11. Oktober 2020 / 09:40 Uhr

Bayern-Boss Rummenigge geht DFB hart an: "Interessen abseits des Fußballs überwiegen"

Bayern-Boss Rummenigge geht DFB hart an: "Interessen abseits des Fußballs überwiegen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Karl-Heinz Rummenigge kritisiert den DFB für einen gewissen Wertewandel im negativen Sinne.
Karl-Heinz Rummenigge kritisiert den DFB für einen "gewissen Wertewandel" im negativen Sinne. © Kevin Voigt/Jan Huebner/Pool
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Der Deutsche Fußball-Bund hat aus Sicht von Karl-Heinz Rummenigge in der Vergangenheit einige Fehler gemacht. Der Vorstandsboss des FC Bayern kritisiert einen "gewissen Wertewandel" beim DFB, der "dringend in ruhiges Fahrwasser zurückkehren" müsse.

Karl-Heinz Rummenigge hat beim Deutschen Fußball-Bund einen "gewissen Wertewandel" festgestellt – und meint das negativ. Nach dem Titelgewinn bei der WM 2014 sei versucht worden, "diesen großen Erfolg finanziell auszunutzen", sagte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München der Bild am Sonntag. Dazu zählten auch die großen Sponsoren-Verträge. "Ich weiß von unseren Spielern, dass es bei jedem Länderspiel vermehrt Sponsoringtermine gab. Aber wer im Fußball tätig ist – egal ob bei einem Klub oder beim DFB –, muss auch den Fußball exklusiv in den Mittelpunkt stellen."

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Derzeit "überwiegen beim DFB Interessen abseits des Fußballs", sagte Rummenigge. Bundestrainer Joachim Löw, den er als "der arme Jogi Löw" bezeichnete, habe das Freundschaftsspiel am vergangenen Mittwoch gegen die Türkei (3:3) bestreiten müssen, "damit Geld in die Kassen kommt, angeblich fehlen 15 Millionen Euro", sagte Rummenigge. "Was sind 15 Millionen im Vergleich zu dem, was die Bundesliga-Klubs verlieren?" Das Problem sei: "Geld, Vermarktung und Politik haben Priorität, aber nicht der Fußball."

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Der DFB, der vergangene Woche durch die Razzia der Frankfurter Staatsanwaltschaft erneut erschüttert worden war, müsse "dringend in ruhiges Fahrwasser zurückkehren", sagte Rummenigge: "Das ist die primäre Aufgabe von Präsident Fritz Keller." Die Ermittler werfen einzelnen ehemaligen und aktuellen DFB-Funktionären vor, Erlöse aus der Bandenwerbung von Heim-Länderspielen der Nationalmannschaft in den Jahren 2014 und 2015 bewusst falsch versteuert zu haben.

Rummenigge: DFB-Elf "immer noch die wichtigste Mannschaft in Deutschland"

Das Ansehen der Nationalmannschaft hat laut Rummenigge in den vergangenen Jahren aber nicht entscheidend gelitten. "Nein, ich habe 95 Länderspiele gemacht und weiß, welch hohen Stellenwert die Nationalmannschaft hat", sagte der 65-Jährige. "Selbst nach der vergangenen Saison, die der FC Bayern hoch dekoriert beendet hat, sage ich: Die Nationalmannschaft ist im Moment vielleicht nicht die beste, aber immer noch die wichtigste Mannschaft in Deutschland."