10. April 2020 / 08:05 Uhr

Michael Rummenigge: Sané könnte für Bayern "deutlich günstiger" werden  - Werner wäre "ein richtig guter Einkauf"

Michael Rummenigge: Sané könnte für Bayern "deutlich günstiger" werden  - Werner wäre "ein richtig guter Einkauf"

Michael Rummenigge
RedaktionsNetzwerk Deutschland
SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge analysiert die beiden vom FC Bayern umworbenen Nationalspieler Leroy Sané (l.) und Timo Werner (r.). 
SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge analysiert die beiden vom FC Bayern umworbenen Nationalspieler Leroy Sané (l.) und Timo Werner (r.).  © imago/Montage
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Leroy Sané oder Timo Werner? SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge analysiert die beiden vom FC Bayern umworbenen Nationalspieler. Dabei blickt er auch auf mögliche Ablösesummen und Spielsysteme.

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Der FC Bayern hat seine konkreten Transferbemühungen bekanntlich auf Eis gelegt und konzentriert sich während der Corona-Pause vornehmlich auf die Verlängerung von Verträgen. Das ist komplett verständlich. Dennoch wird man auch in München schon auf den Kader für die kommende Saison blicken und sich mit Verstärkungen beschäftigen. Besonders zwei Namen werden immer wieder genannt: Leroy Sané und Timo Werner. Es hängt zwar immer alles vom Preis ab, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Bayern beide Nationalspieler holt. Zumal ich gehört habe, dass man Joshua Zirkzee künftig noch mehr fördern will.

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Bei einer Entscheidung zwischen Sané und Werner, gibt es viele Dinge zu berücksichtigen. Zuallererst natürlich, dass es zwei völlig unterschiedliche Spielertypen sind. Sané ist technisch ein wenig stärker und zudem kombinationssicherer – zumindest war er das vor seiner Verletzung. Werner hat sich derweil seit Saisonbeginn unglaublich verbessert und sein Spiel umgestellt. Er nimmt jetzt mehr am Geschehen teil und bereitet Treffer auch vor. Seine Torquote bei RB Leipzig ist ohnehin überragend. Er ist zwar kein klassischer Mittelstürmer wie Robert Lewandowski, kann aber auch über die Flügel kommen.

Flick würde Timo Werner den Vorzug vor Leroy Sané geben

Und: Bayern-Trainer Hansi Flick hat ja bereits angedeutet, dass seine Mannschaft künftig auch mit zwei Spitzen spielen könnte. Kurzum: Werner wäre ein richtig guter Einkauf, der zu Lewandowski passen würde und der an dessen Seite noch besser werden könnte. Ich frage mich ohnehin, warum die Top-Mannschaften nicht häufiger mit zwei Spitzen spielen. Gerade in Heimspielen strahlt das viel mehr Gefahr aus und sorgt für viel mehr Beschäftigung bei den gegnerischen Innenverteidigern. Werner wäre bei dieser Systemumstellung ein geeigneter Kandidat. Er soll ja eine festgeschriebene Ablöse zwischen 50 und 60 Millionen Euro haben. Die Bayern verfügen über diese Mittel und ich glaube zudem, dass Flick eine Verpflichtung von Werner gegenüber einem Transfer von Sané bevorzugen würde.

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Zumal die Lage bei Sané komplizierter ist – zumindest für den Spieler. Der Kreuzbandriss, den er sich im vergangenen August zugezogen hat, hinterlässt Spuren und bremst die Entwicklung. Medizinisch ist es heutzutage kein Problem mehr, so eine Verletzung zu überwinden. Bis Sané wieder sein altes Niveau erreicht, wird es aber wohl dauern. Zudem kommt bei ihm ein anderes Problem hinzu: Nachdem Jürgen Milewski und Jens Jeremies für ihn zu Beginn der Karriere alles sensationell gemacht haben, wechselte Sané zuletzt von Berater zu Berater. Soweit ich weiß, hat Bayern mit dem aktuellen Vertreter von Sané noch gar nicht gesprochen.


Vielleicht kostet Sané nur 30 bis 50 Millionen Euro

In München kann man das aber ohnehin sehr entspannt verfolgen. Schließlich ist man bei Sané in einer sehr komfortablen Situation. Nachdem die Bayern ihn vor dem Kreuzbandriss wohl für 100 bis 120 Millionen gekauft hätten, könnte eine Verpflichtung nun deutlich günstiger werden und vielleicht nur 30 bis 50 Millionen kosten. Denn: Sanés Vertrag bei Manchester City endet 2021, danach wäre er ablösefrei. Und: Sollte die Europapokal-Sperre für City Bestand haben, braucht auch dieser Klub in Zeiten von Corona irgendwann Geld, um seine Gehälter zu bezahlen. Mögliche neue Geldspritzen des Scheichs befinden sich nach den im Raum stehenden Verstößen gegen das Financial Fairplay ja unter besonderer Beobachtung.