26. Januar 2020 / 12:57 Uhr

Herabsetzung der Altersgrenze: Bayern-Sportdirektor Salihamidzic sieht Chancen und Risiken

Herabsetzung der Altersgrenze: Bayern-Sportdirektor Salihamidzic sieht Chancen und Risiken

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic hat sich zu einer möglichen Herabsetzung der Altersgrenze im Profi-Fußball geäußert. 
Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic hat sich zu einer möglichen Herabsetzung der Altersgrenze im Profi-Fußball geäußert.  © imago images/Sven Simon
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Soll die Altersgrenze für Nachwuchsspieler im Profi-Fußball gesenkt werden? Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic benennt Pro und Kontra - und sensibilisiert: "Da müssen wir aufpassen."

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In der Debatte um eine Senkung der Altersgrenze im deutschen Profi-Fußball hat Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic vor möglichen Nachteilen der Bundesligavereine im internationalen Wettbewerb gewarnt. Der Ex-Profi gibt aber auch zu bedenken, dass es bei der Entwicklung von Nachwuchsspielern nicht nur um den Fußball gehen dürfe.

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„Wir haben auch eine große Verantwortung den Jungs gegenüber, dass sie auch in der Schule sehr gut sind. Auch darum kümmern wir uns. Da muss man vorsichtig sein“, sagte Salihamidzic nach dem 5:0 des FC Bayern am Samstagabend in der Bundesliga gegen Schalke 04.

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„Es bewegt sich etwas“, sagte der Münchner Sportchef zur Debatte um den Einsatz von Akteuren unter 17 Jahren in der Bundesliga und 2. Liga, die maßgeblich von Borussia Dortmund angestoßen wurde. Damit könnte das 15 Jahre alte Supertalent Youssoufa Moukoko womöglich schon bald sein Debüt im Fußball-Oberhaus geben. „Es gibt immer wieder junge Spieler, die körperlich schon sehr weit sind, nicht nur in Dortmund, auch international. Da sind Einsätze normal“, sagte Salihamidzic und fragte: „Warum sollen wir einen Nachteil haben?“ Auf dem Transfermarkt werden für Talente schon horrende Ablösesummen geboten. Frühere Einsatzchancen in großen Ligen wie England oder Spanien können da auch ein Wechsel-Argument sein.

Salihamidzic: "Keinen Nachteil gegenüber der Konkurrenz haben"

Die Teenager müssten sich aber auch als Persönlichkeiten entwickeln, mahnte Salihamidzic. „Da müssen wir aufpassen.“ Allerdings habe sich der Fußball verändert, die jungen Spieler seien körperlich früher entwickelt und damit auch früher reif für Einsätze im Profibereich. Es sei „der richtige Schritt, dass wir auch in Deutschland keinen Nachteil haben der Konkurrenz gegenüber“, meinte der Sportdirektor.

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Jamal Musiala (von links), Youssoufa Moukoko und Florian Wirtz zählen zu den jüngsten Bundesliga-Spielern der Geschichte. Zur Galerie
Jamal Musiala (von links), Youssoufa Moukoko und Florian Wirtz zählen zu den jüngsten Bundesliga-Spielern der Geschichte. ©

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) plant, die Altersgrenze im Profibereich herabzusetzen. Aktuell sieht die Regelung vor, dass Spieler bei ihrem Liga-Debüt das 18. Lebensjahr vollendet haben müssen oder zum jüngeren Jahrgang der U19 zählen. Eine Regeländerung bedarf der Zustimmung der DFL-Vollversammlung der 36 Erst- und Zweitligisten. Die nächste Tagung ist Ende März.

Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann sieht etwaige Pläne hingegen sehr kritisch. Der 32 Jahre alte frühere Nachwuchscoach hat dabei vor allem die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Spieler im Blick. "Spontan gesagt, bin ich davon nicht der allergrößte Freund. Es wird sich viel über mangelnde Entwicklungsmöglichkeiten von Führungspersönlichkeiten auf Spielerebene beklagt. Wenn ich die Spieler noch früher hoch schiebe, sind sie noch mehr Druck ausgesetzt, werden noch mehr beäugt."