24. Februar 2019 / 23:25 Uhr

Trainer Sarri und Torwart Kepa nach Chelsea-Eklat: "Ein großes Missverständnis"

Trainer Sarri und Torwart Kepa nach Chelsea-Eklat: "Ein großes Missverständnis"

Angelo Freimuth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
War der böse Eklat zwischen Torwart Kepa und Chelsea-Trainer Maurizio Sarri bloß ein Missverständnis?
War der böse Eklat zwischen Torwart Kepa und Chelsea-Trainer Maurizio Sarri bloß ein Missverständnis? © Getty/Montage
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Die verweigerte Auswechslung von Torhüter Kepa Arrizabalaga sorgte beim Carabao-Cup-Finale zwischen dem FC Chelsea und Manchester City für Aufsehen. Nun erklärten der Torwart und Trainer Maurizio Sarri die Szene.

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Dass der FC Chelsea mit der Niederlage im Finale des Carabao Cups gegen Manchester City die womöglich einzige Chance auf einen Titel in dieser Saison verspielt hat, geriet angesichts des Eklats um Torhüter Kepa Arrizabalaga beinahe zur Nebensächlichkeit. Nach dem Spiel versuchte Trainer Maurizio Sarri die Wogen zu glätten und begründete die unfassbare Szene mit einem Problem in der Kommunikation.

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"Das war ein großes Missverständnis. Ich habe es so verstanden, dass er (Kepa, Anm. d. Red.) einen Krampf hatte. In dem Zustand wollte ich ihn nicht ins Elfmeterschießen gehen lassen", erklärte Sarri gegenüber Sky Sports. Als Ersatz sollte Willy Caballero, der 2016 ausgerechnet Manchester City mit Glanzparaden zum Titel im League Cup geführt hatte, im Elfmeterschießen antreten. Doch Torhüter Kepa verweigerte mit energischen Gesten in Richtung Sarri die Auswechslung. "Er hatte Recht, auch wenn er sich falsch verhalten hat. Dass er bereit war, ins Elfmeterschießen zu gehen, habe ich erst realisiert, als es mir der Teamarzt mitgeteilt hat. Deshalb war ich vorher so wütend", so der Chelsea-Trainer.

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Der Torhüter selbst rechtfertigte die Situation ähnlich wie sein Coach. "Zunächst muss ich sagen, dass ich falsch verstanden wurde. Es war nie meine Intention, dem Boss nicht zu gehorchen. Ich wurde zweimal behandelt und er dachte, dass ich nicht weitermachen könnte", erläuterte Kepa, gestand sich aber ein: "Ich weiß, dass es von außen nicht das beste Bild abgegeben hat."

Sutton: Kepa "ist eine Schande"

Was war passiert? In den TV-Bildern ist die emotionale Auseinandersetzung zwischen dem Fußballlehrer und seinem Torhüter leicht zu verfolgen. Statt, wie von Sarri angezeigt, den Platz zu verlassen, wehrte sich Kepa gestenreich gegen seine Auswechslung und verharrte an Ort und Stelle. Mit jeder Sekunde, die verstrich, nahm Sarris Puls an Fahrt auf. Aufgebracht tigerte er vor der Ersatzbank auf und ab. Co-Trainer Gianfranco Zola fuchtelte mit den Armen in Richtung Kepa. Doch der blieb stur - und beim Elfmeterschießen auf dem Feld. Hier hielt er zwar den Schuss von Leroy Sane, ließ aber auch einen haltbaren Ball von Sergio Agüero durchrutschen. ManCity jubelte, Chelsea tobte.

Fans und Fußballprominenz reagierten fassungslos angesichts der Szenen in Wembley. "Kepa sollte nie mehr für Chelsea spielen dürfen", fällte TV-Experte und Ex-Chelsea-Profi Chris Sutton nach dem Spiel ein hartes Urteil und wütete: "Er ist eine Schande. Ich habe so etwas noch nie gesehen." Auch Trainer-Legende Harry Redknapp ergriff Partei für Maurizio Sarri und sagte gegenüber Sky Sports: "Caballero will auf den Platz, der Trainer will es auch so. Das ist ein Albtraum. Man muss in dieser Situation runtergehen. Das ist komplett respektlos dem Trainer gegenüber. Für ihn tut es mir sehr leid."

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Doch laut Sarri drohe dem Spanier keine disziplinarische Strafe. "Ich denke, ich werde die Situation nur mit Kepa klären und sonst gibt es kein Problem", urteilte der 60-Jährige. Dabei ist der Italiener selbst in Chelsea angezählt und muss um seinen Job bangen. Der augenscheinlich fehlende Rückhalt in der Mannschaft dürfte dabei nicht helfen.