09. Februar 2021 / 19:00 Uhr

Bayern-Boss Rummenigge: Der Fußball kann beim Impfen "mit gutem Vorbild vorangehen"

Bayern-Boss Rummenigge: Der Fußball kann beim Impfen "mit gutem Vorbild vorangehen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hat sich in die Impf-Debatte eingeschaltet.
Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hat sich in die Impf-Debatte eingeschaltet. © Getty Images
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Karl-Heinz Rummenigge hat angeregt, Spitzensportler beim Thema Impfen nicht außen vor zu lassen - auch, um der Skepsis in der Bevölkerung entgegen zu treten. Der Vorstandschef des FC Bayern spricht sich zudem für eine rasche Rückkehr von Fans in die Stadien aus, sobald dies gesundheitlich vertretbar sei.

Dürfen geimpfte Menschen schon bald wieder Veranstaltungen besuchen? Diese Frage beschäftigte in der vergangenen Woche auch die Vereine in der Bundesliga, nachdem der Geschäftsführer von Ticketdienstleister CTS Eventim, Klaus-Peter Schulenberg, diese Debatte in der WirtschaftsWoche angestoßen hatte. Nun hat sich auch Karl-Heinz Rummenigge eingeschaltet. Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München traut dem Fußball diesbezüglich sogar eine Vorreiter-Rolle zu, wie er gegenüber Sport1 erklärte.

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"Je mehr geimpft wird, desto mehr Zuschauer könnten eines Tages ohne jegliche Angst ins Stadion zurückkehren", sagte Rummenigge, der zurzeit im Rahmen der Klub-WM mit dem FCB in Katar weilt. "Wir beim FC Bayern sind daran interessiert, nicht nur aus finanziellen, sondern aus Gründen der Fußballkultur, Atmosphäre und Emotionen in die Stadien zurückzubringen." Er will gemeinsam mit der Politik entsprechende Konzepte ausarbeiten und sieht dafür eine klare Perspektive: "Ich glaube, dass es spätestens ab Mitte des Jahres die realistische Chance gibt, wieder mit Zuschauern zu spielen." Dies gelte allerdings "nur soweit man das mit Blick auf die Gesundheit verantworten" könne.

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Ganz generell sieht der FCB-Boss beim Thema Impfen Nachholbedarf, bei dem der Fußball helfen könne. Ihm fallen zwei Dinge auf: Einerseits ein Mangel an Impfstoff, zweitens aber auch eine generelle Skepsis der Bevölkerung. "Hier kann der Fußball aber etwas ganz Wichtiges leisten und mit gutem Vorbild vorangehen. Lässt sich beispielsweise ein Spieler des FC Bayern impfen, wächst das Vertrauen in der Bevölkerung."

Rummenigge: "Wir wollen uns überhaupt nicht vordrängen"

Als ehemaliger Sportler wisse er schließlich, dass der Körper für einen Athleten alles bedeute, weshalb man der Impf-Kampagne Glaubwürdigkeit verschaffen würde. "Wir wollen uns überhaupt nicht vordrängen, aber Fußballer könnten als Vorbild einen gesellschaftlichen Beitrag leisten", sagte Rummenigge.

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Spitzensportler sind in der aktuellen Impfverordnung nicht priorisiert

Spitzensportler sind in der aktuellen Impfverordnung mit Einteilung in verschiedene Gruppen nicht priorisiert. Vorrang haben zunächst Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen sowie alle Menschen über 80. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat mehrfach angekündigt, bis zum 21. September allen Erwachsenen in Deutschland, die geimpft werden wollen, ein Angebot machen zu wollen. DOSB-Präsident Alfons Hörmann hatte sich dafür ausgesprochen, dass zumindest mögliche Teilnahmer an den Olympischen Spielen "im zweiten Quartal möglichst bald an die Reihe kommen - nicht im Sinne einer Bevorzugung, sondern dann, wenn genügend Impfstoff da ist".

Speerwurf-Bundestrainer Boris Obergföll wünscht sich ebenfalls eine Impfung der deutschen Olympia-Delegation. "Aus Deutschland werden rund 1000 Athleten und Betreuer nach Tokio reisen. Das sind 1000 von 83 Millionen Menschen", sagte er der dpa. "Sie sollten geimpft werden - und wenn es geht, im Juni und nicht zwei Wochen vor den Spielen. Darüber sollte man nachdenken." Zuerst müsste man schauen, dass die 20 Millionen Menschen aus den Risikogruppen geimpft würden, räumte Obergföll ein.

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