28. Dezember 2020 / 07:26 Uhr

Trainerteam adelt Chef-Coach Flick - Gerland: "Hansi lebt das Bayern-Gen aus und vor"

Trainerteam adelt Chef-Coach Flick - Gerland: "Hansi lebt das Bayern-Gen aus und vor"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bayern-Coach Hansi Flick (links) zusammen mit seinem Co-Trainer Hermann Gerland.
Bayern-Coach Hansi Flick (links) zusammen mit seinem Co-Trainer Hermann Gerland. © Getty Images
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42 Siege in 48 Spielen - und fünf Titel: 2020 war das Jahr des FC Bayern und ganz besonders des Trainers Hansi Flick. Im "Kicker" sprechen Mitglieder des Trainer-Teams der Münchner über den Chef-Coach. Und Vorstand Oliver Kahn denkt nicht an einen Flick-Wechsel zum DFB.

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Zwei Wochen ohne Spiel. Das kurze Durchpusten rund um Weihnachten kosten nicht nur die in diesem verflixten Corona-Jahr arg strapazierten Fußball-Profis des FC Bayern aus, sondern auch ihr Chef. "Die Pause tut uns gut", bekannte Hansi Flick zum Ende des Münchner Fünf-Titel-Jahres. Er gab aber zugleich zu: "Als Trainer ist man auch in der freien Zeit mit den Gedanken beim Fußball."

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Flick geht als Mann des Jahres in die Fußball-Historie 2020 ein, auch wenn er bei der FIFA-Wahl zum Welttrainer des Jahres zur Überraschung vieler nur Platz zwei hinter Jürgen Klopp vom FC Liverpool belegte. Vom Fachmagazin Kicker wurde der Triple-Trainer zur "Persönlichkeit des Jahres 2020" gekürt, "weil er diesen überragenden Erfolg erstens durch Teamarbeit aus Überzeugung schuf und zweitens mit einer geerdeten Bescheidenheit annimmt, die dem Fußball inmitten seiner Kulturkrise sehr guttut". Assistent Hermann Gerland betonte in seinem Glückwunschtext: "Er ist von Grund auf ein guter Mensch" - und würdigte seinen Chef: "Als absoluter Teamplayer nimmt er uns alle mit. Wenn er es für richtig hält, holt er sich bei seinen Mitarbeitern Rat ein und befolgt ihn auch, wenn er damit Verbesserungen einleiten kann. Er hält sich nicht für allwissend."

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"Der Teamgedanke wird bei Hansi großgeschrieben. Jeder spürt das Vertrauen, jeder darf sich ausleben", beschreibt Assistent und Ex-Profi Miroslav Klose die Arbeit unter dem Nachfolger von Niko Kovac. 42 von 48 Pflichtspielen hat das von Flick umstrukturierte Bayern-Team in diesem Jahr gewonnen und lediglich ein einziges verloren; Ende September in der Bundesliga mit 1:4 bei der TSG Hoffenheim. Gut, besser, Hansi Flick! "Seine Maxime lautet, dass er immer gewinnen will, so klar wie eben möglich. Führen wir 1:0, will er das zweite und dritte Tor. Er lebt da das Bayern-Gen aus und vor", berichtet Gerland. Team-Managerin Kathleen Krüger erklärt: "Hansi interessiert sich für den und die Menschen, auch über das Tägliche hinaus. Das Menschliche darf bei ihm nie fehlen."

Schon am Dienstag geht an der Säbener Straße die Trainingsarbeit wieder los. Am kommenden Sonntag geht es für den Serienmeister und Tabellenführer in der Bundesliga mit dem Heimspiel gegen den Abstiegskandidaten Mainz 05 weiter. Im Januar stehen gleich wieder sieben Partien an. Auf maximal 35 könnte sich das Mammutprogramm in allen Wettbewerben bis zum Champions-League-Finale am 29. Mai in Istanbul summieren - sofern die Corona-Pandemie alles zulässt.


Kahn über Flick: "Hansi ist hier noch nicht fertig"

Ans Zurücklehnen denkt aber keiner der Allesgewinner. Der 55 Jahre alte Flick bemüht einen "schönen Spruch", den er immer und immer wieder aufsagt: "Erfolg ist nur gemietet - und die Miete ist jeden Tag fällig. Das soll heißen, dass wir uns auf dem, was wir erreicht haben, nicht ausruhen." Alle fünf gemieteten Trophäen - von der Meisterschale bis zum Henkelpott der Königsklasse - stehen im neuen Jahr zur Verteidigung an. Vorstand Oliver Kahn rechnet bei dieser Mission weiter mit Flick. Der Ex-Profi macht sich um eine mögliche Abwerbung vom Triple-Trainer durch den Deutschen Fußball-Bund keine Sorgen. "Hansi Flick hat einen langfristigen Vertrag. Ich weiß auch gar nicht, ob Hansi das überhaupt will", sagte der ehemalige Nationaltorhüter in einem Interview mit der Sport Bild: "Er bricht hier einen Rekord nach dem anderen und ist sehr zufrieden. Hansi ist hier noch nicht fertig mit der Entwicklung der Mannschaft."

Flick habe es geschafft, den deutschen Rekordmeister zu fünf Titeln zu führen. "Was mich besonders fasziniert: die Disziplin der Mannschaft, diese Leistungen vor leeren Rängen zu zeigen", meinte Kahn. "Wie das Team bis jetzt damit umgeht, ist fantastisch. Ich weiß nicht, wie mir das gelungen wäre. Fans waren für mich das Salz in der Suppe", meinte der 51-Jährige.