11. Juni 2020 / 06:03 Uhr

Bayern-Star Müller über Transfer-Debatten: "Paradox, wenn es gleichzeitig darum geht, Gehälter einzusparen"

Bayern-Star Müller über Transfer-Debatten: "Paradox, wenn es gleichzeitig darum geht, Gehälter einzusparen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Thomas Müller spricht über die Transfer-Debatten rund um den FC Bayern.
Thomas Müller spricht über die Transfer-Debatten rund um den FC Bayern. © imago images/Sven Simon
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Thomas Müller äußert sich nach dem Einzug ins Pokal-Finale zu den Transfer-Debatten um Kai Havertz & Co. - dabei gibt der Bayern-Star zu verstehen, dass das Thema durchaus widersprüchliche Komponenten hat.

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Thomas Müller sagte diesen Satz in typischer Thomas-Müller-Art. Mit einem leicht verschmitzten Lächeln und somit ohne den Verdacht zu schüren, dass er es in irgendeiner Weise böse meinen könnte. Es ging im Sky-Interview nach dem 2:1 im Halbfinale des DFB-Pokals gegen Eintracht Frankfurt um einen möglichen Transfer von Kai Havertz zum FC Bayern. Nachdem Müller das Top-Talent von Bayer Leverkusen in höchsten Tönen gelobt hatte und betonte, dass man die besten Spieler "natürlich" in München haben wolle, ergänzte er: "Es ist paradox, wenn es immer um Neuzugänge geht und gleichzeitig Gehalt eingespart wird."

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Tatsächlich geht es im Fall von Havertz wohl um eine Ablösesumme in Höhe von 100 Millionen Euro. Dazu sind die Münchner weiter darum bemüht, Leroy Sané von Manchester City loszueisen. Ein Deal, der wohl um die 50 Millionen Euro verschlingen würde. Müller würde sich über beide Verpflichtungen sportlich sicher freuen, was er mit seiner Aussage aber vielleicht meinte: Bayern-Präsident Herbert Hainer hatte zuletzt via Bild angekündigt, dass sich der Klub mit den Profis auf einen neuen Gehaltsverzicht geeinigt habe. "Es ist sehr erfreulich, dass unsere Mannschaft vollstes Verständnis für die Situation hat und bis zum Saisonende weiter auf Gehalt verzichten wird", hatte der Nachfolger von Uli Hoeneß gesagt.

Wegen Corona: Bayern-Stars verzichten seit April auf Gehalt

Aufgrund der weltweiten Corona-Krise, die auch zu einer über zweimonatigen Zwangspause der Bundesliga führte, hatten sich die Bayern-Stars im April mit dem Vorstand und dem Aufsichtsrat auf einen 20-prozentigen Gehaltsverzicht geeinigt, solange der Ball ruht. "Mit dem Geld ist gewährleistet, dass kein normaler Angestellter beim FC Bayern weniger Netto in der Tasche hat", sagte Vorstand Karl-Heinz Rummenigge Anfang April.

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Feiern den Finaleinzug: Die Spieler des FC Bayern in der Einzelkritik. ©

Aus welchem Topf die nun anstehenden Transfer-Investitionen kommen werden und ob kausale Zusammenhänge zwischen der Höhe der Ausgaben und der Einsparungen bei Gehältern bestehen, ist nicht bekannt. Dass die Bayern, das Geld auf dem Markt nicht mit vollen Händen ausgeben werden, verdeutlichte Rummenigge allerdings am Mittwoch noch einmal. "Wir müssen abwarten, wie sich dieser kuriose Transfermarkt nach Corona entwickelt", sagte er in der ARD: "Wir tun alle gut daran unseren Job zu machen und auch zu berücksichtigen, dass die nächste Saison möglicherweise finanziell herausfordernder wird, als die aktuell laufende. Je länger wir ohne Zuschauer spielen müssen, desto schwieriger wird sich das finanziell gestalten."