24. Januar 2022 / 14:06 Uhr

Poker mit Süle und Tolisso: Im Plan des FC Bayern gibt es vier ablösefreie Alternativen

Poker mit Süle und Tolisso: Im Plan des FC Bayern gibt es vier ablösefreie Alternativen

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Verträge von Niklas Süle (l.) und Corentin Tolisso beim FC Bayern laufen am Saisonende aus.
Die Verträge von Niklas Süle (l.) und Corentin Tolisso beim FC Bayern laufen am Saisonende aus. © IMAGO/Matthias Koch/Chai v.d. Laage/imagebroker (Montage)
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Niklas Süle hat vom FC Bayern bereits ein neues Vertragsangebot erhalten, auch um den Verbleib von Corentin Tolisso könnten sich die Münchner nach dessen Leistungsexplosion plötzlich wieder bemühen. Verlässt das Duo den Klub, hat man bereits Alternativen ins Auge gefasst. Sie sind im Sommer allesamt ablösefrei.

Vier Verträge des aktuellen Kaders laufen beim FC Bayern Ende Juni aus. Sven Ulreich (33), der Stellvertreter von Manuel Neuer im Tor, dürfte wohl ein weiteres Jahr angeboten bekommen, falls er mit dem Status als Nummer zwei zufrieden ist und nicht woanders – wie in der Saison 2020/21 beim Hamburger SV – noch einmal durchstarten möchte. Bei Supertalent Paul Wanner (16) bemühen sich die Bosse bereits intensiv, dem offensiven Mittelfeldspieler eine Perspektive aufzuzeigen, die ihn zufriedenstellt und langfristig unterschreiben lässt. Bleiben zwei Profis, bei denen die Bosse derzeit keine Dringlichkeit in Sachen Vertragsgespräche empfinden, da sie im Vakuum-Status ungeklärte Zukunft sehr stabil hervorragende Leistungen zeigen: Niklas Süle (26) und Corentin Tolisso (27). Ungewissheit macht Beine.

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Innenverteidiger Süle, in den ersten drei Partien des Kalenderjahres jeweils über die volle Spielzeit auf dem Platz, bekam den Ball im Vertragspoker von Präsident Herbert Hainer zugespielt. "Wir haben Niklas Süle ein Angebot gemacht. Jetzt liegt es an ihm, das zu akzeptieren oder nicht zu akzeptieren“, sagte Hainer bei Sky und erklärte: "Natürlich muss es in einem bestimmten Zeitraum sein, weil wir uns dann auch dementsprechend aufstellen müssen. Ich kenne jetzt nicht das genaue Datum, aber das wird sicherlich irgendwann in absehbarer Zeit so weit sein, dass er sich bekennt, oder eben sagt, was seine Wünsche sind."

Das heißt: Ein konkretes Ultimatum gibt es noch nicht. Ein Kontakt zum FC Barcelona soll da sein, dort könnte Süle der Nachfolger von Routinier Gerard Piqué (34) werden. Allerdings möchte Süle weiter in der Champions League spielen. In dieser Saison kämpft Barça, aktuell Tabellenfünfter, in Spaniens La Liga noch um einen Platz in der Königsklasse. Das neureiche Newcastle United, derzeit im Abstiegskampf in der englischen Premier League, soll keine Option für Süle sein. Schlägt Süle das Bayern-Angebot aus, hat man mit Matthias Ginter (Gladbach), Andreas Christensen und Antonio Rüdiger (beide Chelsea) drei Verteidiger im Auge. Alle sind im Sommer ablösefrei, die teuerste Variante in Sachen Gehalt wäre sicher DFB-Stammspieler Rüdiger.

Bei Tolisso ist die Lage anders. Es gibt kein Angebot für den Franzosen, der sich wohl nach fünf Jahren an der Säbener Straße verändern will. Allerdings sind die Verantwortlichen überrascht, wie gut Tolisso in den letzten Wochen performt. Sowohl beim 4:0 in Köln als auch beim 4:1 in Berlin traf der Mittelfeldspieler und zeigte Führungsqualitäten. Eigentlich hatte man sich in München bereits zähneknirschend mit einem ablösefreien Abgang von Tolisso abgefunden. Doch nun die plötzliche Leistungsexplosion. Julian Nagelsmann schätzt Süle, mit dem er schon in Hoffenheim zusammenarbeitete, sehr und Tolisso ebenso.

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"Coco hat es in Berlin sehr gut gemacht. Er ist ein sehr torgefährlicher Spieler, hat ein gutes Gespür, in den Strafraum zu gehen", lobte ihn der Trainer am Sonntag. Bayerns früherer Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge plädiert für eine Weiterbeschäftigung Tolissos, sagte im Bayerischen Fernsehen: "Coco ist ein guter Spieler. Vor seiner Verletzung, die ihn leider ein Stück zurückgeworfen hat, war er immer ein wichtiger Spieler für Bayern München. Er ist vom Charakter her ein richtig guter Bursche. Ich mag ihn. Ich wusste, wenn er wiederhergestellt ist und er sein Selbstvertrauen wieder hat, dann wird er wieder ein brauchbarer Spieler für Bayern. Das zeigt er jetzt."

Allerdings hat sich Bayern auch hier bereits nach Alternativen umgesehen. Der Schweizer Denis Zakaria (25) wird Borussia Mönchengladbach zum Saisonende verlassen. Ablösefrei. Nach München? Die Spur zum defensiven Mittelfeldspieler, der auch im Abwehrzentrum eingesetzt werden kann, ist heiß.

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