21. Februar 2020 / 11:17 Uhr

Trainerdebatte beim FC Bayern: Tuchel und ten Hag bleiben die Schattenmänner von Flick

Trainerdebatte beim FC Bayern: Tuchel und ten Hag bleiben die Schattenmänner von Flick

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Noch ist unklar, ob Hansi Flick über die Saison hinaus eine Zukunft beim FC Bayern hat. 
Noch ist unklar, ob Hansi Flick über die Saison hinaus eine Zukunft beim FC Bayern hat.  © imago images/RHR-Foto/Montage
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Was passiert mit Hansi Flick beim FC Bayern? Der Vertrag des Trainers endet nach der Saison und bisher zögert der Rekordmeister, über Flicks Zukunft zu entscheiden. Die guten Ergebnisse des 54-Jährigen sprechen für sich - aber auch Namen wie Thomas Tuchel und Erik ten Hag bleiben ein Thema.

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Mehr Favorit sein geht nicht. Der Abomeister FC Bayern München empfängt am Freitag (20.30 Uhr, DAZN) Aufsteiger SC Paderborn in der Bundesliga. Der Tabellenführer, der bereits ab Schlusspfiff den Blick auf höhere Aufgaben, auf das erste Champions-League-Achtelfinale kommenden Dienstag beim FC Chelsea, richtet, gegen den Tabellenletzten. In den bisherigen fünf Pflichtspielen gegeneinander schoss Bayern 24 Tore, Paderborn drei. Noch Fragen?

Auch für Cheftrainer Hansi Flick ist das Paderborn-Spiel ein Warm-up für Chelsea und notwendige Pflichterfüllung. Erst in den Wochen danach geht es um seine Zukunft und einen möglichen Zweijahresvertrag ab Juli, sein aktuelles Arbeitspapier endet mit der laufenden Saison. Ein Schwebezustand. Der 54-Jährige gibt vor, damit locker und entspannt umzugehen. "Ich lebe in der Gegenwart, das ist das Wichtigste. Mir macht es Spaß", erklärte er am Donnerstag zum wiederholten Male. Ob ihn die unklare Zukunft nerve?

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Flick holte aus: "Wir versuchen, gute Arbeit abzuliefern, in allen drei Wettbewerben möglichst gut abzuschneiden. Was dann kommt, wie es kommt – das steht in den Sternen. Es ist für mich so: Der FC Bayern hat ein bisschen Ruhe zu überlegen, was in der Zukunft sein soll. Wenn man überzeugt ist, wird man eine Entscheidung treffen." Aber wann? Erst im Mai, wie Präsident Herbert Hainer zuletzt angedeutet hatte? Oder schon im März nach dem Rückspiel gegen Chelsea (18. März), wie es die früheren Erfolgstrainer Jupp Heynckes und Ottmar Hitzfeld gefordert hatten?

Die Zusammenarbeit zwischen Flick und den FCB-Stars ist harmonisch

Die Flick-Bilanz bisher: 16 Partien, 13 Siege, ein Remis (das 0:0 vor knapp zwei Wochen gegen Leipzig) und zwei Pleiten. Noch wichtiger: Die neue, wieder mutigere und offensivere Spielweise dank der veränderten Ausrichtung unter Flick gefällt den Bossen, den Fans und vor allem den Spielern, die sich für ihren Coach aussprechen, weil die Zusammenarbeit harmonisch und vertrauensvoll abläuft. Am Donnerstag lobte Flick noch einmal sein Team und damit nicht zuletzt sich selbst: "Wir haben überwiegend tollen Fußball gespielt."

Doch die Bayern-Bosse warten das Abschneiden in den entscheidenden Wochen der Saison ab, halten Augen und Ohren offen. Was passiert in Paris mit Trainer Thomas Tuchel, wenn PSG im Achtelfinale gegen Borussia Dortmund ausscheidet? Ex-Bayern-Trainer Pep Guardiola (2013 bis 2016), um den es immer mal wieder wilde Gerüchte gibt, bekannte sich trotz des zweijährigen Ausschlusses aus der Champions League durch die UEFA zu seinem Verein Manchester City: "Das ist mein Verein, und ich werde hier sein." Den Niederländer Erik ten Hag von Ajax Amsterdam hat Bayern weiter in der Hinterhand. Aber: Ist er besser, charismatischer als Flick?

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"Wenn es dann so sein sollte, dass sie einen anderen Trainer haben wollen, dann geht bei mir die Welt auch nicht unter, dann geht mein Leben auch weiter", betonte Flick und ließ damit aufhorchen. Man merkt: Er sieht seine Position durch die Erfolge gestärkt. Ein Zurück in die Rolle als Co-Trainer gibt es für ihn nicht mehr, auch nicht bei Bayern. Anfragen anderer Vereine bestätigte er ("Die hatte ich schon immer und habe nie etwas rausgelassen").

Wie lange möchte Flick mit der Ungewissheit leben?

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Es bleiben Fragen: Wie lange möchte er mit der Ungewissheit leben? Sind die Unstimmigkeiten über die Wintertransferpolitik, die im Januar während des Trainingslagers in Katar offenkundig wurden, wirklich komplett und ohne Nachwirkungen beseitigt? Sportdirektor Hasan Salihamidzic (43) reagierte damals verstimmt auf die öffentlichen Forderungen von Flick. Aufgrund der Spannungen setzten sich beide zur Aussprache zusammen. Für Salihamidzic, der zum 1. Juli in den Vorstand aufrückt, ist es eine knifflige Angelegenheit. Noch einmal will er sich nicht in eine Situation bringen (lassen), die am Ende der Entscheidung über den neuen Trainer einen Kompromiss hervorbringt. Siehe Niko Kovac. Die Zeit läuft. Für Flick.

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