02. September 2021 / 10:55 Uhr

Michael Rummenigge: FC Bayern kauft nach altem Transfer-Muster – und hat bei Haaland keine Chance 

Michael Rummenigge: FC Bayern kauft nach altem Transfer-Muster – und hat bei Haaland keine Chance 

Michael Rummenigge
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Marcel Sabitzer (links) wechselt zum FC Bayern, Super-Stürmer Erling Haaland kann sich der FCB aber nicht leisten.
Marcel Sabitzer (links) wechselt zum FC Bayern, Super-Stürmer Erling Haaland kann sich der FCB aber nicht leisten. © dpa/Getty Images/Montage
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Nach einem intensiven Transfer-Sommer zieht SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge Bilanz. Er erklärt, wie der FC Bayern bei seinen Einkäufen eine altbekannte Politik verfolgt und warum die Münchner im Poker um Erling Haaland chancenlos sind. Insgesamt sorgt er sich um die Entwicklung der Bundesliga.

Was war das für ein turbulenter Transfer-Sommer! Lionel Messi spielt jetzt für Paris Saint-Germain, Cristiano Ronaldo wieder für Manchester United, und Manchester City gönnte sich für schlanke 117,5 Millionen Euro Jack Grealish. Das sind Namen und finanzielle Größenordnungen, bei denen die Bundesliga einfach nicht mehr mithalten kann und die selbst für den FC Bayern nicht zu stemmen sind. In München setzte man in dieser Wechselperiode stattdessen mal wieder auf ein altbekanntes Muster: Shoppen bei der Konkurrenz.

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Nachdem sich einst Borussia Mönchengladbach, Werder Bremen oder Borussia Dortmund den Transfer-Attacken von der Isar nicht erwehren konnten, war dieses Mal Vizemeister RB Leipzig dran. Abwehrchef Dayot Upamecano, Trainer Julian Nagelsmann und Kapitän Marcel Sabitzer verlegten ihren Arbeitsplatz aus Sachsen an die Säbener Straße. Drei wichtige Stützen brachen den Leipzigern damit weg und gerade beim Blick auf Sabitzer stelle ich mir zwei Fragen: Macht er die Bayern wirklich besser? Da bin ich mir nicht so sicher. Macht er Leipzig schwächer? Auf jeden Fall. Allein das zeigt schon, dass hinter diesen Transfers auch ein ganz besonderes Kalkül steckt.

Um fair zu bleiben, muss man aber auch betonen: Einkäufe von anderen Bundesliga-Klubs bieten im Vergleich zu Verpflichtungen von Spielern aus dem Ausland zahlreiche Vorteile, die auch den Bayern bewusst sind. Die Profis benötigen in der Regel keine Eingewöhnungszeit und kennen die Liga. Das macht es einfacher. Festhalten muss man ebenfalls: Wirkliche Top-Stars kommen nicht nach Deutschland. Unabhängig von der Corona-Krise sind diese Ausnahmekönner für keinen Bundesliga-Verein mehr zu bezahlen. Dies wird sich auch nicht verändern. Außer man lockert endlich die 50+1-Regel und lässt Investoren in größerem Maße zu. Passiert das nicht, müssen wir uns damit abfinden, dass die Bundesliga immer weiter abgehängt wird.

Denn die nächste Nagelprobe wartet spätestens im kommenden Sommer, wenn Erling Haaland aufgrund seiner Ausstiegsklausel auf den Markt kommt. Ganz theoretisch könnte man meinen: Das ist einer für die Bayern. Er macht das Team stärker, sein Abgang schwächt den BVB. Aber dieser Deal wird nicht passieren. Auch die Münchner werden sich den Norweger nicht leisten können und müssen ihm auf dem Weg in die Premier League hinterherwinken. Die letzten echten Superstars, die ich in unserer Liga dann noch sehe, sind Manuel Neuer und Robert Lewandowski. Neuer ist 35, Lewandowski 33 Jahre alt.