16. April 2021 / 08:00 Uhr

Michael Rummenigge: Warum Flick Trainer des FC Bayern bleibt und Nagelsmann keine Alternative ist

Michael Rummenigge: Warum Flick Trainer des FC Bayern bleibt und Nagelsmann keine Alternative ist

Michael Rummenigge
RedaktionsNetzwerk Deutschland
SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge sieht Trainer Hansi Flick auch künftig beim FC Bayern.
SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge sieht Trainer Hansi Flick auch künftig beim FC Bayern. © Getty Images (Montage)
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SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge analysiert die Trainersituation beim FC Bayern. Dabei erklärt er, warum er von einem Verbleib von Hansi Flick ausgeht und weshalb Julian Nagelsmann derzeit keine Alternative ist.

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So viel Betrieb wie in dieser Woche gab es auf dem Trainermarkt wohl selten. Adi Hütter wechselt zur kommenden Saison von Eintracht Frankfurt zu Borussia Mönchengladbach. Diese Personale ist also schon mal unverrückbar. Für noch mehr Wirbel sorgt allerdings die Debatte rund um den FC Bayern. Viele haben den langen Monolog von Hansi Flick nach dem Champions-League-Aus in Paris als Abschiedsrede interpretiert. Und tatsächlich waren die Worte des sonst so besonnen und kontrolliert auftretenden Trainers fast schon eine Art Gefühlsausbruch. Ich sage aber: Die Münchner werden auch in die kommende Saison mit Flick gehen!

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Warum? Dafür kenne ich meinen Bruder zu gut. Wenn sich Karl-Heinz etwas in den Kopf gesetzt hat, hält er auch daran fest. In diesem Falle also an Hansi Flick, Kalle wird ihn niemals freiwillig ziehen lassen. Einzige Hintertür: Flick müsste zu den Bayern-Verantwortlichen kommen und mit aller Macht auf seinen Abschied drängen. Dies ist bisher allerdings nicht geschehen. Und ich kann mir auch nicht so recht vorstellen, dass dies noch passieren wird. Denn: Hansi fühlt sich in München grundsätzlich sehr wohl. Und aus Sicht des Klubs muss man festhalten, dass der Trainer einen Vertrag bis 2023 hat. Warum sollte man sich also schwächen und ihn ziehen lassen? Zumal der DFB nie im Leben eine Ablösesumme zahlen wird. Dafür ist der Verband viel zu konservativ.

Bleiben die Meinungsverschiedenheiten zwischen Flick und Hasan Salihamidzic. Da sich die Bayern nicht von ihrem Sportvorstand trennen werden, braucht es eine große Aussprache, die wohl zeitnah erfolgen wird. Die Bayern werden alles daran setzen, dass man sich zusammenrauft. Karl-Heinz will bei seinem Abschied zum Jahresende ein bestelltes Feld hinterlassen – dafür braucht man einen Top-Trainer. Wen soll Bayern denn anstelle von Flick holen? Julian Nagelsmann wird den Job an der Säbener Straße sicherlich irgendwann übernehmen, aber der jetzige Zeitpunkt wäre zu früh. Zudem dürfte man sie bei RB Leipzig die gleiche rhetorische Frage stellen wie in München: Warum sollten wir unseren vertraglich gebundenen Trainer gehen lassen?

Nagelsmann besitzt keine Ausstiegsklausel, es wird über eine Ablöse zwischen 15 und 30 Millionen spekuliert – das wird der FC Bayern niemals zahlen. Und einen anderen potenziellen Trainer für die Münchner sehe ich auf dem Markt nicht. Manch einer mag nun Ralf Rangnick nennen. Aber ein Engagement des 62-Jährigen bei den Bayern kann ich mir nicht vorstellen.