14. August 2020 / 16:00 Uhr

FC Eilenburg: Zum Ligastart ein Duell zweier Pokalfinalisten

FC Eilenburg: Zum Ligastart ein Duell zweier Pokalfinalisten

Susan Stephan
Leipziger Volkszeitung
Außer Gefecht: Jonas Vetterlein, der hier im Test gegen Halle abzieht, verpasst den Punktspielstart des FCE wegen einer Verletzung aus dem Pokal-Halbfinale.
Außer Gefecht: Jonas Vetterlein, der hier im Test gegen Halle abzieht, verpasst den Punktspielstart des FCE wegen einer Verletzung aus dem Pokal-Halbfinale. © Thomas Jentzsch
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Der FC Eilenburg gastiert am Samstag bei Aufsteiger FC An der Fahner Höhe, der sozusagen das Thüringer Pendant zum FCE ist.

Eilenburg. Zwischen Halbfinal-Überraschung und Final-Vorfreude liegt für den FC Eilenburg der Oberliga-Saisonstart. Das am Samstag Spiel beim Aufsteiger An der Fahner Höhe (14 Uhr) geht als Sandwich irgendwie unter, denn beim FCE dreht sich seit dem phänomenalen Sieg gegen Lok Leipzig alles nur noch um das Endspiel im Sachsenpokal gegen den Chemnitzer FC. „Es ist nicht ganz so leicht, den Fokus auf den Saisonstart zu lenken. Aber wir haben gesagt, bis Samstag zählt nur der Punktspielstart. Wir wollen erfolgreich starten, deshalb muss die Einstellung stimmen. Mit links wird es nicht gehen“, warnt Cheftrainer Nico Knaubel, der sich auf seinen ersten Besuch An der Fahner Höhe freut.

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Wie die meisten musste auch er erst einmal „Google“ fragen, wo es am Samstag eigentlich hingeht. Nur Geografie-Asse oder Thüringen-Kenner dürften wissen, dass die Fahner Höhe ein langgestreckter und dicht bewaldeter, schmaler Höhenzug im Thüringer Becken ist. Mittendrin das Dorf Gräfentonna mit dem dazugehörigen Sportplatz. Dort wird gespielt und daher kommt auch der Name des Clubs, der erstmals fünftklassig ist.

„Ich werde keinen für das Pokalspiel schonen“

„Für unser Dorf ist die Oberliga das ,Ende der Fahnenstange’“, heißt es auf der Vereins-Homepage. Gelobt werden eine Top-Mannschaft, Top-Trainer, Top-Betreuer, ein begeistertes Umfeld und die Unterstützung der Gemeinde. Bis zum abrupten Ende der Saison im März hatte die Mannschaft nicht ein Spiel verloren und war trotz drei Punkten Abzug wegen Nichterfüllung Schiedsrichter-Soll Erster. Als einzige Mannschaft entschieden sich die Thüringer für den Aufstieg. Aus Sachsen und Sachsen-Anhalt gab es keine Aufsteiger. Der Liga-Neuling lebt vom Teamgeist, setzt nicht auf ausgediente Ex-Profis, sondern auf ein eingespieltes Team und hat mit Tobias Busse einen Experten an der Seitenlinie. Der 39-Jährige arbeitet als Sportlehrkraft an der Technischen Universität in Ilmenau. Seit drei Jahren trainiert Busse die Mannschaft und führte sie nun von der Thüringenliga in die Oberliga.

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Derweil wird der FCE nicht in Bestbesetzung antreten können. Jonas Vetterlein ist noch außer Gefecht. Hinter Dennis Kummer steht ein Fragezeichen. Auch Kapitän Sebastian Heidel wird wohl noch nicht spielen können. Abwehrrecke Marko Trogrlic hat immerhin wieder trainiert. Auch Alexander Vogel und Fabian Döbelt, die in der Vorbereitung immer wieder zurückgeworfen wurden, stehen mittlerweile im Teamtraining. „Ich werde keinen für das Pokalspiel schonen. Spiele sind wichtig für den Rhythmus. Wir werden mit dem bestmöglichen Team auflaufen“, kündigte Knaubel an.

Um am Samstag hellwach an den Start zu gehen, sind die Eilenburger übrigens einer Tradition treu geblieben: Am Mittwoch vor dem Auftakt wird stets auf Einladung eines Sponsors im griechischen Restaurant gemeinsam – diesmal mit den entsprechenden Corona-Abstandsregeln – gegessen, getrunken und die Saison eingeläutet. Ob man wollte oder nicht: Auch dort drehte sich alles nur um eins: das Finale.