25. April 2019 / 12:43 Uhr

Nach Pokal-Halbfinale: Ex-Schiedsrichter Babak Rafati schimpft über Elfmeter und kritisiert FC Bayern

Nach Pokal-Halbfinale: Ex-Schiedsrichter Babak Rafati schimpft über Elfmeter und kritisiert FC Bayern

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Babak Rafati hat die Elfmeter-Entscheidung nach dem Zweikampf zwischen Kingsley Coman und Theodor Gebre Selassie kritisiert.
Babak Rafati hat die Elfmeter-Entscheidung nach dem Zweikampf zwischen Kingsley Coman und Theodor Gebre Selassie kritisiert. © imago/Montage
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SPORTBUZZER-Kolumnist Babak Rafati äußert deutliche Kritik an der umstrittenen Elfmeter-Entscheidung im Pokal-Halbfinale zwischen dem FC Bayern und Werder Bremen. Auch die Münchner bekommen vom Ex-Schiedsrichter ihr Fett weg.

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Ex-Schiedsrichter Babak Rafati hat nach dem Halbfinale im DFB-Pokal zwischen Werder Bremen und dem FC Bayern harte Kritik an seinem ehemaligen Kollegen Daniel Siebert und dem Verzicht auf den Videobeweis geübt. Nachdem die Münchner aufgrund des höchst umstrittenen Strafstoßes zu einem 3:2-Sieg kamen, sagte Rafati dem SPORTBUZZER: "Es ist wirklich schade, dass ein solch mitreißendes Spiel so entschieden wurde. Denn für mich war der Elfmeter eine krasse Fehlentscheidung. Es gab einen leichten Schieber, aber Fußball ist eben ein Kontaktsport. Daher war das niemals ein Elfmeter."

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Rafati, der zwischen 2005 und 2011 insgesamt 84 Bundesliga-Spiele leitete, weiter: "Was mich besonders stört, ist die Definition, wann genau der Videobeweis genutzt werden darf. Alle Fans vor dem Bildschirm haben gesehen, dass es kein Elfmeter war. Daher wäre es nur logisch gewesen, wenn der Videoassistent diese Szene überprüft hätte. Es war also ein Doppelfehler – zunächst vom Referee auf dem Platz und dann vom Videoassistenten."

Werder-Kapitän Kruse platzt der Kragen

Schon direkt nach der Entscheidung von Siebert und auch im Anschluss an die Partie hatte es hitzige Diskussionen über die Situation, in der Bayern-Stürmer Kingsley Coman vom Bremer Verteidiger Theodor Gebre Selassie im Strafraum leicht mit dem Ellbogen berührt worden war und zu Boden ging, gegeben. Besonders Werder-Kapitän Max Kruse echauffierte sich darüber, dass ein Eingreifen des Videoassistenten ausgeblieben war.

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Der FC Bayern München hat sich mit jeder Menge Dusel bei Werder Bremen durchgesetzt und steht in seinem 23. Pokalfinale. Der SPORTBUZZER hat die Reaktionen der internationalen Presse zusammengestellt. ©

"Es ist lächerlich", schimpfte der Ex-Nationalspieler in der ARD. "Wenn das ein Elfmeter war, dann brauchen wir auch den Videobeweis nicht mehr, den können wir gleich wieder abschaffen." Als der TV-Sender ihm die Szene nochmal vorspielte, war Kruse nicht mehr zu halten. "Oh Gott ey, ich brauche nichts mehr zu sagen. Die Argumentation des Schiedsrichters hat mir schon gereicht...." Ähnlich sah es TV-Experte Stefan Kuntz: "Für mich war es viel zu wenig für einen Elfmeter."

Rafati: "Ich kann die Aufregung der Bremer verstehen"

Für Rafati ist der Ärger auf Werder-Seite nachvollziehbar: "Ich kann die Aufregung der Bremer und der Fans verstehen. Da sind wir wieder an dem Punkt, an dem zurecht alle über den Videobeweis schimpfen." Das Verhalten der Bayern, bei denen beispielsweise Präsident Uli Hoeneß die Elfmeterentscheidung des Referees vehement verteidigte ("Es war ein Elfmeter, den ich zu 100 Prozent in Ordnung fand. Keine Diskussion."), sieht Rafati ebenso kritisch wie die ausgebliebene Einsicht der Unparteiischen.

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„In diesem Fall wäre es wichtig, offensiv mit dem Fehler umzugehen und eben nicht wie so oft das Argument zu liefern, es handele sich nicht um einen ‚klaren Fehler‘. Das würde zu einer gesunden Fehlerkultur beitragen. Der Verband und die Schiedsrichter könnten Glaubwürdigkeit gewinnen, aber das geschieht nicht", meinte der SPORTBUZZER-Kolumnist und ergänzte mit Blick auf die Münchner: "Und wenn sich auch die Bayern hinstellen und sich nicht klar dazu bekennen, dass es ein Fehler war, dann macht das die Sache noch schlimmer.“ Die Nerven auf dem Platz behielt im Übrigen Robert Lewandowski, der den Strafstoß zum Sieg des Bundesliga-Tabellenführers zehn Minuten vor dem Ende verwandelte.

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