30. September 2020 / 13:16 Uhr

Schlappe Spieler, schmaler Kader: Das Belastungs-Problem des FC Bayern vor dem Supercup

Schlappe Spieler, schmaler Kader: Das Belastungs-Problem des FC Bayern vor dem Supercup

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der FC Bayern München wirkt schon nach zwei Bundesliga-Spieltagen körperlich angeschlagen. Kein Wunder bei der Belastung einiger Spieler.
Der FC Bayern München wirkt schon nach zwei Bundesliga-Spieltagen körperlich angeschlagen. Kein Wunder bei der Belastung einiger Spieler. © imago images/ULMER Pressebildagentur
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Schon nach zwei Bundesliga-Spieltagen wirkt der FC Bayern München physisch angeschlagen. Kein Wunder angesichts der Belastungen der Mannschaft von Trainer Hansi Flick. Der SPORTBUZZER blickt auf die Dauerbrenner des FC Bayern.

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Die Spieler des FC Bayern gehen auf dem Zahnfleisch: Schon früh in der Saison muss Trainer Hansi Flick beim FCB genau hinschauen und kluge Belastungsentscheidungen treffen. Vor dem Duell um den deutschen Supercup gegen Borussia Dortmund an diesem Mittwoch (20.30 Uhr/So könnt ihr das Spiel live sehen!), wirkt der Quadruple-Sieger überspielt und übermüdet. Doch eine mögliche Rotation könnte sich als schwierig erweisen - angesichts der Verletzung von Leroy Sané und des drohendes Ausfalls von David Alaba. Nach der 1:4-Niederlage bei der TSG Hoffenheim am Sonntag ist Jammern aber nicht angesagt. Der SPORTBUZZER blickt auf die Dauerbrenner der Münchner.

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Manuel Neuer: Der 34-Jährige benötigt überhaupt gar keine Pause. In der vergangenen Spielzeit verpasste der Kapitän nur ein Match und kam 51 Mal zum Einsatz. Und das nicht aufgrund von einer Verletzung. Ersatz-Keeper Sven Ulreich durfte am vorletzten Spieltag gegen den SC Freiburg ran – Neuer saß 90 Minuten lang auf der Bank. Eine Auszeit ist in den nächsten Monaten nicht mehr in Sicht. Insgesamt 53 Spiele bis zum angepeilten Königsklassen-Finale am 29. Mai in Istanbul müssen Neuer und Co. bewältigen, falls sie ihr Triple verteidigen wollen. „Wir suchen keine Ausreden. Das erwartet uns in diesem Jahr. Alle paar Tage ist ein Spiel, das wissen wir“, sagte der Nationaltorhüter: „Dementsprechend können wir nicht so viel darüber reden, dass wir kaputt sind, sondern müssen es annehmen.“

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Benjamin Pavard: Nach seinem Transfer vom VfB Stuttgart zum FC Bayern im Sommer 2019 war der Franzose direkt gesetzt. Und der 24-Jährige verpasste in der kompletten Bundesliga-Saison nur zwei Partien. Am Ende der vergangenen Serie kam der Rechtsverteidiger auf 346,87 Kilometer. Obwohl die Münchner mit Álvaro Odriozola für die Rückserie einen Backup verpflichtet hatten, kam Pavard immer wieder zum Einsatz. Für die aktuelle Spielzeit fordert Trainer Hansi Flick auf der Rechtsverteidiger-Position noch eine Alternative. Die Zeit drängt. Sportvorstand Hasan Salihamidzic muss bald liefern. Die Transferfrist endet am 5. Oktober.

Kimmich mit Bestwerten

Joshua Kimmich: Kein anderer Bayern-Spieler läuft so viel wie der defensive Mittelfeldspieler. Und auch in der Bundesliga stand der 25-Jährige zuletzt ganz oben an der Spitze, wenn es um die geleisteten Kilometer geht. 397,95 Kilometer waren es in 33 Partien. Kimmich bekommt kaum einer platt. „Wir fühlen uns auf keinen Fall vollendet, obwohl wir jetzt die Champions League gewonnen haben. Es ist nicht so, dass wir jetzt denken: Nun können wir durchatmen, wir haben unser Karriereziel erreicht“, sagte der 25-Jährige der Süddeutschen Zeitung. Alternativen für Kimmich gibt es im Bayern-Kader. Doch aufgrund seiner Flexibilität ist ein Platz auf der Bank nur schwer vorstellbar. 51 Partien in der vergangenen Saison machten dem DFB-Star nichts aus. Doch Sportwissenschaftler Oliver Faude warnt im Gespräch mit dem SPORTBUZZER: „Die bisherige Belastung war für einen fitten Spieler durchaus in Ordnung. Aber die neue Situation wird zum Problem.“

Thomas Müller: Wie auch Kimmich stand Müller in der vergangenen Serie insgesamt 51 Mal auf dem Platz. Immerhin durfte der Offensivspieler während den Nationalmannschaftspausen pausieren. „Ich hoffe natürlich, dass wir noch Verstärkung dazu bekommen“, sagte Müller zuletzt mit Blick auf den schmalen Kader. Gedanklich war der Weltmeister von 2014 schnell bei der nächsten Titelchance der Münchner im DFL-Supercup gegen den BVB: „Da haben wir eine sehr schöne Möglichkeit zurückzuschlagen.“ Einen Backup für Müller brachte zuletzt Bayern-Legende Lothar Matthäus ins Spiel – Andrej Kramaric. Der kroatische Nationalspieler sei „ein Spieler, der in meinen Augen mit Sicherheit das Potenzial für Bayern München hat“, schrieb der 59-Jährige in seiner Kolumne für den TV-Sender Sky. „Er wäre nicht nur ein idealer Backup für Robert Lewandowski, sondern auch für Thomas Müller. Ein Charakter-Profi mit viel Qualität“, urteilte Matthäus.

Robert Lewandowski: „Eigentlich wären jetzt fünf Tage Eistonne schön“, hatte der polnische Angreifer gegenüber der Bild nach dem Supercup-Sieg in Budapest gesagt. Und Bayern-Trainer Flick gönnte dem Polen eine kleine Pause gegen die TSG Hoffenheim – er kam erst nach 57 Minuten in die Partie. Oft werden die Münchner nicht auf Lewandowski verzichten. Er überzeugte in der Vorsaison mit 34 Treffern in der Bundesliga und in der Champions League mit 15 Toren in neun Spielen. Und das bei einer harten Belastung. Denn der Angreifer verpasste mit einer Schienbeinverletzung nur drei Spiele. Der Pole stand fast immer 90 Minuten auf dem Platz. Die 4133 Spielminuten dürften dennoch in der neuen Saison zu knacken sein.