05. März 2020 / 10:50 Uhr

FC Bayern startet Kampagne "Rot gegen Rassismus" – Davies: "Müssen dagegen aufstehen"

FC Bayern startet Kampagne "Rot gegen Rassismus" – Davies: "Müssen dagegen aufstehen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der FC Bayern startet vor dem Spiel gegen den FC Augsburg die Aktion Rot gegen Rassismus.
Der FC Bayern startet vor dem Spiel gegen den FC Augsburg die Aktion "Rot gegen Rassismus". © Getty
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Der FC Bayern startet vor dem Bundesliga-Spiel gegen Augsburg die Aktion "Rot gegen Rassismus" und will ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Intoleranz setzen. Spieler und Verantwortliche beziehen Position. Der FCB sieht sich allerdings wegen seiner Kooperation mit dem Emirat Katar auch mit Kritik konfrontiert.

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Der FC Bayern München will mit der Aktion „Rot gegen Rassismus“ ein Zeichen gegen Ausgrenzung, Beleidigungen und Intoleranz setzen. Der Rekordmeister startete am Donnerstag diese Initiative. "Wir wollen mit unserer Aktion Haltung gegen Hass, Hetze und jede Art von Gewalt zeigen. Rassismus ist mit die schlimmste Form der Diskriminierung und hat in unserer Welt keinen Platz. Fußball muss Freude machen. Dafür steht der FC Bayern - genauso wie für die Werte Toleranz, Respekt und Vielfalt", erklärte Vereinspräsident Herbert Hainer.

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In der Aktion beziehen Spielerinnen und Spieler aus der Fußball- und Basketball-Abteilung des FC Bayern sowie Vereinsverantwortliche mit persönlichen Stellungnahmen Position. "Meine Eltern sind aus Liberia geflohen, ich wurde in Ghana geboren, bin in Kanada aufgewachsen und fühle mich jetzt in München zuhause", sagte Shootingstar Alphonso Davies. "Das ist meine Geschichte: Vom Flüchtlingsbaby zum Spieler eines Topvereins in der Champions League." Rassismus gebe es "überall auf der Welt - und wir müssen dagegen aufstehen. (...) Rassismus gehört nicht zum Fußball."

Thiago: "Geht darum, niemanden auszugrenzen"

Der langjährige Bayern-Star Thiago betonte, dass er "leider schon viele Male" Rassismus erlebt habe, den er nie verstand. "Ich frage diese Menschen: Warum denkst du so? Ich denke nicht so. Ich lebe nicht so." Rassismus mache ihn "wütend und traurig", sagte der 28-Jährige. "Demokratie bedeutet, dass man Toleranz lebt und zusammensteht. Es geht darum, niemanden auszugrenzen. Sondern jeden an unserer Welt teilhaben zu lassen."

Rummenigge: Stadionkultur soll "wieder von Vernunft und Menschlichkeit bestimmt" werden

Zuletzt war etwa Hertha-Profi Jordan Torunarigha im DFB-Pokal-Spiel beim FC Schalke rassistisch beleidigt worden. "In den vergangenen Wochen ist es in den Stadien der Bundesliga zu Vorfällen gekommen, die uns allen nicht gefallen können", sagte Karl-Heinz Rummenigge.

Insbesondere "die sich häufenden Fälle von Rassismus bereiten" den Münchnern große Sorge, erklärte der Vorstandschef. "Deshalb zeigen wir dem Rassismus die rote Karte. Mit unserer lange geplanten Aktion 'Rot gegen Rassismus' wollen wir dazu beitragen, dass unsere Stadionkultur, um die man uns in ganz Europa beneidet, wieder von Vernunft und Menschlichkeit bestimmt wird." Die Aktion war bereits schon länger und vor dem vergangenen Bundesliga-Spieltag geplant. Beleidigungen gegen den Hoffenheimer Geldgeber Dietmar Hopp sorgten bei der Bayern-Partie gegen die TSG für zwei Spielunterbrechungen.

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Kritik am FC Bayern wegen Kooperation mit dem Emirat Katar

Die Aktion bringt dem FC Bayern im Netz auch Kritik und Vorwürfe einer Doppelmoral ein - Hintergrund ist der Sponsoring-Vertrag mit Qatar Airways und die fast schon traditionell engen Verbindungen zum Emirat Katar, wo der FC Bayern seit einem Jahrzehnt seine Winter-Trainingslager abhält. In dem Land am Persischen Gold werden Menschenrechte oft missachtet, die Nichtregierungsorganisation Freedom House schätzt den Katar ähnlich wie Amnesty International als "nicht freien" Staat ein. Homosexualität ist verboten, Religionsaustritt gilt als Kapitalverbrechen.