, erschien nicht zum Training und soll sogar nach Barcelona geflogen sein, um dadurch seinen Wechsel erzwingen. Der Klub suspendierte ihn, lehnte die Angebote des spanischen Topklubs ab. Am Ende einigte sich der BVB mit dem FC Barcelona auf eine Ablöse von 105 Millionen Euro plus Bonuszahlungen.

Anthony Modeste: Der Stürmer des 1. FC Köln hatte eine Ausstiegsklausel im Vertrag, kokettierte 2016 mit einem Millionenangebot aus China. Alles nur Show, der FC kaufte ihm die Klausel ab, der Vertrag wurde verlängert. Ein Jahr später gab es ein erneutes Angebot aus China von Tianjin. Diesmal wollte der Stürmer weg, reiste nach China und bestand den Medizincheck, alles ohne Absprache mit Köln. Es folgte ein öffentlich ausgetragener Zoff. Der FC stellte Modeste frei, der weigerte sich aber, einen Auflösungsvertrag zu unterschreiben und verklagte die Kölner auf Rückkehr ins Training. Wenig später wechselte er dann doch für 30 Millionen Euro zu Tianjin.

Rafael van der Vaart: Die Niederländer in Diensten des Hamburger SV wollte 2007 unbedingt zu Real Madrid wechseln. Mit einer fragwürdigen Krankmeldung hatte er versucht, den Wechsel herbeizuführen. Der Transfer zu den Königlichen platzte allerdings, van der Vaart wollte aber unbedingt weiterhin weg. Sein neues Ziel wurde der FC Valencia. Der Mittelfeldspieler ließ sich mit einem Trikot des spanischen Klubs ablichten. Aber auch dieser Wechsel kam nicht zustande – van der Vaart bekam den Spitznamen "van der Verrat". Er blieb beim HSV und wechselte dann ein Jahr später nach Madrid zu Real.