09. Oktober 2021 / 19:16 Uhr

FC Eilenburg, Lok Leipzig, VFC Plauen – Gleich mehrere Favoriten fliegen aus dem Landespokal

FC Eilenburg, Lok Leipzig, VFC Plauen – Gleich mehrere Favoriten fliegen aus dem Landespokal

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung



 - SV Panitzsch / Borsdorf vs FSV Krostitz, Fußball, Wernersgrüner Sachsenpokal am 09.10.2021 in Leipzig (Sachsen).
Auch der FSV Krostitz (grün) kennte sich in seinem Pokalspiel beim Stadtpokalsieger SV Panitzsch/Borsdorf nicht durchsetzen. © Christian Modla
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Am Freitag schießt Stürmer Carlo Purrucker seinen SSV Markranstädt gegen den favorisierten FC Eilenburg ins Elfmeterschießen und verpasst (beinahe) seinen Urlaubsflug. Auch am Samstag ziehen mit Budissa Bautzen, Einheit Kamenz und Stadtpokalsieger SV Panitzsch/Borsdorf gleich mehrere Außenseiter ins Achtelfinale des sächsischen Pokalwettbewerbs ein.

Leipzig. „Wir sind angetreten, um zu gewinnen, und so haben wir auch angefangen“, stellte ein selbstbewusster Markranstädter Trainer Olaf Brosius unmittelbar nach dem Elfmeterschießen zum 5:4 gegen Regionalligist FC Eilenburg klar. Sein Sachsenliga-Team hatte dem Favoriten einen großen Kick geliefert, einen 0:2-Rückstand aufgeholt, um dann im Penalty-Schießen zu triumphieren. „Von den zwei unnötigen Gegentoren waren wir zwar etwas geschockt, doch unsere zweite Halbzeit war dann überragend, da haben wir die Gäste fast an die Wand gespielt.“

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SSV Markranstädt trotzt Klassenunterschied

Das lassen wir als Sicht des SSV-Trainers so stehen. Zumindest war über weite Strecken der eigentliche Zwei-Klassen-Unterschied nicht zu sehen. „Uns hat nach den schweren letzten Wochen das Selbstvertrauen gefehlt“, nahm FCE-Coach Nico Knaubel relativ gefasst zur Kenntnis. „Bei Halbzeit mit unserer 2:0-Führung habe ich nicht das Gefühl gehabt, das wir hier verlieren. Aber mit dem Anschlusstor des SSV hat dieser dann das bessere Momentum gehabt.“

DURCHKLICKEN: Das war der dritte Streich des SV Panitzsch/Borsdorf im Landespokal

Der amtierende Stadtpokalsieger SV Panitzsch/Borsdorf warf mit dem nordsächsischen FSV Krostitz schon den dritten Landesklassen-Vertreter aus dem Landespokalwettbewerb. Die Tore zum hochverdienten 3:0 erzielten Robin Vinzenz Meyer (2) und Tobias Heinrich. Zur Galerie
Der amtierende Stadtpokalsieger SV Panitzsch/Borsdorf warf mit dem nordsächsischen FSV Krostitz schon den dritten Landesklassen-Vertreter aus dem Landespokalwettbewerb. Die Tore zum hochverdienten 3:0 erzielten Robin Vinzenz Meyer (2) und Tobias Heinrich. ©

Nach starker Startphase der Gastgeber war Knaubels Team langsam ins Spiel gekommen und hatte durch Pascal Sauer zuerst ein Missverständnis und dann aus abseitsverdächtiger Position einen Fehler der SSV-Abwehr nutzen können. In der 73. Minute sah Schiri Albert jedoch ein Eilenburger Handspiel, den Elfmeter verwandelte Carlo Purrucker zum 1:2 und schaffte fünf Minuten vor Schluss gar das 2:2. Womit der Schütze übrigens seinen für die Nacht zum Samstag vorgesehenen Urlaubsabflug gefährdete. Denn in die Verlängerung wollte er aus zeitlichen Gründen eigentlich nicht. Sein Jubel über den Ausgleich war dennoch riesig – und den Flieger dürfte er noch geschafft haben.

Im Elfmeterschießen war der Torjäger aber nicht mehr dabei. Da wurde der ansonsten starke Dongmin Kim zum Pechvogel und SSV-Torwart Christian Wings zum Helden, als er den abschließenden Schuss des FCE-Koreaners sicher hielt.

Auch am Samstag strauchelten Favoriten

In den Sonnabend-Spielen ließen sich ebenfalls einige Favoriten überraschen. Am auffälligsten war das Ausscheiden des 1. FC Lok Leipzig in Bautzen, die Leipziger unterlagen bei Budissa in der Schlussphase 0:2. Auch das 0:3 von Oberligist Plauen in Kamenz lässt staunen. Derweil zog der einzig verbliebene Kreisligist weiter seine Kreise. Leipzigs Stadtpokalsieger SV Panitzsch/Borsdorf warf schon den dritten Landesklassen-Vertreter aus dem Rennen, gewann vor 420 Zuschauern gegen den FSV Krostitz 3:0. „Das war hochverdient“, sagte SVP-Coach Thomas Wedemann, „wir waren auf den Punkt fokussiert, haben von vorn bis hinten keine Luft rangelassen und hatten deutlich mehr Ballbesitz als die Krostitzer.“

Eine derbe Klatsche fing sich der FC Grimma im Nachholspiel der zweiten Runde ein. Der Oberligist wurde von Regionalligist Chemnitzer FC per 1:9 buchstäblich an die Wand genagelt. Nach 40 Minuten stand es schon 0:7. Nun tritt der CFC am 13. November beim SV Liebertwolkwitz an. Das Achtelfinale wird am kommenden Dienstag in Leipzig ausgelost.


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Oberligist FC Grimma bekommt im Sachsenpokal von Regionalligist Chemnitzer FC eine richtige Packung: 1:9 heißt es am Ende. Zur Galerie
Oberligist FC Grimma bekommt im Sachsenpokal von Regionalligist Chemnitzer FC eine richtige Packung: 1:9 heißt es am Ende. ©

Oberligist FC International schaffte diesmal gegen Drittligist FSV Zwickau keine Überraschung und unterlag 1:3. „Wir haben in der Anfangsphase leider gleich zwei Gegentore gefressen. Danach waren wir nahezu gleichwertig“, schätzte Inters Geschäftsführer Holger Herzberg ein. Verdient sei der Zwickauer Sieg dennoch gewesen. Der Torreigen für den Favoriten begann bereits in der zweiten Minute, als Marco Schikora von halblinks ins lange Eck einschießen konnte. Ähnliches Durcheinander gab es im Inter-Strafraum auch vorm 0:2, was Lars Lokotsch schließlich nutzte. Dann aber fing sich der FC Inter etwas, hielt die Partie relativ offen und kam durch einen Konter, den Obinna Johnson Iloka clever abschloss, zum Anschlusstor. Allzu ernsthaft konnten die Gastgeber den Drittligisten dennoch nicht gefährden und als Ronny „der King“ König seine charakteristische Drehung nebst Torabschluss vollführen durfte, war das Spiel entschieden.