09. Mai 2019 / 09:33 Uhr

FC Chelsea gegen Eintracht Frankfurt: Hütter und Sarri sind Brüder im Geiste

FC Chelsea gegen Eintracht Frankfurt: Hütter und Sarri sind Brüder im Geiste

Frank Hellmann
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Einzig im Kleidungsstil liegen große Unterschiede zwischen Adi Hütter (Eintracht Frankfurt) und Maurizio Sarri (FC Chelsea). 
Einzig im Kleidungsstil liegen große Unterschiede zwischen Adi Hütter (Eintracht Frankfurt) und Maurizio Sarri (FC Chelsea).  © imago images/Getty/Montage
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Im Halbfinale der Europa League treffen mit dem FC Chelsea und Eintracht Frankfurt zwei grundverschiedene Klubs aufeinander. Die Trainer der beiden Teams dagegen, Adi Hütter und Maurizio Sarri, sind sich auffallend ähnlich. 

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Keine Frage: Den Kleidungsvergleich gewinnt Adi Hütter schon mal um Längen. Europapokalspiele sind Festtage bei Eintracht Frankfurt, und selbstverständlich schlüpft auch der Cheftrainer in den offiziellen Klubanzug. Weißes Hemd, schwarze Krawatte, dazu ein Sakko mit dem Adler-Em­blem auf der Brust. Sein Gegenüber im Europa-League-Halbfinale beim FC Chelsea (Donnerstag, 21 Uhr, DAZN) trägt hingegen lieber Schlabberlook: Dem Kettenraucher Maurizio Sarri schmecken Kleiderzwänge offenbar noch weniger als eine Light-Zigarette.

Hütter und Sarri schätzen sich

Nach dem 1:1 im Hinspiel in Frankfurt kletterte der kauzige Italiener in einem viel zu weiten Trainingsanzug aufs Pressepodium. Dort braucht der in Neapel geborene Taktiker immer noch einen Dolmetscher, der ihm die Fragen der britischen Reporter in seine Heimatsprache übersetzt. Immerhin: Sarri antwortet in sehr passablem Englisch. Gut war in der Vorwoche zu verstehen, wie sehr sich die beiden Fußballlehrer zwar nicht im Aussehen, sondern in ihren Anschauungen ähneln. Die gegenseitige Wertschätzung gehört zum Charakter dieses Halbfinals.

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Sarris erfolgreiche Fährte beim SSC Neapel hatte Hütter schon in seiner Schweizer Zeit aufgenommen, wie er vor Saisonbeginn dem „Kicker“ verriet: „Er ist grundsätzlich ein spezieller Trainer. Die Art und Weise, wie Napoli unter ihm Fußball gespielt hat, imponierte mir. Das war technisch hervorragender Fußball, unglaublich kompakt, eng mit dem Ball und ohne Ball. Mir hat das deswegen so gut gefallen, weil er aus einem Kader, in dem nicht alle von Anfang an top waren und einen großen Namen besaßen, ein tolles Team geformt hat.“

Hat der 49-Jährige nicht genau das mit der gar nicht mehr launischen Diva vom Main hinbekommen? Da scheinen sich an der Stamford Bridge also Brüder im Geiste zu begegnen. Trotz des jüngsten 1:6-Rückschlags bei Bayer Leverkusen – als Hütter erstmals Verrat an seinen eigenen Werten beging – haben die Hessen eine imposante Entwicklung hingelegt.

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So ungleich die Konstellation zwischen dem Dritten der Premier League und dem Vierten der Bundesliga wirkt, was Strahlkraft, Marktwert und Budget angeht, so deckungsgleich ist die Grundphilosophie: mutig spielen, die Zuschauer unterhalten, die eigene Anschauung durchbringen. Genau wie sein Vorbild verabscheut Hütter eine abwartende Spielweise, die das Ergebnis als allein seligmachend betrachtet.

Schlagabtausch zwischen Frankfurt und Chelsea?

Deswegen wirkte Sarri auch nach der ersten Begegnung arg unwirsch. „Wir haben anfangs nur ein Resultat managen wollen, aber das ist nicht unser Charakter.“ Genauso wenig beherrscht die Eintracht diesen Ansatz. Insofern scheint am Donnerstagabend ein offener Schlagabtausch möglich. Hütters Maßgabe: „Es wird ein heißer Tanz und ein sehr großer Schritt bis ins Endspiel. Aber wir versuchen, das Unmögliche möglich zu machen.“ Als Blaupause soll der Auftritt im Achtelfinal-Rückspiel gegen Inter Mailand (1:0) dienen.

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„Wir werden dafür leiden müssen und brauchen viel Leidenschaft“, ahnt Hütter, der über die Rückkehr seines Dampfmachers Ante Rebic erleichtert ist. Auch der lange verletzte Sébastien Haller ist zurück im Kader. Die Eintracht will mutig sein, um sich den Endspieltraum zu erfüllen. Doch auch Sarri hat an einer Reise nach Baku am 29. Mai Gefallen gefunden. Seine Ankündigung ist daher als Warnung zu verstehen: „Ich will dieses Finale.“ Vielleicht ist Adi Hütter am Ende wirklich nur besser angezogen.

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