07. Mai 2022 / 09:00 Uhr

FC Eilenburg nimmt „Letzte Ausfahrt Lichtenberg“: Wird es wieder ein Spektakel?

FC Eilenburg nimmt „Letzte Ausfahrt Lichtenberg“: Wird es wieder ein Spektakel?

Susan Stephan
Leipziger Volkszeitung
Im Hinspiel gegen den SV Lichtenberg 47 hatte Eilenburgs Brandon Stelmak (rechts) in letzter Minute zum 4:4 getroffen.
Im Hinspiel gegen den SV Lichtenberg 47 hatte Eilenburgs Brandon Stelmak (rechts) in letzter Minute zum 4:4 getroffen. © Thomas Jentzsch (Archiv)
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Der FC Eilenburg hat inzwischen 36 Punktspiele absolviert. Noch zwei Begegnungen, dann ist die lange Regionalliga-Saison für den Aufsteiger vorbei. Ob letztendlich der Klassenerhalt geschafft wird, hängt allerdings von anderen Resultaten im Zusammenhang mit der 3. Liga ab. Es sei denn, die Eilenburger erreichen den sicheren 14. Tabellenplatz. Dann müssten sie mindestens am Sonntag in Lichtenberg gewinnen.

Eilenburg. Zum letzten Auswärtsspiel des FC Eilenburg rollt der Bus am Sonntag mal wieder nach Berlin. Zum siebten Mal in dieser Saison. Diesmal heißt das Ziel Lichtenberg. Um 13 Uhr ertönt der Anpfiff in der angestaubten, aber voller Charme steckenden Hans-Zoschke-Arena. Das reine Fußballstadion wurde 1952 erbaut, mit Platz für fast 10.000 Fans – damit ist es das zweitgrößte reine Fußballstadion in Berlin. Die Fans stehen dicht am Spielfeldrand,667 Fans kommen im Schnitt. Auch wenn Lichtenberg mit 41 Punkten längst durch ist, dürften es diesmal einige Hundert werden, schließlich ist dann für Monate Ruhe. Außerdem war das letzte Heimspiel ein echter Kracher. Lichtenberg schoss den 1. FC Lok Leipzig krachend aus dem Meisterrennen. Die Leipziger waren vor zwei Wochen mit dem 0:3 noch gut bedient.

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Klassenerhalt würde super Saison krönen

Für Lichtenbergs Trainer Uwe Lehmann (40) wird es ein besonders Spiel. Nach knapp neun Jahren hört er als Trainer auf. Neben der Meisterschaft in der Oberliga Nord und dem damit verbundenen Aufstieg in die Regionalliga Nordost führte er Lichtenberg auch ins Pokalfinale, wurde er folgerichtig als Trainer des Jahres ausgezeichnet. Liest sich alles wie bei Eilenburgs Nico Knaubel. Nur die Auszeichnung fehlt dem 42-Jährigen noch, verdient hätte er sie. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden. Schließlich fehlen zu den neun Lehmann-Jahren bei Knaubel noch zwei…

Weitere Spiele des FC Eilenburg

Ähnlich wie Lehmann schaffte es Knaubel gemeinsam mit Sportchef Stephan Hofmann mit relativ kleinem Budget eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen. Wenn am Ende der Klassenerhalt herausspringt, „war es eine überragende Saison“, frohlockt Hofmann, der schon mitten in den Planungen für die neue Saison steckt. Diese wären dann deutlich leichter, wenn feststehen würde, in welcher Liga der FC Eilenburg in der kommenden Saison spielt. Im besten Fall entscheidet sich alles am letzten Spieltag, in schlechtesten muss sich Eilenburg noch drei Wochen gedulden.

Rechnerei hin oder her, die Eilenburger Kicker wollen am Sonntag ihre Hausaufgaben machen und zeigen, dass der erste Sieg in Berlin (2:1 gegen Tasmania Berlin) vor zwei Wochen keine Eintagsfliege war. Allerdings ist Lichtenberg ein schwierigeres Kaliber. Ein Großteil der Mannschaft hat einst höherklassig gespielt, sich dann aber entschieden, auf die Mischung aus Job und Hobby-Fußball zu setzen. Einige wollen höher hinaus, streben nach Profitum. So wie Tarik Gözüsirin, mit zehn Treffern der Toptorschütze des Teams, der schon beim VfB Lübeck unterschrieben hat. Am Samstag wird der 21-Jährige gelbgesperrt fehlen. Dass das nichts zu bedeuten hat, zeigte sich gegen Lok. Dort brummte er nur auf der Bank. Dafür glänzte Irfan Brando als Strippenzieher, den die Leipziger nie in den Griff bekamen.

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Vielleicht gibt’s eine Hängepartie für den FCE

Eilenburg wird – wie schon beim 1:0 gegen Babelsberg – einen Tag voller Leidenschaft, Moral und Glücksmomenten brauchen, um Zählbares einzufahren. Ein Spektakel wie beim 4:4 im Hinspiel, als Brandon Stelmak in letzter Minute traf, wäre für die Fans sicherlich ein Leckerbissen, für den Trainer aber ein Albtraum. Gewinnen die Nordsachsen und trennen sich die Verfolger aus Fürstenwalde und Rathenow Remis, wäre der fünftletzte Platz sicher, egal, wie das letzte Heimspiel am 15. Mai 2022 (13 Uhr) gegen die Bubis von Hertha BSC ausgeht.

Da sich der Klassenerhalt von Viktoria Berlin in der 3. Liga erst am letzten Spieltag entscheidet und die Aufstiegsspiele des Berliner FC Dynamo im Juni abgeschlossen werden, könnte es noch eine Hängepartie für die Eilenburger geben. Der sichere 14. Platz ist theoretisch noch möglich, doch ziemlich unwahrscheinlich. Um Meuselwitz abzufangen, müssten die Eilenburger die letzten zwei Spiele gewinnen, was durchaus möglich scheint, doch die Thüringer dürften maximal nur noch einen Punkt holen. Mist.

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