20. September 2019 / 16:08 Uhr

Premier League inside: Deshalb ist Frank Lampard für den FC Chelsea ein besonderer Trainer

Premier League inside: Deshalb ist Frank Lampard für den FC Chelsea ein besonderer Trainer

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Frank Lampard trainiert seit Sommer den FC Chelsea.
Frank Lampard trainiert seit Sommer den FC Chelsea. © picture alliance / Andreas Geber
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Die Transfersperre, das Bekenntnis zum Nachwuchs und sein Heldenstatus verschaffen Frank Lampard Zeit. Doch nur, wenn die Ergebnisse stimmen, hat der Trainer-Neuling eine Zukunft beim FC Chelsea, schreibt SPORTBUZZER-Kolumnist Hendrik Buchheister.

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Der englische Profi-Fußball ist kein Ort für Romantik, und am wenigsten romantisch geht es traditionell an der Stamford Bridge im Londoner Südwesten zu. Der russische Öl-Milliardär Roman Abramowitsch führt beim FC Chelsea ein strenges Regiment und ist berüchtigt für seine Ungeduld. Keinen Trainer ließ er für längere Zeit gewähren. José Mourinho (zwei Mal), Luiz Felipe Scolari, Carlo Ancelotti, Antonio Conte, zuletzt Maurizio Sarri – sie alle wurden gefeuert oder vergrault, obwohl sie zum Teil beachtliche Erfolge eingefahren hatten.

Im Vergleich dazu ist es beachtlich, was sich gerade bei den Blues zuträgt. Anstatt nach Sarris Weggang den nächsten Veteran aus dem Ausland anzuheuern, der sich zur Not schnell wieder verabschieden lässt, hat Chelsea mit einer kitschigen Personalie reagiert und Vereinslegende Frank Lampard mit dem Trainer-Mandat ausgestattet.

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Lampard muss auf die Jugend setzen

Der Ex-Profi liebt den Klub, der Klub liebt ihn – und sieht darüber hinweg, dass der Heimkehrer erst eine Saison beim Zweitligisten Derby County in seiner Biografie als Coach stehen hat.

Damit nicht genug der Romantik: Weil die Fifa den Verein mit einer Transfersperre belegt hat, ist Lampard gezwungen, auf die Jugend zu setzen. Der Ertrag ist wundersam. Alle Tore, die Chelsea bislang in dieser Saison erwirtschaftet hat, wurden von Spielern geschossen, die 21 oder jünger sind und dem eigenen Nachwuchs entstammen.

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Liverpool sollte vor Chelseas Talenten gewarnt sein

Auch Tabellenführer Liverpool muss sich an diesem Sontag an der Stamford Bridge in Acht nehmen vor Tammy Abraham (sieben Tore), Mason Mount (drei Tore) und Fikayo Tomori (ein Tor). Ein weiteres Talent, den lange vom FC Bayern umworbenen Callum Hudson-Odoi, haben die Blues gerade langfristig an sich gebunden.

Es klingt alles fast zu schön, um wahr zu sein. Der weniger romantische Teil ist allerdings, dass Chelseas Saisonstart mäßig lief und es in der Champions League gerade eine unnötige Heim-Niederlage gegen Valencia gab.

Lampards Heldenstatus, die Transfersperre und das Bekenntnis zur Jugend verschaffen ihm Zeit. Abramowitsch wird ihm mehr durchgehen lassen als seinen Vorgängern. Doch am Ende braucht auch der Trainer-Neuling Ergebnisse. Sonst wird ihn das gleiche Schicksal ereilen wie Mourinho, Scolari, Ancelotti, Conte und Sarri.