28. Februar 2020 / 21:19 Uhr

Uli Hoeneß nennt die wahren Gründe: Deshalb zog der Ex-Präsident sich beim FC Bayern zurück

Uli Hoeneß nennt die wahren Gründe: Deshalb zog der Ex-Präsident sich beim FC Bayern zurück

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Uli Hoeneß hat die Verfügbarkeit von Oliver Kahn und Herbert Hainer als Gründe für seinen vorzeitigen Rückzug beim FC Bayern genannt.
Uli Hoeneß hat die Verfügbarkeit von Oliver Kahn und Herbert Hainer als Gründe für seinen vorzeitigen Rückzug beim FC Bayern genannt. © Getty
Anzeige

Uli Hoeneß ist beim FC Bayern die vielleicht größte Vereinslegende: Über fast 50 Jahre prägte der heute 68-Jährige den deutschen Rekordmeister als Spieler, Manager und Präsident. Im November zog er sich von der Klubspitze zurück. Nun erklärte er die wahren Gründe für seinen Abschied.

Anzeige
Anzeige

Rund vier Monate nach seinem Rückzug von der Vereinsspitze des FC Bayern München hat Uli Hoeneß in einem seltenen Interview ausführlich über seine Zeit beim deutschen Rekordmeister und die Gründe für seinen Abschied von der Macht gesprochen. Dabei kam der 68-Jährige zu einer interessanten Erkenntnis: "Ich hätte es noch locker drei Jahre machen können", verriet Hoeneß der Münchner Tageszeitung anlässlich des 120. Geburtstags des FC Bayern, den er weiterhin intensiv begleitet.

Mehr zum FC Bayern

Es habe allerdings gute Gründe dafür gegeben, nach über 40 Jahren im Verein den Platz an der vordersten Front zu räumen. Und zwar genau zwei: den neuen Präsidenten Herbert Hainer und Oliver Kahn, der in zwei Jahren Vorstandsvorsitzender werden soll. "Ich war der Meinung: Jetzt habe ich die richtigen Leute gefunden", erklärte Hoeneß. "Und die wären in drei Jahren beide nicht mehr da gewesen. Sowohl Oliver Kahn als auch Herbert Hainer. Das war der entscheidende Aspekt, weshalb ich gesagt habe: Jetzt ist Schluss!", sagte er und ging ins Detail: "Ich wusste, Herbert ist 65, in drei Jahren ist er 68 – dann wäre er wohl zu alt gewesen. Und Oliver war an einem Scheideweg: Geht er noch mal richtig in die Industrie, in die Wirtschaft?"

Hoeneß: "Mit jedem Gespräch sicherer", dass Kahn der richtige Mann ist

Er habe fast ein Jahr lang versucht, Kahn von einem Wechsel zum FC Bayern zu überzeugen, sagte Hoeneß - zunächst subtil, ohne den Ex-Nationaltorwart unter Druck zu setzen. "Dann habe ich mal gesagt: Kannst du dir das vorstellen? Er sagte: Nein, das kann ich nicht! Also habe ich vorgeschlagen, dass wir uns in vier Wochen nochmal treffen. Mit jedem Gespräch war ich sicherer, dass er der richtige Mann ist." Noch bis zum 31. Dezember 2021 wird Kahn von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge eingearbeitet, dann zieht sich auch der zweite Bayern-Macher zurück.

Hoeneß erklärte gegenüber der Tageszeitung, auch weiterhin regelmäßiger Gast an der Säbener Straße zu sein: "Im Schnitt würde ich sagen: Ein Mal pro Woche. Es gibt keinen festen Plan, aber es gibt immer noch ein paar Dinge zu machen." Der gebürtige Ulmer gilt als großer Förderer der Basketball-Abteilung des Rekordmeisters, dem auch ein enger Draht zum designierten FCB-Sportvorstand Hasan Salihamidzic nachgesagt wird.

Die Karriere von Uli Hoeneß beim FC Bayern in Bildern

Uli Hoeneß und der FC Bayern - zwei Namen, die für viele Fans untrennbar miteinander verbunden sind. Das ist die Zeit des ehemaligen Nationalspielers seit seinem Amtsantritt als Bayern-Verantwortlicher in Bildern.
Zur Galerie
Uli Hoeneß und der FC Bayern - zwei Namen, die für viele Fans untrennbar miteinander verbunden sind. Das ist die Zeit des ehemaligen Nationalspielers seit seinem Amtsantritt als Bayern-Verantwortlicher in Bildern. ©
Anzeige

Erfolgsgeschiche FC Bayern: "Habe schon einen großen Beitrag geleistet"

Er zeigte sich durchaus stolz auf seine Verdienste beim FCB. "Ich bin am 1. Juli 50 Jahre beim FC Bayern, also fast die Hälfte von 120 Jahren. Zehn Jahre Spieler, fast 40 Jahre als Manager, Vorstand und Präsident", sagte Hoeneß. "Ich glaube deshalb schon, dass ich einen großen Beitrag dazu geleistet habe, dass der FC Bayern heute so dasteht, wie er steht."

Der 68-Jährige hatte sich am 16. März nach knapp vier Jahrzehnten als Manager, Vorstandsmitglied und Präsident aus der Klubführung zurückgezogen und seine Ämter als Präsident und Vorsitzender des Aufsichtsrates an Herbert Hainer übergeben. Hoeneß prägte die Geschicke des FCB wie keine zweite Persönlichkeit.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus aller Welt