14. Dezember 2019 / 12:03 Uhr

FC Bayern: Hoeneß-Nachfolger Herbert Hainer schließt Superliga aus - und verteidigt WM in Katar

FC Bayern: Hoeneß-Nachfolger Herbert Hainer schließt Superliga aus - und verteidigt WM in Katar

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bayern-Präsident Herbert Hainer setzt sich dafür ein, dass der FC Bayern in der Bundesliga bleibt und nicht in einer möglichen Superliga spielt.
Bayern-Präsident Herbert Hainer setzt sich dafür ein, dass der FC Bayern in der Bundesliga bleibt und nicht in einer möglichen Superliga spielt. © 2019 Getty Images
Anzeige

Seit einem Bericht über angebliche Pläne von Real Madrid für eine Superliga ist das Thema wieder aktuell. Geht es nach Präsident Herbert Hainer, wird der FC Bayern dabei keine Rolle spielen - das erklärte der Nachfolger von Uli Hoeneß in einem Interview. Außerdem sprach er über die WM in Katar.

Anzeige
Anzeige

Der neue Präsident Herbert Hainer sieht den FC Bayern München fest in der Bundesliga verankert. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung lehnte der Nachfolger des langjährigen Vereins-Chefs Uli Hoeneß jegliche Pläne für eine europäischen Superliga ab. „Wir stehen zur Bundesliga! Ohne Wenn und Aber“, sagte der 65 Jahre alte ehemalige Chef des Sportartikel-Herstellers Adidas, der seit November an der Spitze des deutschen Rekordmeisters.

Hainer: Champions League "eine Erfolgsgeschichte"

Der FC Bayern habe „überhaupt kein Interesse an irgendeiner Superliga, das kann man ganz klar festhalten“, betonte Hainer. Der Boss der Münchner sei sehr zufrieden mit der aktuellen Königsklasse. „Gleichzeitig wollen wir natürlich international Erfolg haben, aber dafür gibt es ja die Champions League, die eine Erfolgsgeschichte ist, wie ich finde, mit einem schlüssigen Format.“

Mehr zum FC Bayern

Zuletzt war das Thema Superliga wieder vermehrt diskutiert worden. Dafür sorgte ein Bericht der Financial Times, wonach Real Madrid angeblich eine Weltliga als Konkurrenz zur Champions League plane. Ein Modell bestehe dabei aus zwei Ligen mit je 20 Mannschaften. Acht dieser Mannschaften könnten die Gründungsvereine der Welt-Klubvereinigung WFCA sein, zu deren Präsident Real-Chef Florentino Perez im vergangenen Monat gewählt worden war. Dazu gehören neben den Königlichen auch der AC Mailand, Auckland City (Neuseeland), Boca Juniors und River Plate (beide Argentinien), Club America (Mexiko), Guangzhou Evergrande (China), Mazembe (DR Kongo). Bemerkenswert: Die Bundesliga ist in diesem Kreis bislang ohnehin nicht vertreten.

50 ehemalige Bayern-Spieler und was aus ihnen wurde

Roque Santa Cruz, Bastian Schweinsteiger, Mario Götze: Was wurde aus den ehemaligen Spielern vom FC Bayern? Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt 50 Ex-Profis der Münchner – und was sie jetzt machen. Zur Galerie
Roque Santa Cruz, Bastian Schweinsteiger, Mario Götze: Was wurde aus den ehemaligen Spielern vom FC Bayern? Der SPORTBUZZER zeigt 50 Ex-Profis der Münchner – und was sie jetzt machen. ©
Anzeige

Die Reaktion von UEFA-Präsident Alexander Ceferin zu dieser Idee ließ nicht lange auf sich warten. "Es ist kaum vorstellbar, sich einen egoistischeren Plan auszudenken", ätzte der Slowene. Er kann sich eine Umsetzung nicht vorstellen. „Glücklicherweise gibt es immer noch zu viel gesunden Menschenverstand im Spiel, als dass diese Art von verrückter Vorstellungerfolgreich sein könnte", sagte Ceferin. Zuvor hatte es bereits weitere Vorstöße für eine Superliga gegeben, die von den europäischen Top-Klubs gekommen waren. Dagegen stellte sich der europäische Fußballverband mit einer möglichen Reform der Champions League, die wiederum einige Vertreter der Top-Ligen aufbrachte.

Kritik an Katar-WM? "Es gibt Fortschritte"

Ähnlich kritisch wie eine mögliche Superliga wird das Trainingslager des FC Bayern in Katar gesehen, wo auch die WM 2022 stattfinden wird. Dies sorgt für mächtig Kritik, auch von einigen Bundesliga-Vertretern wie Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic. Der Staat wird häufig mit Menschenrechtsverletzungen in Verbindung gebracht. Doch FCB-Präsident Hainer verteidigt die Auslands-Aktivitäten der Münchner und auch das für den Winter angesetzte Turnier in drei Jahren: "Eines kommt mir in dieser Diskussion immer zu kurz: Für mich steht fest, dass sich in Staaten wie Katar Veränderungen und Verbesserungen ergeben, wenn die Welt wegen eines Trainingslagers oder einer Fußball-WM genauer hinschaut."

Die Karriere von Uli Hoeneß beim FC Bayern in Bildern

Uli Hoeneß und der FC Bayern - zwei Namen, die für viele Fans untrennbar miteinander verbunden sind. Das ist die Zeit des ehemaligen Nationalspielers seit seinem Amtsantritt als Bayern-Verantwortlicher in Bildern.
Zur Galerie
Uli Hoeneß und der FC Bayern - zwei Namen, die für viele Fans untrennbar miteinander verbunden sind. Das ist die Zeit des ehemaligen Nationalspielers seit seinem Amtsantritt als Bayern-Verantwortlicher in Bildern. ©

Hoeneß-Nachfolger Hainer bekräftigt, dass der FC Bayern viel dafür tue, die Bedingungen in Katar zu verbessern. "Wir reden ja mit Menschenrechtsorganisationen und internationalen Gewerkschaften, und wir hören das immer wieder: Es gibt Fortschritte, sobald öffentliches Interesse vorhanden ist, wenn man in den Dialog tritt und eben nicht ausgrenzt", sagt der 65-Jährige. "Die Bedingungen an der Aspire Academy sind perfekt, das Klima ist ideal", begründet Hainer das FCB-Trainingslager: "Und man kann uns wirklich abnehmen, dass wir mit dem entsprechenden Bewusstsein da hinfahren und dass uns Verbesserungen in diesen Teilen der Welt wichtig sind."

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus aller Welt